Rund um Schorndorf Schwenkbratenfest: Fast alles dreht sich ums Fleisch

Urbach. Nicht nur der Durst wurde gelöscht beim alljährlichen Schwenkbratenfest. Besucher kamen voll auf ihre Kosten, ob Essen, Trinken oder einach nur der Spaß, es war für jeden etwas geboten.

Michael Schiek, Hans Rube, Markus Käpple und Klaus Unrath sind die vier Männer am Grill. Wer das noch nicht gesehen und den Braten geschmeckt hat, sollte es spätestens im nächsten Jahr tun: Da feiert die Urbacher Wehr ihr 30-jähriges Schwenkbratenjubiläum.

Auf dem Boden vier Grillstellen, die stilgerecht mit Holzscheiten befeuert werden. Darüber kreisen die großen Grillroste, auf denen sich viel Fleisch befindet. Manch’ Grillmeister hat Handschuhe an, mit denen könnte er durchs Feuer gehen, manche wagen die Arbeit mit nackten Händen.

Nicht nur der Braten verheißt kulinarische Hochgenüsse: Auch der Salatteller, der von vielen liebevollen Händen zeugt, die viel geschnippelt und gehobelt haben, ist Festlesküche der besonderen Art.

Kommandant Hurlebaus: „Das Fest ist ein Selbstläufer“

Trotz dieses Aufwands wirkt Kommandant Hurlebaus vollkommen entspannt. Viel schwätzen muss er halt mit den vielen Gästen, aber das Fest an sich „ist ein Selbstläufer“. Jeder, so versichert der Chef, hat hier seine Aufgabe. Und wenn am Montag früh die einen schon wieder ihrem Tagwerk nachgehen, rückt die Alterswehr an und räumt die Reste zusammen. „Die hend Zeit“, meint Michael Hurlebaus und muss weiter, Kollegen von den Nachbarwehren begrüßen.

Vor den offenen Spinden steht der Kassentisch, vor dem sich schon kurz nach elf Uhr am Sonntagmorgen lange Schlangen formieren.

Und während die etwas Älteren sich ihr erstes Bier sichern, stehen die Kleinen an, um endlich einmal in einem Feuerwehrauto Platz zu nehmen und wie ein fast echter Feuerwehrmann durch den Ort zu gondeln. Oder wie eine Feuerwehrfrau: In der Urbacher Jugendfeuerwehr gibt es immerhin drei Mädchen, die ebenso wie ihre männliche Kollegen am Fest Dienst schieben dürfen.

Die Jugendfeuerwehr mit ihrem Leiter Andreas Walter lädt alle zukünftigen Feuerwehrmänner und -frauen zu einem ersten Löschversuch ein. Mit einer echten Spritze dürfen die jungen Festgäste auf eine Hausattrappe zielen und so lange löschen, bis die zwei Blaulichter am Dach wieder aus sind. Wer das schafft, bekommt dann auch eine Urkunde zum Beispiel von Tim, der 14 Jahre alt ist und seit 2008 bei der Feuerwehr mitmacht. Seine Feuerwehrkollegen Marvin, Nikolai und Jakob erzählen aus ihrem Jugendfeuerwehralltag. Ganz ernste Sachen lernen sie hier: Brandschutz, Erste Hilfe, Fahrzeugkunde stehen auf dem Plan, aber auch „allgemeine Jugendarbeit“, also Fußballspielen und Ausflüge. Immanuel und Alexander zählen mit großer Selbstverständlichkeit die Dinge auf, die sie so an der Feuerwehr gut finden: Kameradschaft, Freundschaften und dass es auch „oft witzig ist“. Nein, Schiss haben die beiden nicht davor, wenn sie später mal zu einem richtigen Einsatz gerufen werden, „keinen Schiss, aber Respekt“.

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