Rundschlag Endlich ein Luftreinhaltetag

Feinstaubalarm in Stuttgart. Foto: Utz/ZVW

Jetzt ist es klar: Es wird wieder Feinstaubalarm geben in Stuttgart. Am Neckartor und anderswo. Egal ob es demnächst gelingt, dem Stinker Diesel das Stinken abzugewöhnen. Der Amtschef im Landes-Verkehrsministerium hat gesprochen. Es könne gar nicht anders sein, als dass im kommenden Winter wieder alarmiert wird.

Aber was heißt hier Alarm? Der Alarm ruft überwunden geglaubte Verhaltensweisen wieder in uns auf. Etwa den Fluchtreflex. Es mache sich aus dem Staub, wer kann. Dabei gilt es doch, Platz zu halten, nicht zurückzuweichen und jedwedem Schadstoff mannhaft sowie kittelschurzbewehrt die Atemorgane zu bieten. Durch das, was wir schon immer gut konnten: schaffa, sauberle schaffa, dabei schaffend jeden Dreck wegmachen.

Die CDU im Stuttgarter Gemeinderat will zur Generalmobilmachung gegen Stickoxid und Feinstaub erst einmal mit der begrifflichen Kehrmaschine ran. Luftreinhaltetag soll es künftig heißen, nicht Feinstaubalarm.

Fein gedacht, klingt ja gleich viel aktiver. Der Aufforderungscharakter ist klar: Letz putz, gehen wir putzmunter ans Werk. Reinigung ist unsere Sache, mit und ohne Kärcher. Die Luft reinzumachen muss erste Bürgerpflicht werden. Zetert nicht, Leute, es ist gar nicht so schwer. Wer es gewohnt ist, mit Besen und Schäufele die Kandel zu kehren, der wird doch auch einer ganzen Straße Herr werden. Sagen wir mal großspurig: auch einer sechsspurigen.

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