Runter vom Sofa Sprung in die Rems zur Vorbereitung

 Foto: Tough Mudder

Ich habe meinen ehemaligen Klassenkameraden Janni bei der Arbeit besucht. Er ist nicht nur Legionär (so nennt man Leute, die bereits einen Tough Mudder erfolgreich überstanden haben), sondern ein wahrer Tough-Mudder-Junkie. Er will mir erzählen, wie es so ist, auf den 18 Kilometern im Matsch. Und ich will mir jede Menge Tipps holen, wie ich mich am besten darauf vorbereiten kann.

Janni ist nicht nur Tough-Mudder-erfahren. Er lebt das Ding. Ganze acht Mal ist er allein 2017 beim Tough Mudder mitgelaufen. In Berlin kam er nach nicht einmal drei Stunden ins Ziel. Er nahm sein wohlverdientes Bier entgegen, nippte zweimal daran und beschloss dann spontan, dass er noch nicht ausgepowert genug war. So drückte er einem Kumpel kurzerhand seinen Becher in die Hand und lief den 18 Kilometer langen Hindernisparcours direkt noch einmal. Die "Hold my beer"-Geschichten, die ich sonst kenne, gehen in der Regel anders aus... Janni schaffte es übrigens erneut in rund drei Stunden ins Ziel.

Schon immer sportverrückt

Der 28-Jährige war schon immer sportverrückt und hat das schließlich auch zu seinem Beruf gemacht. Er ist Trainer bei In Vivo in Winnenden, einer Praxis für Physiotherapie und Gesundheitssport. Mehrmals die Woche gibt er dort Kurse. Welche? "Eigentlich mach ich alles", sagt er. Die Liste ist tatsächlich lang. Von Bauch-Beine-Po, über Rückenfit, zu TRX (ein Training mit Schlingen), Outdoorsport und Personal Training wird am Ende jede Muskelgruppe abgedeckt. Und das ist ihm auch anzusehen. Gegen ihn wirken meine Arme allenfalls wie zu lange gekochte Spaghetti. Dürr und labberig.

Gute Nachrichten: Man kommt irgendwie immer ins Ziel

Was ich im nächsten Jahr schaffen will, hat Janni nun bereits zehn Mal erreicht. Und das, was er zu sagen hat, klingt für mich zunächst einmal ziemlich aufmunternd: "Jeder kann einen Tough Mudder schaffen. Du kommst immer ins Ziel. Alle helfen dir. Die Hilfsbereitschaft unter den Teilnehmern ist riesig." Jeder kann es schaffen! Also auch ich. Das sind doch mal gute Neuigkeiten. Und wie gehe ich das ganze nun an? "So richtig vorbereiten kann man sich meiner Meinung nach nicht". Na bravo. Und nun? "Eine gewisse Grundfitness schadet aber sicher nicht." Das sorge dafür, dass man am nächsten Tag seine Beine noch spürt. Selbst er hat nämlich nach so einem Event Muskelkater. "Du kannst es aber natürlich auch machen wie ein Freund von mir. Der hat sich vorher in Schorndorf in die Rems gelegt, um mal zu gucken, wie es sich danach so läuft mit nassen Klamotten." Darauf habe ich absolut keine Lust. Und der am nächsten gelegene Zipfelbach ist ganz schön eklig. "Aber das ist der Matsch ja auch". Recht hat er. Mist.

Falls ich mich also tatsächlich dazu überwinden kann, in die Fluten des Zipfelbachs zu springen um dann nass in der Gegend herumzurennen, werden Sie es auf diesem Blog natürlich erfahren. Erst einmal gibt es hier weitere Tipps von Tough Mudder Legionär Janni:

1. Die richtige Kleidung

  • Schuhe: Am besten trägt man Laufschuhe mit viel Grip. Sonst haut es einen im Matsch gerne mal auf die Schnauze.
  • Kleidung: Man sollte sich für Klamotten entscheiden, die schnell trocknen, in denen man aber nicht friert. Wenn es warm ist, läuft Janni in Shorts und trägt eine Kompressionshose darunter. Am letzten Wochenende, beim Tough Mudder Süddeutschland, hat er sich für gefütterte Kompressionskleidung entschieden. In Wassertrüdingen hatte es beim Start gerade einmal acht Grad. Beim ersten Hindernis ging es sofort ins Wasser.
  • Handschuhe: Von Handschuhen rät Janni ab. Die ersten beiden Male hatte er welche an, weil er dachte, bei Hindernissen so besser greifen zu können. Wenn die Handschuhe aber nass sind, und das sind sie die ganze Zeit, dann wird es noch rutschiger als ohne.

2. Ernährung

Am Vortag sollte man auf jeden Fall den Kohlehydrathaushalt auffüllen. Nachrichten, die richtig Laune machen: Dafür kann man einfach ganz viele Nudeln essen.

3. Durchhalten und Überwinden

Viel passiert beim Tough Mudder im Kopf. "Wenn ich vor dem Eisbecken stehe, denk' ich mir oft: Ich hab keinen Bock mehr! Dann geht man aber rein und ist sofort wieder motiviert. Vor allem ist einem danach wärmer als zuvor.

4. Spaß haben

"Hab Spaß im Matsch. Du kannst endlich wieder Kind sein und dich so richtig schmutzig machen."


Runter vom Sofa

Ramona Adolf (27) ist Redakteurin in der Online-Redaktion beim Zeitungsverlag Waiblingen. Im Herbst 2018 will sie beim Tough Mudder Süddeutschland mitlaufen. Über ihren Trainingsfortschritt berichtet sie in diesem Blog unter www.zvw.de/runtervomsofa und auf Instagram.

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