Rund um Schorndorf Bombe bei Urbach entschärft

Urbach. Nur ein paar Minuten haben die Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gebraucht – dann haben sie Einsatzleiter Rainer Schuster um 13.21 Uhr die gute Nachricht übermittelt: Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft. Zur Sicherheit hatte die Polizei das Gebiet beim Bahnübergang im Umkreis von 300 Metern gesperrt.

Die Bahnschranke senkt sich. Es ist 13.10 Uhr. Dieser eine Zug darf hier am Bahnübergang zwischen Schorndorf und Urbach noch durch – dann kann das Kommando Bombenentschärfung beginnen. Rainer Schuster, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Schorndorf, leitet den Einsatz und gibt den zwei Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Sindelfingen per Funk das Signal. Ihre Mission: eine 500 Pfund schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen.

Bei den Arbeiten zur Beseitigung des jetzigen Bahnübergangs an der Kreisstraße 1881 war die „General Purpose 500“, kurz GP 500, per Metall-Detektor in der Erde entdeckt worden. Der Fund entlang der Bahnlinie hat niemanden überrascht. Aus Luftbilderaufnahmen der Allierten ist bekannt, dass hier einige Bomben abgeworfen wurden. Und erst vor einigen Tagen sind auf Schorndorfer Gemarkung Teile einer bereits detonierten Bombe entdeckt worden. Doch der Urbacher Fund ist ein wenig heikler: Die Bombe ist ja noch scharf.

Die Polizei hat deshalb vorsorglich zwei Firmengebäude in der Wasenstraße evakuiert. Auch die Kleingärtneranlage haben die Beamten kontrolliert. Um die Bombe herum ist ein Areal mit einem Radius von 300 Metern abgeriegelt worden. Auf der Straße und den Feldwegen hat die Polizei ihre Leute postiert. Mancher Radfahrer hat deshalb eine alternative Route wählen müssen. Vor Ort gewesen sind auch ein Notfallmanager der Deutschen Bahn, der Gemeindevollzugsdienst von Urbach sowie die Bundespolizei.

Glück für die Experten: Kein chemischer Langzeitzünder

Um 13.21 Uhr gibt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Entwarnung. Die „General Purpose 500“ ist eher eine leichtere Übung gewesen. Mit einem Bug- und einem Heckzünder haben es die Fachleute aus Sindelfingen zu tun gehabt, beides mechanische Aufschlagzünder. „Glücklicherweise kein chemischer Langzeitzünder. Die sind extrem gefährlich“, sagt einer der beiden Fachleute und verweist auf ein Unglück, das sich 2010 in Göttingen ereignet hat. Dort sind drei Spezialisten des Kampfmitteldienstes ums Leben gekommen.

Ein Bagger hat die 500-Pfund-Bombe nach der Entschärfung aus der Erde geholt und ins Transportfahrzeug des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gehievt. Die Bombe wird nun bei Sindelfingen eingelagert. Wenn die Mitarbeiter Zeit haben, wird die Bombe in handliche Scheiben zersägt. Der Sprengstoff wird abgebrannt und der Rest kommt in die Schrottverwertung.

Einsatzleiter Rainer Schuster vom Polizeirevier Schorndorf ist zufrieden und insgeheim froh, dass die Bombe draußen beim Bahnübergang, weit jenseits der Wohnbebauung, gefunden wurde. „Stellen Sie sich mal vor, das passiert in Schorndorf im Bahnhofsbereich.“


Info


Fund im Oktober

Die Urbacher Bombe ist der zweite Fund innerhalb kürzester Zeit. Erst im Oktober hat beim Pflügen ein Landwirt im Gewann Schwarzenäcker rechts an der alten B 14 zwischen Winnenden und Hertmannsweiler eine circa 50 Zentimeter lange und circa zwölf Zentimeter dicke Phosphorbombe gefunden.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat die Bombe abgeholt und schadlos beseitigt.

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