Schorndorf Der erste Falschfahrer auf der B 29

Hier irgendwo muss es passiert sein: Am Montagabend bog auf Höhe Schorndorf ein Autofahrer falsch auf die total verengte B 29 ein. Zum Glück ist nichts passiert. Foto: Büttner / ZVW

Schorndorf. „Auf der B 29 auf Höhe Schorndorf kommt Ihnen ein Falschfahrer entgegen. Fahren Sie äußerst rechts, überholen Sie nicht“. Zu dieser Warnung kam es am Montagabend im Autoradio. Sehr wahrscheinlich verwirrte den Fehlgeleiteten die Teilsperrung. Ein neues Kapitel im Verkehrschaos zum Ferienstart.

Die Meldung ging laut Protokoll der Polizeidirektion am Montagabend um 21.02 Uhr ein. Zwei Streifenwagen machten sich sofort auf den Weg, um den Falschfahrer zu stoppen. Der Meldung ging an die Sender weiter. Doch die Polizisten konnten den Irrgeleiteten nicht finden. Aufatmen, nochmals gutgegangen, wahrscheinlich hat er gleich die nächste Ausfahrt zur Flucht aus dem Irrgarten genommen.

Ein Geisterfahrer, wie es früher hieß. Fünf bis zehn Mal im Jahr geschieht es hier im Kreis auf der B 14 oder B 29, dass Autofahrer die falsche Auffahrt nehmen. Das Risiko wächst, jetzt während der Sanierungsmaßnahmen falsch einzufädeln oder die falsche Auffahrt zu nehmen. Auch wenn die Straßenbauer beim Hütchensetzen formal wieder alles richtig gemacht haben. Aber allein das Fehlen der Einfädelspuren verwirrt. Zumal es zur fraglichen Zeit stark regnete, der Fahrer dann eh mit einem Tunnelblick im Auto sitzt.

Es mag unvermeidlich sein, das Risiko, auch in diesem Fall. Wir wollen alle, dass die strapazierte Infrastruktur so instand- gehalten wird, dass es morgen nicht zu einer Vollsperrung kommen muss. Die Orte entlang der Schnellstraße würden ersticken. Unlängst musste die zentrale Ruhrgebietsautobahn wegen Generalsanierung voll gesperrt werden. Ein Horror.

Freilich, auch jetzt kommt viel zusammen. „Man hätte sich da abstimmen können“, sagt der Polizei-Pressesprecher und FW-Kreisrat Klaus Hinderer. Schließlich dünnt die Bahn ab dem 12. August ihren Takt auf der Remsstrecke aus. Sie zwingt die Menschen auf die dann halbierte B 29. Der Sprecher der DB AG sagt, die Bahn könne schon deshalb keine Rücksicht nehmen, weil sie solche Maßnahmen wie Schienen- und Weichenerneuerung drei Jahre im Voraus plane. Herbert Schuck, der Tiefbauamtsleiter der Stadt Schorndorf, sagt, man habe ja schon versucht, zu reagieren. Die eine oder andere Maßnahme in der Stadt sei so geschoben worden, dass der Schleichverkehr durch die B-29-Teilsperrung halbwegs freie Bahn hat – in der Stadt. Das gilt freilich nicht für den Umbau des Schillerplatzes beim Feuersee zum Kreisverkehr. Der bremst jetzt jene, die ihr Heil von Gmünd kommend mit der Ausfahrt in Urbach suchen und dann in Schorndorf stehen. Dieser Kreiselbau ist Teil einer Generalsanierung im Südosten der Stadt, damit auch lange schon geplant. Und dann, beobachtet Schuck, hat eine neue Verkehrsführung immer ihre „Katastrophentage“. Nämlich zu Beginn.

Nun freilich kommt noch die Bahn, die sich wiederum sagt, was schert mich die Stadt Schorndorf, und dünnt ihren Fahrplan aus. Kritisch wäre es vollends geworden, wenn die Gmünder Straße raus nach Urbach für Tage gesperrt werden muss just zur Zeit der B 29 Sanierung. Es geht um die Anbindung der Kreisstraße raus nach Urbach an die neue Bahnüberführung. Diese Maßnahme, aufatmen fürs Erste, kommt im September. Dann, wenn die Asphaltwegfräser ihren Tatort Remstal-Highway wieder verlassen haben.

Straße und Bahn

Zu rund zehn Tagen Überschneidung Bahnarbeiten mit Straßenarbeiten kommt es ab dem 12. August. Die Bahn dünnt ihren S-Bahn-Takt aus, fährt nur noch halbstündlich auf der Remsstrecke. Auch der Regionalzug fährt zwischen Stuttgart und Schorndorf in der Hauptverkehrszeit alle Stunde und nicht halbstündlich.

Zu einer Überschneidung Straßenarbeiten und Bahnsanierung kann es auch in den beiden letzten August-Wochen kommen. Und zwar wenn die Bahn zwischen Waldhausen und Lorch Busse einsetzt. Und gleichzeitig die Auf- und Abfahren Lorch und Schwäbisch Gmünd der B 29 saniert werden. Der Zug hält nicht in Waldhausen, um die Anschlüsse in Aalen weiter zu erreichen.

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