Rund um Schorndorf Bombige Stimmung beim Spatenstich an der Bahn

Urbach/Schorndorf. Die Stimmung war bombig beim gestrigen ersten Spatenstich für die Beseitigung des Bahnübergangs und für den Brückenneubau zwischen Schorndorf und Urbach – und das nicht nur wegen des prächtigen Herbstwetters, der Aussicht auf mehr Verkehrssicherheit und stattliche Zuschüsse, die Landrat und Bürgermeister zufrieden registrieren: Morgens stieß auf der Baustelle noch ein Bagger auf Reste einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Zwei Männer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes waren zugange, die Reste der einst wohl 250 Kilo schweren Bombe zu bergen, als Landrat Johannes Fuchs, die Bürgermeister Horst Reingruber und Jörg Hetzinger, Wolfgang Kaczmarek von der DB Netz AG und Einar Dittmann, Baudirektor des Regierungspräsidiums, erst mit Worten, dann mit Spatenstichen den offiziellen Startschuss fürs Projekt gaben. Auf eine Evakuierung hatten die Spezialisten verzichtet. Der Sprengstoff in der Bombe, die wohl einst für die Remsbahn bestimmt war, muss nach ihrem Einschlag weitgehend verbrannt sein. „Ein Blindgänger war es nicht“, meinte Klaus-Peter Olsson vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Noch aufgefundene Sprengstoffreste seien „lommelig“ gewesen. Große Gefahr ging von ihnen kaum aus.

Landrat: „Wichtiger Bypass neben der B 29“

Landrat Johannes Fuchs bezeichnete die 5,61 Millionen teure, 525 Meter lange Bahnüberführung mit der 30 Meter langen Stützmauer entlang der Bahn als „größtes Infrastrukturprojekt des Rems-Murr-Kreises“ der nächsten beiden Jahre. Es sei ein „wichtiger Bypass neben der B 29“ und ein „vitaler Beitrag“ zur Verkehrssicherheit und gleichzeitig einer für den Umweltschutz. Täglich gingen seither 92 Mal die Schranken rauf und runter bei 19 000 Fahrzeugen, erklärte der Landrat. In der Vergangenheit kam es nicht nur schweren Unfällen, sondern wegen der Einmündungen verschiedener Wege unmittelbar am Bahnübergang zu kritischen Situationen aufgrund von Rückstaus, wenn Linksabbieger zum Hegnauhof, zu Tierauffangstation und zur Kleingartenanlage wollten und Gegenverkehr kam. 70 000 Euro der Bausumme seien „Wiedergutmachung“, die in Form einer Entsiegelung, der Anpflanzung eines Auenwalds, einer Magerwiese, dem Aufhängen von Fledermauskästen und der naturgemäßen Bepflanzung des Nebenstreifens der Straße geleistet werde. Bei den Kosten, die sich die Bundesrepublik, die Deutsche Bahn und der Kreis teilen, komme der Kreis mit rund 470 000 Euro gut weg, weil er für sein Drittel über GVFG-Mittel (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) 75 Prozent erstattet bekommt.

Für Hetzinger wiegen die Vorteile des Bauwerks die hohen Kosten auf, weil es nach seiner Beobachtung an den Einmündungen der Feldwege zuweilen „saugefährlich“ zuging, wenn Autofahrer zwischen den Schranken anhielten, wenn einer abbiegen musste. Für Urbach sei der Brückenbau auch deswegen wichtig, damit die Busse pünktlich nach Schorndorf zur S-Bahn kommen. Im Übrigen widersprach Hetzinger Annahmen, dass es seither fünf Minuten Wartezeit gab: „Eine Minute“ sei’s gewesen.

Info


Schorndorf muss nichts bezahlen

„Bürgermeister Hetzinger strahlt heut’ a bissle. Sie kommen künftig schneller heim und sparen fünf Minuten bei Ihrer Mittagspause“ – Landrat Johannes Fuchs.

„Das Beste an dem Ganzen ist, dass die Stadt Schorndorf nichts bezahlen muss!“ – Schorndorfs EBM Horst Reingruber sprach auch davon, dass nun „gutnachbarliche Beziehungen vertieft“ würden. Schorndorfs Verkehrsbehörde sei in der Vergangenheit immer „getriezt“ worden, wenn die Straße reparaturbedürftig war. Zu Bahnvertreter Wolfgang Kaczmarcek meinte Reingruber: „Wenn Sie bei S 21 noch Geld übrig haben, bei uns können Sie es investieren.“

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