Schon wieder die Umwälzpumpen Schwaikheimer Freibad bleibt vorerst geschlossen

, aktualisiert am 22.07.2019 - 17:15 Uhr
Das Plakat am Eingang zur vorläufigen Schließung des Freibads – und das bei bestem Badewetter. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Schwaikheim. Schlechte Nachricht für die Fans und Nutzer des Schwaikheimer Freibads: Das bleibt vorerst geschlossen, eventuell, ja wahrscheinlich sogar länger. Grund dafür ist, dass nun beide Umwälzpumpen defekt sind.

Eine der beiden Pumpen ging am Freitagnachmittag kaputt, die andere ist es schon seit Anfang des Monats. Seit Freitag ist das Bad geschlossen und blieb es auch übers Wochenende, weil es nicht gelang, die Pumpe vor Ort zu reparieren. Am Freitag noch wurde, laut Verwaltung unverzüglich, die betreffende Fachfirma, die im Ort ist, alarmiert. Die Hoffnung war, wenigstens eine der beiden Pumpen am Laufen halten zu können, so den Betrieb aufrecht zu erhalten und zu vermeiden, das Bad schließen zu müssen. Die andere der beiden Pumpen war vor drei Wochen ausgefallen und damals bereits war das Bad zwischenzeitlich geschlossen.

Pumpen wurden zur Reparatur nach Göppingen gebracht

Mitarbeiter der Fachfirma haben nun, nach der neuerlichen Panne, am Montagmorgen beide Pumpen, die im sogenannten Schallwasserbehälter stehen, für die Prüfung ausgebaut, trockengelegt und sie in die Reparaturwerkstatt nach Göppingen gebracht. Der Ausbautermin für die vor Wochen ausgefallene Pumpe fiel zufälligerweise genau auf den Tag, an dem die Firma auch für die zweite, nun ebenfalls ausgefallene Pumpe, angefordert werden musste. Schon diese Zeitspanne zur ersten Panne lässt für die Dauer der neuerlichen Schließung des Bads nichts Gutes ahnen.

Die einen hat einen Lagerschaden, bei der anderen ist eine Welle kaputt

Der zuständige Mitarbeiter im Rathaus Rolf Huber lässt sich denn auf Nachfrage auch keine Prognose entlocken, ab wann die Schwaikheimer wieder vor Ort ins Wasser dürfen. Aus seinem Unmut macht er aber keinen Hehl, nimmt kein Blatt vor den Mund. Beim Ausbau der Pumpen sei festgestellt worden, dass eine einen Lagerschaden hat, bei der anderen eine Welle kaputt ist. Wenn nur eine der beiden funktionieren würde, wäre die Welt in Ordnung, so Huber. „Eine würde nämlich völlig ausreichen, kann die Umwälzung alleine bewältigen, die andere ist ja praktisch nur Ersatz, dient als Reserve.“

Er erinnert daran, dass bereits 2015 wegen Defekten an den Pumpen das Bad über fast zwei Wochen geschlossen war. Die Gemeinde habe die Faxen nun endgültig dicke, man habe beschlossen, vor der nächsten Saison ein separates Bauwerk zu errichten, wo die Umwälzpumpen dann trocken stehen. Das bedeutet aber, dass die Gemeinde wird investieren müssen, sowohl in den Bau als auch in neue Pumpen.

Sie wurden erst 2015 und 2013 gekauft

Huber verweist darauf, dass die bestehenden Pumpen (einer deutschen Firma) 2015, nach dem genannten Lagerschaden, und 2013 angeschafft worden waren. Kosten jeweils rund 9000 Euro. Laut Hersteller läge die normale Betriebsdauer zwischen acht und zwölf Jahren, so Huber. „Das ist ärgerlich, wenn man das von dem hört und dann passiert so etwas.“ Die Pumpen im Schwaikheimer Bad haben die „normale“ Betriebsdauer also längst nicht erreicht. Dafür hat die jüngere von beiden eine andere Frist knapp überschritten, die für die Gewährleistung, die vier Jahre beträgt. Das gilt natürlich erst recht für die „ältere“ Pumpe. Doppelt Grund zum Verdruss also.

Die Frage sei nun, so Huber weiter, ob eine oder beide Pumpen repariert werden können. Wenn nicht müssten neue bestellt werden. „Die sind in der Regel aber nicht auf Lager und das kann dauern“, weiß Huber, mittlerweile aus Erfahrung, „wir hängen also vorerst in der Luft“. Übrigens: Am nächsten Montag beginnen die Sommerferien.


Umwälzpumpen

Umwälzpumpen gelten als „das Herz der Schwimmbadtechnik“. Ihre Aufgabe ist es, Schwimmbadwasser der Wasseraufbereitungsanlage und danach wieder dem Becken zuzuführen. Denn nur wenn das Wasser regelmäßig gereinigt wird, kann mit einer einwandfreien Badewasserqualität gerechnet werden.

Wichtig ist, dass die Pumpen aus einem Material gefertigt werden, das den im Beckenwasser enthaltenen Stoffen und Chemikalien wie etwa Chlor standhält und natürlich auch dem permanenten Druck. In der Regel sind sie deshalb aus einem Kunststoff mit hoher Beständigkeit wie etwa Polypropylen hergestellt.

Ein Freibad in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Übersicht über die Freibäder im Rems-Murr-Kreis.

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