Rundsporthalle Der Hickhack um die Hallenfenster

Die Handballer müssen weiter auf ihre Rückkehr in die Rundsporthalle warten. Foto: Habermann / ZVW

Waiblingen. Die Sanierung der Rundsporthalle gerät zum Ärgernis. Die Stadt und ein Glasbauer aus Bayern schieben sich gegenseitig die Schuld dafür zu, dass die Arbeiten seit Monaten stocken. Das Wort von der „Chaos-Baustelle“ macht die Runde. Nichts dran ist aber am Gerücht, die Stadt sei einer rumänischen Briefkastenfirma aufgesessen.

Bei der Firma, mit der die Stadt schon länger streitet, handelt es sich um kein Phantom aus Osteuropa, sondern um einen sehr realen Betrieb aus Gundelfingen an der Donau, der im Februar 2017 den Zuschlag bekam, für 523 000 Euro die Verglasung der Rundsporthalle samt Sonnenschutz zu übernehmen.

Die Firma Sekra nennt zahlreiche Referenzen von Sporthallen, Schulen, Krankenhäusern und Kindergärten, darunter das Zentrum für Psychiatrie des Klinikums Schloss Winnenden, die Hohbergsporthalle in Plüderhausen und die Rundsporthalle in Ellwangen. Dort gab es laut Aussage von Geschäftsführer Josef Kränzle keine Probleme.

Was die Baustelle in Waiblingen anbelangt, nimmt Josef Kränzle kein Blatt vor den Mund und teilt gegen Stadt und Architekten aus. So etwas habe er noch nirgends sonst erlebt.

Streit um fehlende Gerüste und nicht eingehaltene Termine

Die Probleme hätten damit angefangen, dass die Stadt von den beauftragten Betrieben verlangt habe, selbst für Gerüste zu sorgen. Es begann ein Hickhack um Gerüste, Kosten und Termine. Erst geriet Josef Kränzle in Meinungsverschiedenheiten mit dem Gerüstbauer, bis die Stadt eins stellte.

Dann stand ein Gerüst zu nah an der Halle und war für Fensterbauzwecke nicht nutzbar, dann sei eins von ein er anderen Firma belegt gewesen – und dann kamen erst der Winter und schließlich andere Aufträge in die Quere. So kommt’s, dass nur ein Teil der Glaselemente eingebaut ist. Die weiteren hochwertigen Scheiben mit integriertem Sonnenschutz lägen seit Mai beim Hersteller bereit, sagt der Sekra-Chef.

„Er hält sich einfach nicht an die Termine“, stellt Baubürgermeisterin Birgit Priebe fest. Das Problem mit den Gerüsten sei längst gelöst. Inzwischen hat die Stadt die Faxen dicke und der Firma zu Ende März gekündigt. Statt der Fensterbauer haben jetzt die Anwälte beider Seiten zu tun. Die Stadt als Bauherrin bemüht sich nun einerseits auf juristischem Weg vorwärtszukommen und bereitet parallel eine neue Ausschreibung vor. „Wir versuchen es auf allen Ebenen, das ist viel Aufwand.“

Es wird wohl Sommer werden, vielleicht sogar Herbst

Bei Neuvergabe an einen neuen Fensterbauer wären Produktionszeiten für die Glaselemente einzukalkulieren. Es wird wohl Sommer werden, bis die Fenster endlich sitzen, vielleicht sogar Herbst. Prognosen mag Priebe derzeit nicht abgeben. Die Hoffnung, dass die Gundelfinger doch noch anrücken und ihre Arbeit tut, ist noch nicht begraben. Josef Kränzle selbst kündigt an, nächste Woche weiterbauen zu wollen – die Baubürgermeisterin hat noch Zweifel, ob er wirklich auftaucht.

Ein nachvollziehbares Intereresse müsste auch der Glasbauer daran haben – was er selbst bestätigt. Schließlich will er auf den Glaselementen nicht sitzenbleiben. Gut möglich jedoch, dass die Probleme an der Rundsporthalle selbst dann nicht beigelegt sind, wenn die Fassaden fertig verglast sind. Im Einbau von Windfängen und Türen im Inneren der Halle liegt weiterer Zündstoff.


Die Handballer sind Kummer gewohnt

  • Die Handballer des VfL Waiblingen sind hinsichtlich der Rundsporthalle Kummer gewohnt. „Mit einer Rückkehr in dieser Saison haben wir schon nicht mehr gerechnet“, sagt Vorsitzender Rolf Klingler. Zumal die Mitglieder den Nicht-Fortschritt jederzeit verfolgen können. „An den Fenstern sind in letzter Zeit keine Arbeiten zu erkennen.“
  • Die Situation in der Ausweichspielstätte im Staufer-Schulzentrum hat der Verein gut im Griff, nicht zuletzt dank einer von der Stadt gestellten LED-Anzeige. Von manchen Plätzen aus ist das Spielfeld nicht vollständig einsehbar, die Werbung der Sponsoren kann nicht optimal platziert werden. Vorübergehend verkraftbar, aber Rolf Klingler macht kein Hehl daraus: „In der Rundsporthalle fühlen wir uns heimischer.“
  • Als ärgerlich empfindet Klingler das Warten auf immer neue Zeithorizonte, doch noch überwiegt die Vorfreude auf eine sanierte Rundsporthalle. „Wir wollen das mit der Stadt in konstruktivem Dialog fortsetzen.“
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