Schorndorf Anbaden im Ziegeleiseebad: Gänsehaut bei plus 6,9 Grad

Schorndorf. Noch vor wenigen Tagen bedeckte eine Eisschicht den Ziegeleisee. Inzwischen aber hat sich die Wassertemperatur auf satte 6,9 Grad erhöht. So folgten ein paar Hartgesottene gestern der Einladung zum „Anbaden“ der kommenden Freibadsaison, indem sie mit einem Sprung ins kühle Nass schon mal ihren Kreislauf tüchtig auf Touren brachten. Gänsehaut inklusive.

Ein bedeckt grauer Himmel. Die Sonne hat sich an diesem Tag verzogen. Immerhin, der See ist eisfrei. Die Außentemperatur: um die neun Grad. Das im Wasser des Ziegeleisees schwimmende Thermometer zeigt kuschelige 6,9 Grad an, die verführerisch immer mal wieder auf 7 Grad hochzucken. Vergeblich.

„Orca“ härtete sich für seinen Rekordversuch ab

Und trotzdem zieht da schon seit 20 Minuten ein rot angelaufener Körper seine Bahnen im Wasser. Es ist Bruno Dobermann, genannt „Orca“, der hier werbewirksam – so richtig beachten tut ihn allerdings niemand – für seinen Rekordversuch im Bodensee trainiert. Dort will er am 21. Mai von Bodman bis Bregenz schwimmen. Als Erster ohne Neophrenanzug. Am Rand des Bassins begleiten ihn vier DLRG-Freiwillige. Für alle Fälle. Eine Kamerafrau filmt die Tortur dieses Abhärtungsversuchs für einen Dokumenationsfilm.
Punkt zwölf strömen dann doch zwischen 40 und 50 „normale“ Badegäste zum Ziegeleisee. Johlend im Voraus die erfrischende Gaudi genießend. In Bikini und Badehose, vorneweg ein paar Jugendliche, stürzen sie sich ins Wasser des Freibads. Nach kurzen, prustenden Schreien wird meist sofort wieder kehrtgemacht und das vergleichsweise wärmende Land gesucht. Fabian Fischer, der just an diesem Tag seinen 13. Geburtstag feiert, war der Erste. Nach zwei Metern drehte er aber bereits um und kam bibbernd wieder an Land.

Etwas ausdauernder war da schon der 45-jährige Alwin Riesser, der vom warmen Oskar-Frech-Bad kommend mit seiner Tochter Selina etliche Meter schwamm und trotzdem nach kurzem krebsrot angelaufen aus dem Wasser stieg. „Das brennt wie Nadeln“, meinte er beeindruckt. „Aber draußen ist’s dann angenehm warm.“ Den größten Eindruck machte allerdings eine komödiantische Fünfergruppe, die sich von der Rutsche aus ins Wasser wagte. Unter ihnen war der Betriebsleiter der Bäder Jörg Bay, der sich mit einigen Kollegen und Kolleginnen in historisch gestreifte Ganzkörperbadeanzüge – inklusive weißen Handschuhen und schwarzen Zylindern – geworfen hatte und wie die tollkühnen Jungs in ihren fliegenden Kisten (kalte) Feindberührung suchte.

Nach diesem Spaß zog es manche an den Ziegeleibadestrand, wo an einem Stand heiße Würstchen und Glühwein zu haben waren. Letzteren hätte vielleicht auch „Orca“ Dobermann brauchen können. Total erschöpft und mitleidserregend bibbernd war er inzwischen aus dem Wasser gestiegen und wurde von den DLRG-Leuten vorsorglich mit Thermosdecken umhüllt. „I hab grad’s G’fühl ghabt, dass mir’s Blut eifriert“, sagte er schlotternd. Ein Gefühl, das hoffentlich, wenn dann die diesjährige Freibadsaison am 28. April eröffnet wird, keiner mehr haben muss.


Seisonkarten

Ab sofort können die Saisonkarten für das Ziegeleisee-Freibad erstanden werden. Die Preise – 51 Euro Erwachsene, 28 Euro Kinder – sind erfreulicherweise gleich geblieben.
Ansonsten wies Eventmanager Daniel Kämmerling auch auf das „24-Stunden-Schwimmen“ am kommenden Samstag, 10. März, hin.

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