Runter vom Sofa Joggen: Die Rückkehr des Dementor-Atems

Mit hochrotem Kopf am Boden: Ich war wieder joggen. Foto: Runtastic /Adolf
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Mein Workout am Freitag startet direkt im Badezimmer. Das Zähneputzen gestaltet sich als Mammutaufgabe. Ich habe nämlich in meinem gestrigen sportlichen Übermut nach dem Joggen noch ein zehnminütiges Arm-Workout angehängt, das das dreiminütige Zähneputzen zur Qual werden lässt. Auf eine aufwändige Frisur muss ich heute verzichten. Meine Arme sind schwer wie Blei.

Ich habe gänzlich ohne Gewichte trainiert, um nicht gleich zu übertreiben. Die Frau, die im Youtube-Video die Übungen vormacht, verspricht jedoch, dass die Arme auch so ganz schön brennen werden. Und sie soll Recht behalten. Nach fünf Minuten brennen meine Arme, zum Ende des Workouts bin ich froh, dass sie nicht in Flammen aufgehen und das Wohnzimmer in Brand stecken. Für alle, die sich meinen roten Kopf und meine fehlende Körperspannung ansehen wollen, habe ich das ganze auf Video festgehalten.

Damit sich keiner langweilt läuft das Video in sechsfacher Geschwindigkeit.

Trotz der Scherereien und der Ahnung, wie stark der Muskelkater sein würde: Das Workout ist mir wesentlich leichter gefallen als das Joggen. Die Laufeinheit hat mir zwei Dinge klar gemacht. Erstens: Ich muss mehr tun! Was meinen Fitnesszustand betrifft, sollte ich mittlerweile viel weiter sein. 155 Tage sind es noch bis zum Tough Mudder, wo ich 18 Kilometer laufen soll (von den Hindernissen möchte ich noch gar nicht sprechen). Achtzehn! Mir sacken immer noch bereits nach einem einzigen Kilometer die Beine weg. Zweitens: Ich sollte nach Holland ziehen. Oder zumindest irgendwohin, wo es keine Berge gibt. Nach meiner erfolglosen "Besteigung des Mount Schwoigarest" habe ich mir zwar in weiser Voraussicht eine andere Laufstrecke ausgesucht. Dennoch ist sie, wie alle Strecken, die ich kenne, alles andere als eben. Wenn die letzte Strecke der Mount Schwoigarest war, ist das hier mindestens der "S2".

So steil war der Berg früher nicht

Ich habe mich für eine Strecke entschieden, die ich während meiner aktiven Handballzeit oft gelaufen bin. Wie bereits erwähnt - Joggen war noch nie mein Ding. Und auch wenn ich damals nie die Zeit gestoppt habe: So langsam war ich früher nicht, so anstregend war auch diese Strecke nie. Wüsste ich nicht, dass ich nach wie vor in einem miserablen Zustand bin, würde ich der Schwaikheimer Gemeinde glatt vorwerfen, sie habe die Wege aufgeschüttet, um die Steigung zu erhöhen. Doch ich muss der Wahrheit ins Gesicht sehen. Wenn ich nicht mindestens zwei bis dreimal die Woche trainiere, wird mir spätestens beim dritten Hindernis die rote Rübe explodieren. Die beiden hochmotivierten Nordic-Walker, ein Mann und eine Frau in farblich abgestimmter Funktionskleidung, kommen mir zum Glück entgegen. Jede Wette, sie hätten mich sonst überholt.

Trostpflaster: Ein bisschen verbessert habe ich mich

Dennoch: Ein paar kleine Verbesserungen sind schon während des Laufs erkennbar. Ich schaffe es zwar immer noch nicht, 25 Minuten am Stück zu laufen. Aber diesmal muss ich erst nach zwei Kilometern eine Pause machen. Beim letzten Mal war das gerademal nach knapp einem Kilometer. Außerdem bleibe ich nicht direkt stehen, sondern gehe ein paar Minuten und setze den Lauf nach etwa einer Minute fort. Erst kurz vor der drei Kilometer-Marke wollen mich meine Füße nicht weitertragen. Ich setze mich auf eine Bank. Da ist er wieder, der rasselnde Dementor-Atem. Als ich meinen Puls nicht mehr in meinen Ohren hämmern höre und sich meine Atmung etwas beruhigt habe, beschließe ich, mir einen Schubs zu geben und den Rest des Weges (es geht nur noch bergab) noch einmal zu joggen. Hier ist das Ergebnis:


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