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Rundschlag Wer eine Waffe hat, der schießt auch

Symbolbild. Foto: ZVW

Es ist kein Zufall, dass vor allem Sportschützen und Jäger zu Mördern werden. Sie dürfen legal Waffen besitzen. Und wer eine Waffe hat, der benutzt sie auch. Wenn bei ihm die Sicherungen durchbrennen. Das gilt bei persönlichen Beziehungsproblemen ebenso wie bei politischen Wahnideen. Jüngst rastete ein sogenannter „Reichsbürger“ aus, dessen bürgerkriegstaugliches Waffenlager ausgeräumt werden sollte.

Der Amoklauf in Winnenden war vor Jahren ein Anlass, dass der Staat aufwachte und den Zugang zu Waffen ein wenig erschwert und vor allem die Kontrollen verschärft hat. Das war gut und richtig. Nach wie vor stehen Millionen von Schießeisen in den Waffenschränken – und warten auf den Einsatz. Dass angebliche „Sport“-Schützen oder Jäger ganze Waffenarsenale horten dürfen, ist fragwürdig. Mit Hobby allein ist diese Leidenschaft für Waffen nicht zu erklären. Sie sind Waffennarren.

Deutschland ist von amerikanischen Verhältnissen weit entfernt. Welch ein Glück. Die Todesrate in dem hochgerüsteten Volk ist ungleich höher. Weil dort jeder eine Waffe zur Hand hat, zieht er diese auch schneller.

Umso hartnäckiger verteidigt hierzulande die Waffenlobby ihre Pfründe. Ihr Argument stimmt sogar: Nicht die Waffen an sich sind das Problem, sondern was deren Besitzer mit ihnen anstellen. Doch dieses Argument gilt eben auch umgekehrt: Weil nicht jeder Mensch zuverlässig und vertrauenswürdig ist, sollten möglichst wenig Leute überhaupt Waffen besitzen.

 

Der Rundschlag ist ein Meinungsartikel.

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