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Rudersberg Filmdreh mit Langston Uibel und Maja-Céline Probst

Am Set der Studentenproduktion: Regisseur Adrian Schwartz (links) gibt den beiden Schauspielern Langston Uibel und Maja-Céline Probst (auf der Decke sitzend) Anweisungen. Mit der Kamera hält Christian Belz das Ganze fest. Foto: Büttner / ZVW

Rudersberg-Mannenberg. Zwei Liebende, deren Leidenschaft in sieben Minuten zerbricht. Ein Rosenkäfer aus Afrika, der die Gefühlswelt der beiden spiegelt. Und eine studentische Crew, die mit viel Idealismus und minimalem Budget an ihrer Zukunft als Filmemacher arbeitet. Ein Besuch am Set des Kurzfilms „Finito Baby“.

Zwei Bäume auf einem Hügel, viel Wiese und ein idyllischer Blick in den Schwäbischen Wald: Als sich Regisseur Adrian Schwartz (22) auf die Suche nach Drehplätzen gemacht hat und den Hang entdeckte, wusste er sofort: Das ist das ideale Setting für seinen Film. Ein „intimer, intensiver und sensibler“ Streifen soll es werden – und der Hang neben dem Biohof der Familie Schütz zum Schauplatz der Momentaufnahme einer gescheiterten Liebe.

Die beiden Korber haben schon mehrere Projekte zusammen verwirklicht

Es ist nicht der erste Film des Korber Nachwuchsregisseurs. An der Hochschule Offenburg, wo er zusammen mit dem Kameramann Christian Belz (23, ebenfalls aus Korb) studiert, hat er schon mehrere Projekte verwirklicht. Darunter „Zu deinem Besten“, ein Sozialdrama über eine Pornodarstellerin und ihre gläubigen Nachbarn. Daneben haben die beiden Korber schicke Musikvideos für den Rapper Neunfünf gedreht. Mit dem Kurzfilm möchten sie nun ein größeres Publikum anpeilen. Eine Präsentation auf einem Filmfestival, das wär’s.

Langston Uibel spielte schon mit Katja Riemann

Warum der Filmstudent das für möglich hält? Vielleicht, weil er für den Siebenminüter zwei Nachwuchsschauspieler gecastet hat, die in Expertenkreisen durchaus schon einen Namen haben. Zwei Profis, die dem Studentenprojekt den nötigen Glanz verleihen sollen.

Langston Uibel, 19 Jahre alt und schon seit 2008 als Schauspieler tätig, spielt die männliche Hauptrolle Lasse. Seine Karriere begann das in London geborene und in Bad Mergentheim aufgewachsene Nachwuchstalent mit einer Rolle als Kindersoldat in „String Puppet“. Jüngst spielte er in dem Kinofilm „Freistatt“ einen Jungen, der von den brutalen Zuständen in einem Kinderheim der 60er Jahre flieht. Und demnächst kommt er in der Verwechslungskomödie „High Society“ an der Seite Katja Riemanns ins Kino.

Auch die weibliche Hauptrolle, Maja-Céline Probst, ist filmerfahren

Seine Drehpartnerin Maja-Céline Probst, die im Film Käthe heißt, ist nicht minder filmerfahren. Die 20-Jährige hat schon in zahlreichen ZDF-Produktionen gespielt, ist in Krimis, Thrillern und Komödien aufgetreten und dreht gerade parallel für den Sender „Der Staatsanwalt“. Außerdem hat sie eine Nebenrolle in „3 Lives“, einer Independent-Produktion von Juliane Block, übernommen.

Die viel beschäftigte Schauspielerin aus Mittelfranken freut sich, hier in Mannenberg einmal mehr Zeit für den Dreh zu haben. Mit den Studenten könne sie außerdem über ihre Rolle diskutieren. Eine knappe Woche für sieben Minuten: Regelrecht luxuriös erscheint das Probst. Bei ARD und ZDF müsse normalerweise in viel weniger Zeit viel mehr gedreht werden.

Regisseur hatte klare Vorstellungen von dem Projekt

Auch Uibel fühlt sich am Set wohl. Eine intimere und schönere Zusammenarbeit habe er lange nicht mehr gehabt. Für den 19-Jährigen war das ein großer Anreiz, bei dem Filmprojekt mitzumachen. Und wie er da so verträumt auf dem Hügel sitzt und über den Schwäbischen Wald schaut, glaubt man es ihm sofort, wenn er sagt, dass er die Entscheidung nicht bereut hat.

Regisseur Schwartz, der eine sehr klare Vorstellung von dem Projekt hatte, entschied sich ganz bewusst für die beiden Schauspieler. „Mir geht es um die Emotion, den Blick, die Nuancen“ – und dafür hätten die beiden beim Casting in Berlin genau gepasst. Die Namen hatte er schon vorher auf dem Schirm, dass beide am Ende zugesagt haben, freut ihn.

In sieben Minuten kein Ortswechsel, kaum Bewegung, nur die zwei

Schließlich verlangt der Kurzfilm den Darstellern schauspielerisch einiges ab. In sieben Minuten gibt es keinen Ortswechsel, kaum Bewegung, nur die beiden. Ein intensives Spiel über die Liebe und ihr Scheitern, inklusive emotionalem Kontrollverlust.

Und eine letztlich zutiefst menschliche Angelegenheit. Etwas, worin sich eigentlich jeder hineindenken, das jeder mitfühlen kann. „Dass man aus den falschen Gründen und mit falschen Erwartungen einen Menschen liebt, das kennt im Grunde jeder“, sagt Schwartz. Mit „Finito Baby“ setzt er diesen letzten Schritten vor dem Aus ein kleines filmisches Denkmal.

Bis Ende des Jahres soll der Film fertig sein

Einziger Kontrapunkt der Geschichte ist übrigens ein afrikanischer Rosenkäfer. Das grün-bräunlich schimmernde Insekt trägt im Film den Namen Egon und begleitet die wechselvollen Emotionen des Paars symbolisch. Wenn Egon auf dem Rücken liegt und zappelt, dann entspricht das ziemlich genau jener Lage, in der sich Lasse in der Mitte des Films befindet: Er wird von Käthe emotional in der Luft hängengelassen.

Wie er die Situation letztlich auflöst, das gibt es voraussichtlich Ende des Jahres zu sehen. Bis dahin soll der Film fertig sein.


Zum Dreh

Mit gerade mal 13 Personen haben die Studenten den Film gedreht. Und mit einem sagenhaft geringen Budget von 4000 Euro. Möglich war dies nur durch die vielen Unterstützer, die sie von der Unterkunft bis zu den Mahlzeiten finanziell unterstützt haben.

Wichtig war auch die Unterstützung durch das Wendefilmkollektiv, dem Adrian Schwartz und Christian Belz angehören.

Weitere Infos online unter: www.wendefilmkollektiv.de

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