Runter vom Sofa Drei Dinge, die ich beim Zumba gelernt habe

 Collage: Mogck

Mein Zumbakurs ist am Mittwoch zu Ende gegangen. Acht von zehn Mal war ich dort. Lange Arbeitszeiten und eine kleine Verletzung vermiesen mir zwar die perfekte Anwesehnheits-Quote, doch ich bin zufrieden mit mir. Denn obwohl zum krönenden Abschluss noch einmal Stuhl-Zumba auf dem Programm stand, bleibt der Muskelkater am Donnerstag aus. Will heißen: Ich merke tatsächlich einen Fortschritt! Zeit für ein kleines Zumba-Fazit.

Drei Dinge, die ich beim Zumba gelernt habe

1. Zumba trainiert den ganzen Körper - auch den Kopf

Viele aus meinem Umfeld haben meine Zumba-Ambitionen nur müde belächelt. Albernes Rumgehampel, semi-sportliches Rumgehüpfe oder allenfalls ein bisschen Getanze sei das. Trotz anfänglicher Skepsis auch meinerseits muss ich an dieser Stelle für Zumba eine Lanze brechen: Es mag bei unbegabten Leuten vielleicht ziemlich albern aussehen, ist aber sowohl Krafttraining als auch Ausdauersport. Arme, Beine, Rücken, Bauch, Po: jede Muskelgruppe wird beansprucht - zumindest hatte ich in all diesen Muskelgruppen schon ultrafiesen Muskelkater. Als Bonus trainiert man auch noch den Kopf, denn man muss sich jede Menge unterschiedliche Tanzschritte und Bewegungsabläufe merken und miteinander kombinieren können. 

2. Ich bin kein Tänzer, aber das spielt keine Rolle

Nach meinem ersten Training habe ich meine Tanzeinlagen als Kreuzung aus Marionette, Windmühle und dem Duracell-Hasen beschrieben. Und daran hat sich seither leider auch nicht viel geändert. Die Begriffe "Mambo", "Salsa" und "Rumba" sind für mich wie Musik von Bausa: Hab ich schonmal gehört, kann ich aber nichts damit anfangen. Jede Woche dieselben Lieder, dieselben Schritte - und ich mache jede Woche an derselben Stelle die Drehung zu früh und beginne denselben Tanzschritt wie gewöhnlich mit dem falschen Fuß. Davon wie erbärmlich unsexy es aussieht, wenn ich "bounce" oder "shake", möchte ich erst gar nicht sprechen. Tanzen ist einfach nicht mein Ding. Überraschenderweise macht das aber gar nichts aus! Auch absolute Tanzlegastheniker wie ich können beim Zumba Spaß haben. Es geht schließlich einfach nur darum, sich zu bewegen. Und wenn der Tanzschritt doch plötzlich sitzt, freut man sich gleich umso mehr.

3. Sport kann Spaß machen, auch wenn am Ende keiner gewinnt

Ich muss es zugeben: Ich bin nicht ganz unvoreingenommen an die Sache herangegangen. Sport, bei dem man sich nicht mit anderen - oder zumindest mit sich selbst - messen kann, hat mir bisher nie sonderlich viel Freude bereitet. Das darf man nicht falsch verstehen: Ich bin kein verbissener Trottel, dem es immer nur ums Gewinnen geht. Ich kann auch ganz gut verlieren. Aber der Wettkampfgedanke hat mich bislang immer angespornt, noch mehr zu geben, mich noch mehr reinzuknien. Nach dem Zumbakurs weiß ich nun, dass ich auch Spaß an Sport haben kann, bei dem es eben nicht ums Gewinnen geht. Es wird keine Zeit gestoppt, keiner vergleicht mich mit den anderen (das mache ich allerhöchstens selbst) und es gibt keine Abzüge in der B-Note, wenn ich wild mit den Armen rudernd von einem Bein aufs andere hüpfe, statt anmutig meine Arme zu kreisen und dabei elegant die Hüften zu schwingen.

Das mag banal erscheinen, macht mir aber in zweierlei Hinsicht Mut: Erstens geht es ja auch beim Tough Mudder lediglich darum, sich zu überwinden. Gewinnen tut am Ende niemand. Und zweitens habe ich mir als nächsten Schritt etwas vorgenommen, bei dem auch niemand gewinnen kann und vor dem ich mich bislang immer gedrückt habe: Ins Fitnessstudio zu gehen.

Wie das für mich wird, darüber werde ich selbstverständlich berichten.


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