Schmiden Narren außer Rand und Band

Waiblingen/Fellbach. Tanz, Musik und Maskerade bis nach Mitternacht bestimmten das ausgelassene und bunte Programm bei der 16. Hexen- und Guggennacht der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft (WFG). Im Ausweichquartier in der Schmidener Festhalle tummelten sich über 500 Gäste in allerlei närrischem Häs.

Die niedlichen Tanzmariechen, feschen Garden, gar schröcklichen Hexa und ohrenbetäubenden Guggenmusiker waren los! Das Narrenfest ist der ersehnte Höhepunkt im jährlichen Karnevalskalender der 1. WFG. Und alle, alle kamen. Gut 15 Narrenzünfte von nah und fern waren dabei. Von Althütte bis Nellmersbach, von Böblingen bis Rechberghausen. „Wir erwarten über 500 Gäste“, sagte stolz Präsident Dieter Streitenberger vor Beginn der Veranstaltung, die, weil die Neustädter Halle gerade renoviert wird, im Ausweichquartier der Festhalle Schmiden stattfand.

Martialisch krumme Hexennasen mit einem Heidenlärm

Und nach und nach und nach trudelten sie ein. Standen lärmbereit Schlange im Foyer für ihre wilden Auftritte. Ein bunter Farbenreigen der Häs in fantasievollen Formen. Die Fasnetsfreunde Lustnau sahen in ihren schwarzen Zottelkostümen ein bisschen aus wie schottische Palästinenser, während die Bruggaklopfer aus Neuhausen im mokka-grauen Janitscharen-Look aufmarschierten. Aber so unterschiedlich der Häs auch war, gleich laut und brausend mit ihren Instrumenten waren sie alle. Ein Heidenlärm war das, wenn sie in die Halle einzogen oder auf der Bühne posaunten und paukten. Karneval eben. Und wer hätte nicht ein bisschen gruselige Furcht angesichts der martialisch krummen Hexennasen auf den Masken der Weiber verspürt. Die Haare standen einem zu Berg, wenn sie dir allerliebst neckisch die wüsten Klauen über den Kopf strichen.

Fantastisch choreografiert

Ganz anders anzusehen waren dagegen die Garden der Faschingsgesellschaft, die erst in den verschiedenen Altersstufen, von den Minis bis zur Jugend, und dann einen furiosen Gemeinschaftsauftritt hatten. Und Respekt, das war fantastisch choreografiert und mit toller Präzision aufgeführt und ging den Leuten im Saal schon beim Zuschauen in die Beine.

Die Ohrawusler ließen es bei ihrem Einmarsch dann erstmals richtig krachen. Im Gefolge hatten sie besagtes Hexenvolk, aber auch die schöne Prinzessin Emely I. von Ghibellinia, wie es sich gehört, geleitet vom würdevollen Präsidenten der Gesellschaft. Und nach der feierlichen Begrüßung hatten dann Zunftmeister Benjamin Stein und seine Vize Nina König die ehrenvolle Aufgabe, den wachenden Zeremonienstab über einen geordneten Ablauf des karnevalistischen Außer-Rand-und-Band-Geratens zu übernehmen.

Die Guggenmusiker von „Elefantis“ setzten eine hohe Dezibel-Marke

Den Auftakt des langen Reigens der Kapellen machten dann die gern gesehenen Gäste „Elefantis“ vom Freundeskreis für Menschen mit Behinderung Winnenden. In ihren glitzernden Kostümen heizten sie der Halle mit Bravour ein und setzten schon mal eine ordentliche Dezibel-Marke, die es fortan nicht zu unterschreiten galt. Und so folgten die Gruppen wortwörtlich Schlag auf Schlag bis zum späten Höhepunkt des schrägen Männerballetts der „Remsnudla“ so gegen Mitternacht.

Empfangen wurden sie alle schon im Foyer von Emely I., die mit ihrem fein-porzellanem Prinzessinen-Teint ganz reizend zu regieren verstand. Und auf die nun wirklich aus vollkommener Unkenntnis rührende Frage des Berichterstatters, was denn eine Prinzessin sonst so zu tun habe, haucht sie ein majestätisch knappes: „Da sein.“ Dann langt sie nach dem neuen Orden ihres Fasching-Staates und hängt ihn dem tumben Toren mit gekonnter Geste würdevoll um. Dazu Küsschen links, Küsschen rechts - und dermaßen geadelt, schwebt man dann entzückt nur noch auf einer Wolke durch das närrische Treiben des weiteren Abends.

Narrentage

Weiter geht es mit dem närrischen Treiben der 1. Waiblinger Faschingsgesellschaft und der Waiblinger Karneval-Gesellschaft am „Schmotzigen Donnerschdig“ (Donnerstag, 28. Februar 2019) mit dem Rathaussturm und dem Narrengericht.

Und dann als Höhepunkt mit dem Faschingsumzug am Samstag, 2. März, ab 14.30 Uhr in der Waiblinger Altstadt.

  • Bewertung
    2

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!