Rund um Schorndorf Das richtige Wetter für den neuen Kunstrasenplatz

Urbach. Es war am Samstag der erste Härtetest für den nagelneuen Allwetterplatz in Urbach. Aber dieser Test hätte wirklich nicht ausgerechnet bei der wunderschön konzipierten Einweihungsfeier sein müssen. Der Himmel hatte über weite Strecken seine Schleusen geöffnet, und so war der Festakt zwar durch nichts überschattet, aber im wahrsten Sinne des Wortes überschüttet.

Zum Glück hatte Petrus wenigstens während der spektakulärsten Aktion der Einweihung – wenn auch nur kurz – ein Einsehen. Sie stand gleich am Anfang, als rund 400 große und vor allem kleine Sportlerinnen und Sportler auf dem neuen Kunstrasenplatz die Initialen des Urbacher Sportvereins, also „SCU“, bildeten. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch viel Beifall von den erfreulich zahlreichen Zuschauern, die der Einweihungsfeier der für die Gemeinde Urbach so bedeutenden neuen Errungenschaft beiwohnen wollten. Später wurde er spärlicher. Michael Antwerpes, der in Urbach lebende SWR-Sportchef und Moderator der Veranstaltung, nannte aber den Grund: „Der Applaus fällt etwas sparsam aus, weil die Leute in einer Hand einen Regenschirm halten müssen.“ In der Tat.

Illustre Gäste im von Antwerpes moderierten „Sport-Studio“

Dabei hätten sowohl Antwerpes als auch viele andere sehr wohl Applaus verdient gehabt. Zum Beispiel die Gäste im „Urbacher Sportstudio“, das der fast gleichnamigen Sendung des ZDF nachempfunden war. Der Moderator hatte den Urbacher Bürgermeister Jörg Hetzinger, die SCU-Vorsitzende Ursula Jud, den SC-Fußballjugendleiter Oliver Krötz und den Planer des neuen Platzes, Friedrich Knorr, um sich geschart. Antwerpes sprach von einem „tollen Tag“ für Urbach, das Wetter ausgenommen, aber „wir haben Sonne im Herzen“. Hetzinger sprach von einem „guten Tag“ für die Gemeinde und sagte dem SC Urbach „Dank für die Mitfinanzierung“, denn sonst wäre der Bau des Platzes „nicht möglich gewesen“. Jud sagte, der erste Eindruck von diesem neuen Platz sei „phänomenal“, viel wichtiger sei aber, „dass die Sportler sagen, das ist ein prima Platz“. Den SC-Verantwortlichen sei im Vorfeld klar gewesen, dass ohne Mithilfe des Vereins zeitnah der Bau eines solchen Spielfeldes nicht möglich gewesen wäre. „Zum Glück hatte der SC Eigentum“ – in Form des Espachgeländes nämlich. In diesem Zusammenhang sprach sie ausdrücklich Dank aus an die „Altvorderen“ des Vereins, die diese Werte geschaffen hätten. Für Krötz liegt der „größte Wert“ der neuen Anlage darin, „dass man auch bei einem Wetter wie heute Fußball spielen kann“. Der SCU sei jetzt endlich konkurrenzfähig, nachdem so gut wie alle Vereine in der Umgebung bereits ein Kunstrasenfeld haben. Großes Lob kam von Friedrich Knorr: „Wir hatten hier sehr gute Voraussetzungen. Verwaltung, Gemeinderat und der SC haben konstruktiv mitgearbeitet.“ Es sei ein „Genuss“ gewesen, „in Urbach tätig werden zu dürfen, wir sind mit offenen Armen empfangen worden“.

Alle vier auf dem Podium waren sich einig, dass mit dem Bau des neuen Allwetterplatzes „die sportliche Zukunft für Urbach geschaffen worden ist für die nächsten Jahrzehnte“, wie Ursula Jud es formulierte. Bürgermeister Hetzinger wies darauf hin, dass es immer das Ziel war, an zentraler Stelle ein optimales Sportzentrum zu schaffen. Begonnen worden sei das mit dem Bau der Wittumhalle vor nunmehr rund 30 Jahren, 1998 sei dann das Stadion dazugekommen. Jetzt sei das Konzept vervollständigt. Weil man rund zwei Millionen Euro „nicht so einfach stemmt“ (so viel kostete in etwa der neue Platz), habe das Ganze halt „etwas gedauert“. Auch die beiden Ausnahmeläufer Marcel Fehr und Daniel Heckenlaible gesellten sich noch zu den vier auf dem Podium, berichteten von ihren Erfolgen und ihren Zukunftsplänen.

Nach dieser Einweihungsfeier der ganz anderen Art wurde dann Fußball gespielt. Den Auftakt machten die Allerjüngsten des SC Urbach, die sich mit den Stuttgarter Kickers maßen. Etwas ernster wurde es dann bei der Begegnung zwischen den Aktiven des SC und der Mannschaft von Szentlörinc SE. Die Gäste aus der ungarischen Partnerstadt spielen in der dritten Liga, und so war es kein Wunder, dass sowohl Antwerpes („Die Gäste werden die Punkte hierlassen“) als auch Krötz (er tippte 2:2) danebenlagen. Die Ungarn siegten klar mit 3:0.

Die Einweihungsfeierlichkeiten gingen gestern Nachmittag mit dem Spiel der Traditionsmannschaften des TSV Urbach und des 1. FCTV Urbach zu Ende. Im Duell der beiden früheren Urbacher Vereine siegte der TSV 1:0. Das goldene Tor erzielte Josef Werba.

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