Schorndorf Das beste Kombibad Deutschlands

Schorndorf. „Mehr als ein Bad“. Mit diesem Spruch wirbt das Oskar-Frech-Seebad und eine nationale Jury gab den Verantwortlichen Recht: Beim „Public Value Award“ belegte das Seeband in der Kategorie „Hallen-, Kombi- und Freizeitbäder“ deutschlandweit den ersten Platz. Belohnt wurde es für seinen Beitrag zum öffentlichen Gemeinwohl.

Fördert ein Schwimmbad die Gesundheit? Fördert es Genuss und Wohlbefinden? Dient es der Gemeinschaft? Ist es umweltfreundlich? Ist es wirtschaftlich sinnvoll? Bei all diesen Fragen konnte das Oskar-Frech-Seebad punkten und hängte die Konkurrenz aus Deutschland ab. Eine Jury, zusammengesetzt, aus Sportwissenschaftlern, Architekten und Personen aus Politik und Wirtschaft, würdigte die „hohe gesellschaftliche Wertschöpfung“ in fast allen „relevanten Bereichen“. Bäderbetriebsleiter Jörg Bay ist darüber „riesig stolz“.

„Die Jury würdigt mit dem Oskar-Frech-Seebad ein überdurchschnittlich reifes und professionelles Konzept“, heißt es in der Begründung für die Vergabe des Awards. Offenkundig sei das „Bad ein Aushängeschild der Stadt mit Ausstrahlung in die Region hinein“. Dabei hätten nicht nur die harten Fakten wie Preise, Besucherzahlen und Bäderangebot überzeugt, sagt Jörg Bay, sondern auch die weichen Fakten wie die zahlreichen Veranstaltungen. Dabei wurden vor allem die Kinderklatschnasspartys gelobt, die das Bad „auch zu einem gemeinsamen Mittelpunkt“ machten, so das Urteil der Juroren.

Auch die äußere Gestaltung wurde besonders gelobt, wie die „geschickte Einbindung eines Seebades im Außenbereich“. Dieser ästhetische Anspruch trage entscheidend zum Erhalt und der Weiterentwicklung der Bäderkultur in Deutschland bei.

„Wohl die perfekte Kombination aus Freizeit- und Seebad“

Kein Wunder, dass Bäderleiter Jörg Bay sehr zufrieden ist, gerade wenn er einen Blick auf die Konkurrenz wirft, die teilweise mit deutlich mehr Investitionen größere Bäder errichtet habe. „Da haben sich auch andere Kaliber beworben. Darum sind wir besonders stolz“, sagt Bay. Der Preis sei damit nicht nur eine tolle Sache für die Stadt Schorndorf, die nun Deutschlands bestes Freizeitbad besitze, sondern für alle Mitarbeiter. Bay betont die Leistungen des Schwimmbades, die auch fernab des gängigen Profitstrebens angeboten würden. Auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer freut sich über die Auszeichnung. Für eine kleine Stadt wie Schorndorf sei es schon etwas Besonderes, einen solchen Preis zu gewinnen. Stolz zeigte er sich ebenfalls über die ständig steigenden Besucherzahlen im Bad. „Wir haben wohl die perfekte Kombination aus Freizeit- und Seebad“, sagte er.

Der Public Value Award, zu Deutsch: Preis für das öffentliche Gemeinwohl, wird erst zum zweiten Mal nach 2010 verliehen. Er soll die Bäder honorieren, die das Gemeinwesen stärken, was Werte wie Gesundheit, Inklusion, aber auch Integration betrifft, heißt es bei den Verantwortlichen. Der Preis biete die „Chance, gegenüber der breiten Öffentlichkeit einen Leistungsnachweis umfassend zu dokumentieren und sich der gesellschaftlichen Rolle zu versichern“. Mit dem Preis sollten jene belohnt werden, die innovative Lösungen entwickeln und damit die Qualität des öffentlichen Raumes steigern. „Es gilt, den gesellschaftlichen Wert des öffentlichen Bades wieder und vielleicht auch neu zu sehen“, sagen die Initiatoren des Preises.

Gemeinwohl-Preis

Der „Public Value Award“ wurde 2010 ins Leben gerufen und dieses Jahr zum zweiten Mal verliehen.

Er wurde von der Deutschen Gesellschaft für Badewesen initiiert.

Er würdigt eine möglichst breite gesellschaftliche Wertschöpfung eines öffentlichen Bades für das Gemeinwohl, auch weil die Bäder in ihrer Wertschöpfung unterbewertet seien.

Jury-Vorsitzender war Prof. Dr. Timo Meynhardt vom an der Universität St. Gallen angesiedelten „Zentrum für Führung und Werte in der Gesellschaft“.

Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Eröffnung der 23. Internationalen Fachmesse „Interbad“.

Das Cabrio in Senden (bei Ulm) und das Freizeitbad in Landau in der Pfalz belegten die Plätze 2 und 3 hinter dem Schorndorfer Bad. Einen Anerkennungspreis gab’s für das Merkel’sche Bad in Esslingen.

In der Kategorie „Freizeitbäder“ gingen drei gleichwertige 1. Preise an das Nordbad in Erfurt, das Freibad in Hof und an das Freibad Nassau.

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