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Rundschlag Wie wahrscheinlich ist wahrscheinlich

Wahrscheinlichkeitsrechnung ist Stoff der siebten Klasse an Gymnasien. Die Schüler lernen die Anfänge mit einer Münze und erfahren, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie Kopf oder Zahl werfen, bei 1:1 liegt. Hü oder hott, ja oder nein, schwarz oder rot. Von diesem Punkt ab wird’s kompliziert.

Noch nie hat jedoch ein Mathematiker hingekriegt, die Wahrscheinlichkeit, „Kopf“ zu werfen, mit 80 Prozent zu beziffern, und dass „Zahl“ kommt, mit 60 Prozent. Das schafft nur die Deutsche Bahn.

Technikvorstand Volker Kefer hat am Dienstag die Wahrscheinlichkeit, dass Stuttgart 21 im Jahr 2022 fertig sein wird, mit 80 Prozent beziffert, dass es 2023 so weit ist, mit 40 Prozent und 2024 mit 20 Prozent. Der Bahnhof wird also zu 140 Prozent fertig.

Das ist zumindest mal eine gute Nachricht. Vielleicht baut ja aber die Bahn nicht nur einen, sondern fast eineinhalb Tiefbahnhöfe!

Während wir Benutzer der S-Bahn derzeit vergeblich auf unseren Zug warten, können wir uns ja die Zeit mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen à la Kefer vertreiben. Eine Berechnung lautet beispielsweise: Die Wahrscheinlichkeit, dass die S-Bahn in den nächsten fünf Minuten kommt, liegt bei fünf Prozent, dass sie in den nächsten zehn Minuten kommt, bei 15 Prozent, und dass sie überhaupt noch kommt, bei 20 Prozent. 100 Prozent sicher ist lediglich, dass wir von der Bahn nicht korrekt informiert werden.

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