Rudersberg Erste Prunksitzung der Carnevalsfreunde Württemberg

, aktualisiert am 15.01.2018 - 07:16 Uhr

Rudersberg. Der karnevalistische Frohsinn hat Rudersberg erfasst. Die Carnevalsfreunde Württemberg boten bei ihrer ersten Prunksitzung viereinhalb Stunden närrische Rundumversorgung mit Gardetänzen, Mariechen, Guggenmusik, Comedy und Männerballett.

Die Halle war halbvoll mit Besuchern, teils verkleidet, teils in Abendgarderobe. „Es muss sich noch herumsprechen“, sagt Präsident Tommy Manhalter, der „fürs erste Mal“ von einem „vollen Erfolg“ spricht. Stimmung machen die 100 Zuschauer bei jedem der 18 Programmpunkte, an denen acht Gastgesellschaften mitwirken. Die Gäste seien lang geblieben, das ist für den Präsidenten der Carnevalsfreunde „die beste Rückmeldung“. Auch hätten sie schon etliche Reservierungen für nächstes Jahr. Bis dahin werde man noch „eine Schippe drauflegen“, so Manhalter.

Bis zur nächsten Kampagne habe man etwas mehr Zeit als bei der Premiere, um Künstler zu bekommen. Viele seien im Juli, als der Verein aus der Taufe gehoben wurde, für die diesjährige Kampagne bereits vergeben gewesen. Dass dennoch so viele Gruppen teilweise auch sehr kurzfristig zugesagt hätten, sei den guten Kontakten der Karnevalisten zuzuschreiben. „Die meisten von uns haben Erfahrung in Faschingsvereinen gesammelt und sind seit Jahren aktiv“, so Tommy Manhalter.

Viel Applaus für gelungene Sprünge und Standspagate

Besonders stolz können sie auf die sympathischen Tanzmariechen und die Gardetänzerinnen aus den eigenen Reihen sein, die, unterstützt von den Trainerinnen Sarah Mandel und Chrissy Winter sowie von der Gardebetreuerin Tanja Salmani, in der nur sechsmonatigen Trainingszeit eine beachtliche Leistung und Choreografie einstudiert haben. Maren und Isabell zeigen einen klassischen Mariechen-Tanz mit zahlreichen Sprüngen und Figuren. Auch die Gardemädchen lassen schnelle geübte Tanzbeinchen unter wehenden kurzen Röcken sehen. Viel Applaus gibt’s für die gelungenen Glocken- und Scherensprünge und diverse Standspagate.

Tänzerisch eher klamaukig unterwegs sind Vizepräsident Klaus Mandel, Daniel Mandel, Lothar ‚Lotte’ Eberhardt, Kevin und Michael Kaphann. Sie geben in Bayerntracht zum Song „Mir sann jung, mir sann dumm“ ihr ulkiges Stelldichein als Männerballett. Vom Publikum gefeiert wird Liedermacher Monty Bürkle. Der fernsehbekannte ehemalige Sänger im Hazy-Osterwald-Sextett zeigt mit Elvis-Songs und dem „Kriminaltango“ seine Bühnenwirkung und erreicht eine mitreißende musikalische Ausdruckskraft.

Kandidatenvorstellung: 60 Sekunden Zeit

Die für kurz vor halb zehn geplante Bürgermeisterkandidaten-Vorstellung wird zeitlich etwas verzögert zum rhetorischen Wettrennen gegen die Zeit. Den Kandidaten steht exakt eine Minute Sprechzeit zur Verfügung. Damit garantiert nicht geschummelt werden kann, ist Soundtechniker Robin Krämer von den Veranstaltern dazu angehalten, nach 60 Sekunden den Sound am jeweiligen Mikrofon abzustellen. Doch kein einziges Mal muss er seines Amtes walten, weil niemand die Sprechzeit überstrapaziert.

Bei der Nutzung ihrer 60 Sekunden zeigen sich die vier Angetretenen närrisch kostümiert und machen in heiteren Eigenmischungen aus Reimen und Büttenreden Werbung in eigener Sache. Relindis Pfisterer grüßt mit närrischem „Helau“ und verwandelt das Publikum mit dem Schlachtruf „Württemberger send mir“ in einen stimmenreichen Chor. Stimmung und Jubel schallen Raimon Ahrens entgegen. „Stehe als Torwart hier und freu’ mich auf mein kühles Bier“, reimt er. Rüdiger Burkhardt macht sich als nicht ganz ernst gemeinter Wirtschaftsförderer stark für die Formel 1 in Rudersberg und wirbt für das Wieslauftal als Rennstrecke. Martin Herrmann empfiehlt dem kostenbewussten Schwaben, das Kreuzchen unter seinen Namen zu machen. Denn auch das Auswechseln des Türschildes an der Bürotür verursache Drucker- und Papierkosten. Werde er Bürgermeister, müssten nur vier Buchstaben ausgetauscht werden. „Wählen Sie mich, schon alleine aus Kostengründen.“


Hexen, eine Prinzessin und Kandidaten

Das Rudersberger Rathaus darf sich in dieser Faschingszeit auf verstärkt stürmischen Besuch einstellen: Für den Rathaussturm am 8. Februar tun sich die Rudersberger Schellenhexen dieses Jahr erstmals mit den Carnevalsfreunden Württemberg zusammen.

Prinzessin Sarah I waltete bei der Prunksitzung auf Krücken, aber lächelnd ihres närrischen Amtes. Vor Weihnachten habe sie sich am Knie verletzt und sei operiert worden, sagt sie. „Die gute Laune lasse ich mir aber dadurch nicht verderben“, zeigt sie sich als närrische Frohnatur.

Das Feld der Bürgermeisterkandidaten war nicht ganz komplett: Bernd Hegwer konnte nicht eingeladen werden, weil nach Auskunft von Präsident Tommy Manhalter keine Kontaktdaten vorlagen. Der weitere Bewerber Stefan Walter habe sich entschuldigt aufgrund einer Parallelveranstaltung.

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