Schorndorf Die SchoWo-Spannung steigt

Bis es losgeht, wird jeder Verein seinen Strom- und Wasseranschluss haben. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Schorndorf. Es rumpelt und rappelt im Schorndorfer Wohnzimmer. Mehr und mehr SchoWo zieht auf dem Marktplatz ein. Die Stände stehen, die Kühlschränke werden gefüllt. So langsam wird’s gemütlich. Und es lässt sich nicht verleugnen – sie ist wieder da, die SchoWo-Spannung, die die Daimlerstadt in den kommenden Tagen unter Strom setzt.

Die Stimmung ist bestens, findet Heinz Olschewski von der VG Vereine. Um ihn herum auf dem Marktplatz klappert und lärmt es, ruft und lacht man. Mit Klemmbrett, Listen und Kuli bewaffnet strahlt er pure Kompetenz aus. Und er ist sich sicher: Wenn beim Aufbau alle gut drauf sind, dann wird’s eine gute SchoWo. Schließlich gab es auch Stadtfeste, bei denen die Mitarbeiter von Beginn an gestresst waren. Die liefen dann oft insgesamt schleppend. An diesem Donnerstagvormittag kann aber selbst der Nieselregen den SchoWo-Machern nicht die Stimmung verderben. Jubiläumsstimmung macht sich bereit, fröhlich geht’s zu. Wer was wissen will, fragt Olschewski mit dem Klemmbrett. Wo die Kühlschränke platziert werden sollen, wo die Wasseranschlüsse gebraucht werden. Und wo sollen noch mal die Stromkästen hin? Meist reicht ein „Wie sonst auch.“ Immerhin, die SchoWo wird von vielen Altgedienten gestemmt, da braucht das Rad nicht mehr neu erfunden zu werden.

Bierbänke hängen im Stau fest, Aufbaukommando macht Pause

Und was ist eigentlich beim Verein Radfahrer/Wanderer los? Gemütlich stehen die Damen und Herren an einer kleinen Theke zusammen. Ob sie schon fertig sind und Zeit zum Plaudern haben? Schallendes Gelächter ist die Antwort. Keineswegs. Erschöpft ist man. Schließlich musste das tonnenschwere Verkaufshäuschen einmal mehr zusammengezimmert werden. Und jetzt hängt der Lastwagen, der die Biergarnituren liefern soll, im Stau fest. Zwangspause also. Zehn bis 15 Leute helfen beim Aufbau. Gestern hat die Mannschaft schon gute neun Stunden gerissen, heute geht’s weiter. Aber dann fängt die eigentliche SchoWo überhaupt erst an. Das Personal für die Schichten zusammenzubekommen, sei noch schwieriger. Vor allem tagsüber. Die abendlichen Arbeitszeiten sind beliebter. Ist ja quasi wie eine große Party. Trotzdem. Womöglich ist’s ein letztes Aufbäumen der Radfahrer/Wanderer. Munkelt man. Ob der Verein bei der nächsten SchoWo noch am Start ist, sei ungewiss, berichtet Sonja Wurst. „Ach was!“, ruft’s gleich von der Seite. „Das ist noch nicht geschwätzt.“ Aber die Tage des monströsen Holzstandes, die sind in jedem Fall gezählt.

Der SchoWo-Mannschaft der ASGI war die Aufbauerei über die Jahre auch zu anstrengend geworden. Und weil einer einen kennt, der einen kennt, hat man tatsächlich einen Transporter mit Kran zur Verfügung. Welch ein Glück. Der hat am Mittwochabend die zusammengebaute Hütte in nur zwei Teilen vom Trainingsplatz auf der Au zum Spitalhof transportiert. Stand steht. Thema erledigt. Füße hoch. Erst am Donnerstagmorgen ging es weiter. Die kleinen Regale werden jetzt mit Folie ausgekleidet, die Lebensmittel müssen eingeräumt, die Getränke in Startposition gebracht werden. Mehr als 100 Kilo Pommes, 500 Rote Würste, 300 Steaks und etwa ebenso viele Thüringer Rostbratwürste wollen eingelagert werden. „Das ist mal für den Anfang“, erklärt Sabine Kraft und grinst. Erfahrungsgemäß gehen am Ende nämlich erheblich größere Mengen über die Theke.

Voller Einsatz endet mit verbundenem Arm

Bei der Kolpingfamilie kommt Sabine Häfele ums Eck – mit einem dicken Verband um den Ellbogen. Gestern Abend beim Aufbau nahm das Unheil seinen Lauf. Sie half beim Planenspannen in der luftigen Höhe, stieg recht wagemutig ab, stolperte, rutschte dann noch aus und blieb am Spülbecken hängen. Beim anschließenden Abend in der Notaufnahme des Krankenhauses war sie durchaus beeindruckt von Freundlichkeit und Arbeitsmoral der Diensthabenden. In jedem Fall ist Sabine Häfele nun vom Küchendienst zur Standverantwortlichen befördert worden, schließlich schränkt der lädierte Arm sie jetzt doch sehr sein. Aber ein großer Teil der Küchenarbeit ist ja schon erledigt. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen hat sie genau 1700 Wurstknöpfle hergestellt. Pro Portion gibt’s drei Stück. Das Rezept wird seit Jahrzehnten verwendet und ist noch von der Großmutter einer Seniorin der Frauengruppe. So richtig traditionell eben. Unterstützt wird die Kolpingfamilie auch in diesem Jahr wieder von den Ministranten der katholischen Kirche sowie der Kolpingfamilie Ottenbach, mit der man ohnehin jedes Jahr zusammen das Jugendzeltlager stattfinden lässt.


Am Freitagabend geht's los

Eröffnet wird die SchoWo am heutigen Freitagabend um 18 Uhr auf dem Schorndorfer Marktplatz, der Festzug startet kurz vorher an der Schlosswallschule und führt zum Marktplatz.

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