Rund um Schorndorf Bürgerenergiegenossenschaft

 Erstmals öffentlich beziffert, was Strom- und Gasnetz wert sein sollen

Erstmals bezifferte Schaffer nun auch öffentlich, was der Netzkauf für die Gemeinde Plüderhausen bedeuten würde. Das Wirtschaftsgutachten gehe von 3,1274 Millionen Euro fürs Stromnetz aus, wonach sich der Gemeindeanteil auf 1,595 Millionen beliefe. An Eigenkapital müsse die Gemeinde 638 000 Euro für die Netzgesellschaft aufbringen. Der Wert des Gasnetzes – dessen Übernahme sinnvoll sein soll – werde auf 1,169 Millionen geschätzt. Den Wert der Straßenbeleuchtung bezifferte Schaffer mit 626 000 Euro.

Insgesamt stehen fast 5 Millionen Euro im Raum. Die Zahlen stammten von einem „hochkompetenten Partner“ (der BET Aachen), von der die Gemeinde sich drei Jahre beraten ließ. Inzwischen habe die Gemeinde mit Rechtsanwältin aus Stuttgart eine neue Prozessberaterin. Vorgesehen sei ein „gestufter Einstieg“, nämlich zunächst nur das Netz zu kaufen, zu verpachten und sich über Netznutzungsentgelte zu refinanzieren, erklärte der Rathauschef. An mehreren Stellen nannte er auf Nachfrage, dass die Bieter der Gemeinde wohl bei der Pachthöhe die Zahl von acht Prozent nannten, die aber nach neuerer Rechtsprechung nicht mehr festgeschrieben werden dürfen. Schaffer: „Die Kartellbehörde hat es nicht zugelassen. Man kann acht Prozent erzielen, darf es aber nicht garantieren. Auch die EnBW geht von acht Prozent aus.“

Je länger der Abend währte, desto mehr Fragen kamen von den Bürgern. Da waren etliche Sachfragen zu hören, dann Stimmen, die das Risiko von Reparaturen und die Notwendigkeit der Rücklagenbildung betonten, aber auch Leute, die schon Interesse an Windkraft bekundeten. Eine Interessentenliste für die Genossenschaft gab es während der Veranstaltung (noch) nicht.

Bürgermeister Schaffer deutete Bereitschaft an, zu einer weiteren Veranstaltung einzuladen, auch Raum im Mitteilungsblatt zur Verfügung zu stellen, bei weiteren Fragen Antworten zu geben. Der Gemeinderat werde sich am 31. Oktober die Bewerber anschauen, am 10. November einen Kriterienkatalog beschließen. Auch ein Vertreter des bisherigen Platzhirsches EnBW beantwortete bereitwillig Fragen, welche Teile des Netzes später der Netzgesellschaft gehören werden und welche nicht.

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