Rundschlag Neuer Trainer, neues Glück

Der VfB Stuttgart wird in der Saison 2015/16 mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Trainer, Manager und Vorstand haben ihre Hausaufgaben gemacht, zumindest die meisten oder wenigstens die wichtigsten.

Alle Jahre wieder heißt es im Fußball: neuer Trainer, neue Spieler, neues Glück. Davon zeugen die Schlagzeilen im Sportteil unserer Zeitung: „Der Neue lässt immer noch auf sich warten“, „Antonio Rüdiger erklärt dem VfB die Treue“, „Zwei Patienten auf dem Weg zurück“, „Für einen Schuss mehr Aggressivität“, „Der VfB bläst zur Attacke“, „Bloß kein Stillstand für die Talente“ oder „Fußball als Systemfrage: Flexibilität ist Trumpf“.

Ach ja, die Schlagzeilen stammen ja von Anfang August letzten Jahres. Aber wir sind auf bestem Weg, den Verein für Bewegungsspiele wieder auf Trab zu bringen: „Der neue VfB elektrisiert die Fans“, „Unruhige Zeiten für Daniel Ginczek“, „Viel Arbeit für den VfB - und den Mann der Muskeln“, „Die letzten drei Spiele dürfen nicht der Maßstab sein“, „Insua soll die Schwachstelle beim VfB beheben“, „Die zweite Garde steht bereit“, „Zwischenziel erreicht“, „Die 22 ist die Nummer eins“, „Ich musste mein Revier abstecken“ oder „Ring frei für den Kampf um die Stammplätze“.

Diese Schlagzeilen sind der gedruckte Beweis, dass es nicht an uns, den Zeitungsfritzen, gelegen haben wird, wenn der VfB Anfang Oktober mit vier Punkten aus den ersten zehn Spielen vor Darmstadt, der Hertha und Dortmund auf Platz 15 der Tabelle steht. Wenn Alexander Zorniger seine Trainingstasche packt und Robert Dutt aus purer Sparsamkeit seinen Managerkoffer unter den freien Trainerstuhl stellt.

Der Rundschlag will keineswegs in den Verdacht geraten, als pessimistisch zu gelten. Allerdings hat ihn die Lebenserfahrung, genauer gesagt: die Leidenserfahrung mit dem Gebolze am Wasen, nicht gerade zu einem Optimisten werden lassen. Nachdem im Mai des Rundschlags Hoffnungen auf Zweitligaderbys VfB - Kickers gleich zweifach geplatzt sind, hält er nun den Wasenkickern ganz feste die Daumen für die Erste Liga. In diesem Sinne: „VfB holpert und stolpert in die Saison“. Diese Schlagzeile stammt übrigens von 2013.

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