Schildkröten statt Schokolade Zoll Potsdam stoppt Schmuggler am Flughafen Schönefeld

Von wegen Schokolade: Dreister Versuch, unter Artenschutz stehende Schildkröten ins Land zu schmuggeln. Foto: Hauptzollamt Potsdam

Potsdam. Anfang März verhinderte der Zoll in Potsdam den Schmuggel von drei geschützten Schildkröten am Flughafen Schönefeld. Ein Reisender hatte sie als Schokolade tarnen wollen.

Ein 69-jähriger Deutscher reiste laut Hauptzollamt Potsdm am 2. März per Flieger aus Kairo ein. Er wollte den Sicherheitsbereich durch den "grünen Kanal" für anmeldefreie Waren verlassen und wurde dabei von Zollbeamten kontrolliert. In seiner Reisetasche stießen sie auf eine Verpackung mit seltsamem Inhalt. Auf die Nachfrage erklärte der Reisende, dass es sich um Schokolade handeln würde.

Beim Öffnen der Verpackung fanden die Zöllner anstelle von Süßigkeiten jedoch drei lebende Exemplare der marokkanischen Landschildkröte. Da die Schildkröten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt sind, wurden sie beschlagnahmt und in die Obhut eines Tierarztes gegeben. Das Bundesamt für Naturschutz kümmert sich nun weiter um diesen kuriosen Schmuggelversuch.

Verstöße gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen können mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro oder mit Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.


Washingtoner Artenschutzabkommen

Zum Schutz der wild lebenden Tiere und Pflanzen besteht seit 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). In Deutschland ist es seit 1976 gültig. Bis heute sind 182 Staaten dem WA beigetreten. Circa 5.600 wild lebende Tierarten und 30.000 Pflanzenarten sind derzeit gelistet.

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