Rundschlag Hygieneampel muss her!

Symbolbild. Foto: Pixabay (CC0 Public Domain)

Es gibt einige gute Gründe, die gegen die Hygieneampel sprechen. Der Hotel- und Gaststättenverband wird ja nicht müde, sich mit all seiner Macht als Lobby der Gastronomie und Hotellerie gegen den angeblichen „Internet-Pranger“ einzusetzen. Der Verband wird wissen, warum!

Es gibt aber einen sehr, sehr guten Grund, der für die Ampel spricht und dass die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen veröffentlicht werden: nämlich die ekelerregenden Zustände in einem Schorndorfer Asia-Restaurant, über die wir berichtet haben.

Wenn einem bei der Lektüre dieses Gerichtsberichtes nicht der Appetit vergangen ist, wann dann! Hätte der Wirt nicht dem läppischen Strafbefehl von 7500 Euro widersprochen, hätte niemand von den ekelerregenden Zuständen in Küche und Kühlkammer des Chinesen erfahren. Wohl bekomm’s.

Am Mittwoch hockten übrigens großkopfete Politiker und großmäulige Automanager beim Dieselgipfel und tauschten Argumente aus, wie sie irgendwie aus dem Stickoxid-Schlamassel rauskommen. Ohne dass die einen ihr Gesicht verlieren, weil sie viel zu lange den Lügen der Autoindustrie auf den Leim gegangen sind, und ohne dass die anderen womöglich auch finanziell für ihren jahrelangen Dieselschmu geradestehen müssen.

Hätte es in der Autoindustrie eine Abgasampel gegeben, wäre es niemals zum Dieselskandal gekommen, der den Ruf einer ganzen Branche zu ruinieren droht. Würden all die sauberen Wirte sich im eigenen Interesse für die Hygieneampel einsetzen und ihrem Verband den Marsch blasen, könnten sie stolz eine grüne Ampel an die Tür kleben und ihrer Kundschaft signalisieren: In meiner Küche herrscht Ordnung!

Stattdessen grübelt unsereins, in welcher asiatischen Gaststätte noch so ekelerregende Zustände herrschen, und macht künftig einen weiten Bogen um alle Restaurants, die nach Zitronengras und Soja riechen. Und wir fragen uns, ob womöglich nicht in allen Großküchen der Schimmel fröhlich im Kühlschrank gedeiht, der Koch vergammeltes Fleisch verarbeitet und der Dreck sowieso am liebsten unter den Herd gekehrt wird.

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