Rundschlag Knockout für die Autoindustrie

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)

Diese Nachricht wird der deutschen Autoindustrie den Todesstoß versetzen. Dass die Verbrauchsangaben der Fahrzeuge bestenfalls schönfärberisch zu nennen sind, hat den deutschen Automichel nur mäßig gejuckt. Dass die Autohersteller beim Diesel tief in die Trickkiste gegriffen und dass sie sich obendrein gegen ihre Kunden zu einem Mogelkartell verschworen hat, quittierten diese mit einem kräftigen Tritt aufs Gaspedal.

Doch dieser Bericht trifft den Autofahrer ins Mark. Wie das Recherche-Netzwerk Rundschlag aufdeckt, sind die PS- respektive Kwh-Angaben vieler Modelle schlicht frisiert. Das haben Messungen ergeben, die der Rundschlag vornehmen ließ. So schafft die Mercedes A-Klasse mit 2-Liter-Motor auf dem Prüfstand schlaffe 180 statt der angegebenen 211 PS. Der Dieselmotor des X-1 von BMW röchelte mit 129 PS vor sich hin, statt flotte 150 PS auf die Rolle bringen. Und der neue VW Golf, mit offiziell 110 PS sowieso eher untermotorisiert, brachte lediglich 87 PS auf die Vorderreifen. Den PS-Vogel abgeschossen hat jedoch der 911 Turbo: 487 PS statt 540 PS.

Peter K. (Name erfunden), seit Kinderbeinen 911er-Fan, zeigte sich ob der Enthüllungen des Rundschlags entsetzt. Er habe sich schon des Öfteren gewundert, was für eine lahme Kiste er für über 170 000 Euro gekauft habe. „Kein Wunder!“, echauffierte er sich nun. „Ned omol 500 PS! Do koa i ja glei z’Fuß ganga.“

Einen Tritt in den Hintern der Autobosse wünscht sich Cabriofan Carla F. (Person frei erfunden). Dass sich die Verdecks ihrer Cabriolets nur bis 50 km/h öffnen ließen, so wie es die deutschen Autohersteller untereinander abgesprochen haben, ärgert die Frischluftfanatikerin maßlos. „Immer muss ich auf der Autobahn anhalten, wenn sich die Sonne blicken lässt!“ Zumal sie dazu noch ihr Handy weglegen müsse! Nun das: keine 192 PS um die Ohren, sondern nur windige 148 PS. Carla F.: „... Moment. Ich habe gerade eine Whatsapp gekriegt ... Wo war'n wir stehengeblieben?“

Zum Sitzstreik ruft Opel-Fahrer Friedhelm J. (Name ähnlich) auf. Und zwar abends vor der Mercedes-Zentrale in Untertürkheim. Direkt auf der B 14. „Ich stehe auf dem Heimweg sowieso vor dem Kappelbergtunnel im Stau. Den Herren in der Daimler-Chefetage wird es eine Lehre sein, wenn ich aus Protest gegen den PS-Betrug ein Transparent ins Seitenfenster hänge, auf dem steht „Nicht mit mir!’“ Spontan schließt sich Helga P. dem Protest an. Sie fährt Fiat Panda und hat die Schnauze gestrichen voll von deutschen Autos, die sie gewöhnlich von der linken Spur scheuchen. PS-Beschiss hin, Kilowatt-Schwindel her.

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