Schorndorf Bürger entscheiden über Parkkonzept

Das Parkraumkonzept Rems-Murr-Klinik zielt darauf ab, den Anwohnern im Wohnumfeld der Klinik die Parkplatzsuche und das Parken zu erleichtern. Foto: Schneider / ZVW / Archiv

Schorndorf. Wie beim Lärmaktionsplan lässt sich der Gemeinderat auch mit der Entscheidung über die Parkraumkonzepte Innenstadt und Rems-Murr-Klinik mehr Zeit als ursprünglich geplant. Bevor am 22. März entschieden wird, soll es auch in diesem Fall noch eine Dialog-Veranstaltung mit betroffenen Bürgern und Anwohnern geben. Fest steht: Auch in Schorndorf wird es künftig eine Brötchentaste geben – und einen Nachttarif.

Die Parkraumbewirtschaftung ausweiten und zusätzliche Einnahmen generieren: Darum geht’s aus Sicht des Ersten Bürgermeisters bei den beiden Parkraumkonzepten, wobei der Schwerpunkt im Zentrum der Innenstadt auf der Bereitstellung von möglichst vielen Kurzzeitparkplätzen liegt, während die Bewirtschaftung des Parkraums im Wohnumfeld der Rems-Murr-Klinik, wo es bislang so gut wie keine bewirtschafteten und gebührenpflichtigen Parkplätze gibt, vor allem darauf abzielt, den Anwohnern die Parkplatzsuche und das Parken zu erleichtern. Beiden Konzepten gemeinsam ist das Ziel, die jeweils zur Verfügung stehenden Parkhäuser stärker auszulasten. Was vor allem die Krankenhaus-Bediensteten trifft, denen künftig im Klinik-Umfeld keine (kostenlosen) Langzeitparkplätze mehr zur Verfügung stehen und die deshalb entweder die gebührenpflichtigen Klinikparkplätze in Anspruch nehmen oder auf den ÖPNV umsteigen müssen.

Künftig vier Tarifzonen

Insgesamt soll es in den beiden Parkraumzonen künftig vier Tarifzonen geben: Die innenstadtnahe Tarifzone 1 für Kurzeitparker mit einer je nach Abstand vom Zentrum von einer bis zu drei Stunden anwachsenden Parkzeitdauer, wobei das Parken insofern teurer wird, als die Parkgebühr dort, wo nur eine Stunde geparkt werden kann, von maximal bislang einem auf dann 1,50 Euro ansteigt. Die Tarifzone 2 deckt einen Bereich nördlich der Bahn ab, der Langzeitparkern und dabei vor allem ÖPNV-Nutzern das Parken zu einer Mindestgebühr von zwei Euro für sechs Stunden (vier für zwölf Stunden) erlaubt und wo für zwei Wochen Parken zehn und für den Monat 20 Euro Gebühren anfallen.

Parkschranken für Archivplatz, An der Mauer und Maier am Tor

Die Tarifzone 3 bilden der Untere Marktplatz, auf dem weiterhin nur eine Stunde geparkt werden kann (für maximal 1,50 Euro) und die Parkplätze Archivplatz, An der Mauer (oberirdisch) und Maier am Tor, die künftig mit einer Parkschranke gesichert werden sollen und wo je nach Parkzeit abgerechnet wird. Eine Stunde soll zwei Euro, zwei Stunden sollen vier Euro, vier Stunden fünf Euro und jede weitere Stunde jeweils einen Euro mehr kosten. Schließlich noch die Tarifzone 4 im Umfeld der Rems-Murr-Klinik, die, soweit sie gebührenpflichtig sind und nicht der Parkscheinregelung unterliegen, in der das Parken für eine oder zwei Stunden zum Tarif von maximal 1,50 beziehungsweise drei Euro erlaubt ist. Neu und bereits so gut wie beschlossen ist, dass es im Bereich der einstündigen Kurzzeitparkplätze im Bereich der Innenstadt eine sogenannte Brötchentaste geben wird, die es ermöglicht, für eine kurze Erledigung - favorisiert im Gemeinderat werden 15 Minuten – gebührenfrei zu parken.

Aus Mischparkzonen sind Kurzzeitparkplätze geworden

Diskussionen im Vorfeld und vor allem zwischen Stadt und Schorndorf Centro hatte es gegeben, weil der zuständige Fachbereich in seinem ersten Vorschlag die Gottlieb-Daimler-Straße, die Johann-Philipp-Palm-Straße, die Schulstraße und die Schlichtener Straße bis zur Einmündung Urbanstraße als Mischparkzonen ausgewiesen hatte, was zur Folge hätte haben können, dass Kurzzeitparkplätze von Anwohnern belegt werden. In der jetzt vorgelegten Konzeption, die in ihrer Entstehung vor allem auch von Jessica Pulzer, die ihr erstes Jahr als Trainee im Dezernat des Ersten Bürgermeisters und dort im seitherigen und jetzt gesplitteten Fachbereich Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung absolviert hat, betreut worden ist, sind die genannten Straßen von Mischparkzonen in Kurzzeitparkplätze umgewandelt worden. Und für die verbleibenden Mischparkzonen sowohl im Bereich der Innenstadt als auch im Umfeld der Klinik gilt, dass die Anwohner eine mit einem Ausweis nachgewiesene Parkberechtigung von Montag bis Samstag jeweils nur im Zeitraum von 18 bis 8 Uhr haben.

Auf den Nachttarif im Umfeld der Klinik wird verzichtet

Neu ist auch, dass es in der Stadt künftig einen Nachttarif in Höhe von einem Euro geben soll – und zwar sowohl für die Innenstadt-Parkplätze als auch für die Parkplätze im Klinik-Umfeld. „Es lohnt sich, ab und zu mal die Stadt zu verlassen“, sagte Oberbürgermeister Matthias Klopfer an die Adresse derer, die, allen voran CDU-Stadtrat Manfred Bantel, in Frage stellten – unter anderem mit dem Hinweis auf den zusätzlichen hohen Kontrollaufwand, den eine solche Regelung erforderlich machte. Immerhin aber führte diese Diskussion zu der allgemeinen Einsicht, dass auf den Nachttarif im Umfeld der Rems-Murr-Klinik verzichtet werden soll.

Investitionen stehen an

In der Innenstadt soll der Nachttarif nach der für den 1. August geplanten Einführung des Parkraumkonzeptes – das im Klinik-Bereich soll zum 1. Oktober umgesetzt werden – von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens gelten, während die Parkplätze beim Krankenhaus von 8 bis 18 Uhr bewirtschaftet werden und dann bis zum nächsten Morgen gebührenfrei sein sollen. Vor Einführung der Parkraumkonzepte muss auch noch investiert werden: In 22 neue Parkscheinautomaten, die mit insgesamt 112 000 Euro veranschlagt sind, und in die Schrankenanlagen, die 30 000 Euro kosten dürften.


Ausweise

Bei Anwohnerausweisen galt bislang die Regel: ein Haushalt, ein Ausweis. Künftig soll für jedes Fahrzeug, das nicht auf dem eigenen Grundstück untergebracht werden kann, ein Ausweis beantragt werden können (aber für jeden Bewohner nur einer). Das hat gravierende Auswirkungen vor allem aufs Klinik-Umfeld, wo bislang gar keine Bewohnerparkplätze ausgewiesen worden waren. Der Ausweis kostet 30 Euro jährlich.

Nicht einsehen wollte im Gemeinderat FDP/FW-Stadtrat Gerhard Nickel, dass Besucherparkausweise nur derjenige beantragen können soll, der auch über einen Anwohnerparkausweis verfügt. Verkauft werden die Besucherausweise, die zum Parken nur in Bewohnerparkzonen berechtigen, in Bögen, wobei ein Bogen sieben Tageskarten und eine Wochenkarte umfasst. Bis zu fünf Bögen gibt es für zehn Euro, jeder weitere kostet 21 Euro, wobei es im Klinik-Umfeld den ersten Bogen kostenfrei zum Bewohnerparkausweis dazugibt.

Im Bereich der Parkraumzonen angesiedelte Betriebe erhalten für 60 Euro jährlich, unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten, einen Parkausweis, der von 8 bis 18 Uhr das gebührenfreie und von der Höchstparkdauer befreite Parken in Mischparkzonen erlaubt. Nicht zu verwechseln mit den Ausweisen für auswärtige Handwerker, die 150 Euro kosten.

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