Schorndorf-Buhlbronn Après-Ski-Party mit Lorenz Büffel

, aktualisiert am 27.01.2020 - 02:38 Uhr

Schorndorf-Buhlbronn.
Torsten Fischer steht mit einigen seiner Vereinskameraden vom PSC Buhlbronn vor dem Eingang der Après-Ski-Party. Sie warten auf den Star, den sie gebucht haben. Dem weißen SUV, aus dem schließlich Büffel und sein Fahrer aussteigen, laufen sie entgegen. Seit Wochen wird das Fest, das bereits zum 15. Mal stattfindet, geplant. „Da sollte es etwas Besonderes sein“, sagt Fischer. Sein erklärtes Ziel: „Der Berg muss brennen.“

Lorenz Büffel, der vor allem durch seinen Song „Jonny Däpp“ bekannt geworden ist, hat trotz der winterlichen Temperaturen nur eine geblümte Badehose und ein T-Shirt an. Bei dem 40-jährigen Österreicher ist immer Sommer, schließlich geht es in seinen Songs auch ausschließlich ums Partymachen und Biertrinken am Ballermann. „An den Raststätten wundern sich die Leute auch immer, wenn ich so aussteige“, erzählt er gut gelaunt.

Von Köln, seinem aktuellen Wohnort, startet der Partyclown derzeit zu den verschiedenen Après-Ski-Partys in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den nächsten Monaten ist außerdem Karneval angesagt. Dann folgt die Party-Saison auf Mallorca. „Letztes Jahr hatte ich 285 Auftritte“, erzählt Lorenz Büffel, der mit bürgerlichem Namen Stefan Scheichel heißt. „Es gibt keine Phase im Jahr, in der mal Pause ist“, sagt er.

Wo Büffels Karriere mit einer pinken Perücke begann

Seine Karriere begann Büffel als Radiomoderator und Animateur in Urlaubsclubs. 2006 zog er nach Hamburg. Mit einer pinken Perücke unterwegs gab er dort, im Umfeld der Dragqueen Olivia Jones, rund zehn Jahre lang Kiez-Führungen. „Das waren harte Zeiten“, sagt Büffel. Immerhin könne ihm danach niemand vorwerfen, er habe kein Durchhaltevermögen.

Wegen seinen schrillen neonfarbenen Outfits hätten viele Leute damals gedacht, er sei schwul. Seine Perücke hat der Österreicher inzwischen abgelegt und Boulevardzeitungen berichten heute regelmäßig über seine Beziehungen zu Frauen, wie etwa über das kürzliche Liebes-Aus zwischen ihm und Carolina Noeding, der Miss Germany 2013.

Dass es bei seinen Liedern nicht nur um die Musik selbst geht, darüber spricht Büffel offen: „Du bist dazu da, den Umsatz anzukurbeln.“ Die Kasse müsse eben klingeln.

Bis 50 wolle er noch so weitermachen

Um die Massen zum Trinken zu animieren, trinkt Büffel auch selbst mit. Und auch vor dem Auftritt darf ein Pils nicht fehlen. Doch ab und zu lasse er sich auf der Bühne auch Apfelsaft geben. Bei den vielen Auftritten brauche er manchmal eine Pause vom Alkohol.

„Das ist ein harter Job“, sagt er. Bis zu seinem 50. Geburtstag wolle er noch so weitermachen. Danach könne er sich vorstellen, als Manager oder Berater in seiner Branche weiterzuarbeiten.

Seine Szene liebt der Österreicher offenbar, auch privat hört er gerne deutschen Schlager. Weniger nachvollziehen kann Büffel die große Begeisterung vieler Jugendlicher für deutschen Hip-Hop. „Ich frage mich schon, ob die Jugend hinterfragt, was sie da so hört“, sagt er über die teils sexistischen oder gar antisemitischen Texte, wie sie etwa von Rappern wie Kollegah kommen, den Büffel selbst nennt.

Die Temperatur in der Kelter steigt schnell.

Kritische Töne gibt es an diesem Abend von ihm nur hinter den Kulissen zu hören. Auf der Bühne heißt es kurze Zeit später nur noch eines: Party machen. Der Ballermann-Sänger startet mit seinem bekanntesten Song „Jonny Däpp“. Die rund 1600 Gäste in der Kelter grölen laut mit, tanzen und feiern. Der Andrang an diesem Abend ist so groß, dass der Verein irgendwann keine neuen Gäste mehr hereinlassen kann. Die Sicherheit geht vor.

Büffel springt auf der kleinen Bühne herum und singt:„Scheiß auf den Job, scheiß auf mein Geld. Egal, was ihr sagt, egal was ihr denk. Ich möcht nur eins, ich möcht mein Glück. Alles egal, ich will Malle zurück.“ Der Büffel zeigt, was eine Rampensau wirklich ist und verteilt Freibier. Die Menge tobt, doch nur wenige in den ersten Reihen haben das Glück, eine Flasche zu ergattern. Neben seinen eigenen Songs covert der 40-Jährige auch so manchen Hit.

Für sein Lied „Beate, die Harte“ macht sich der Sänger im Publikum auf die Suche nach einer Frau, die mit ihm auf der Bühne tanzt. Nachdem er mehrere Körbe kassiert, findet sich schließlich eine junge Frau, die auf der Bühne erstmal ein schnelles Bier mit ihm trinkt. Die Temperatur in der Kelter steigt schnell. Der Berg brennt.

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