Schorndorf Die Weintage sind eröffnet

Remsi, das Maskottchen der Remstal-Gartenschau, durfte nicht fehlen, als Weinkönigin Julia Böcklen und der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer unter der Regie von Hans-Joachim Stilz (rechts) Trauben pressten und den Saft dann verkosteten. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Schorndorf. Der bange Blick zum Himmel und auf die Wetter-App des Handys erwies sich als unbegründet. Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Weinkönigin Julia Böcklen haben zwar nicht bei strahlendem Sonnenschein, aber doch sehr passablen Wetterbedingungen am Donnerstagabend auf dem Schorndorfer Marktplatz die 24. Weintage eröffnet.

Bis einschließlich Sonntag um 21 Uhr haben nun vor allem Weinzähne die beste Gelegenheit, sich die guten Tropfen von fünf Wengertern schmecken zu lassen. Um für die notwendige Grundlage sorgen zu können, haben drei Wirte Stände auf dem daimlerstädtischen Marktplatz aufgebaut – auf dass der Rebensaft nicht allzu schnell in den Kopf steige. 

Das war in all den 23 Jahren vorher so, und das wird auch dieses Mal so gehandhabt. Eine Neuerung gibt es bei den Weintagen 2019 aber schon: Sie haben bereits am Donnerstag begonnen, dauern also einen Tag länger als früher. Man fühlt sich an die SchoWo erinnert, die in diesem Jahr auch einen Zusatztag hatte. Allerdings deshalb, weil sie Jubiläum feierte – wenn auch zwölf Monate nach dem eigentlichen Termin. Man darf heute schon auf den Verlauf der Weintage im kommenden Jahr gespannt sein. Das sind dann die Fünfundzwanzigsten. Und das ist ja auch ein Jubiläum. Wenn auch ein kleines.

Erstmals in Klopfers Amtszeit war eine Weinkönigin bei der Eröffnung

Zwei Premieren gilt’s ebenfalls zu vermelden: Zum ersten Mal – zumindest in der Amtszeit von Matthias Klopfer, der seit 13 Jahren Schorndorfer Oberbürgermeister ist – nahm nicht „nur“ eine Weinprinzessin an der Eröffnung teil, sondern mit Julia Böcklen eine württembergische Weinkönigin. Und erstmals wurden vor der Bühne Trauben gepresst. Eigentlich sollte es hier einen Wettbewerb zwischen der Weinkönigin und Klopfer („den hätte ich verloren“) geben, aber schließlich legten dann beide unter der Regie von Hans-Joachim Stilz, dem Ehrenvorsitzenden des Schorndorfer Weingärtnervereins, Hand an.

Sehr zur Freude der doch schon recht vielen Weinzähne, die sich auf dem Marktplatz eingefunden hatten. Darunter auch Gäste aus Tuscaloosa, der amerikanischen Partnerstadt Schorndorfs, und aus der Stadt Kahla, mit der auch seit Jahren partnerschaftliche Verbindungen gepflegt werden. Klopfer machte in seiner kurzen Begrüßung deutlich, warum die Weintage in diesem Jahr einen Tag früher beginnen: wegen der Remstal-Gartenschau. Für das Schorndorfer Stadtoberhaupt sind die Weintage in der Daimlerstadt „eines der schönsten Weinfeste in der Region“. Dafür gab’s zustimmenden Beifall von den Besuchern.

Weinkönigin hat in ihrem „sehr intensiven Ehrenamt“ rund 90 Termine wahrgenommen

Zwischen dem OB und der Weinkönigin, die seit dem 6. Dezember in Amt und Würden ist und deren Amtszeit traditionell ein Jahr dauert, entspann sich auf der Bühne ein Gespräch. Zu erfahren war unter anderem, dass Julia Böcklen in Kleingartach bei Heilbronn geboren wurde und aus einer Weinbaufamilie stammt. Die 25-Jährige hat im April dieses Jahres in Hohenheim das Studium der Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und während dieser Zeit gemerkt, „dass der Wein aus meinem Fokus geriet“. Das war vor allem der Grund, dass sie an besagtem 6. Dezember 2018 in Neckarwestheim bei der Wahl der Weinkönigin antrat. Seither hat sie in diesem „sehr intensiven Ehrenamt“ rund 90 Termine hinter sich gebracht und im Remstal bisher die Weingüter Idler, Haidle und Kern besucht.

Klopfer und Böcklen entdeckten während ihres Plauschs eine Gemeinsamkeit: Beide haben zumindest im Sommer den gleichen Lieblingswein. Sauvignon blanc. Für die Weinkönigin ist dieser Rebensaft der Gradmesser, an dem „man die Qualität eines Weinguts erkennen kann“. In der kälteren Jahreszeit lässt sich Julia Böcklen am liebsten einen Lemberger schmecken. Sie glaubt im Übrigen, dass der Jahrgang 2019 ein „großartiger“ wird, wenn das Wetter bis zur Lese (sie beginnt zumindest in der Heilbronner Gegend übrigens in zwei bis drei Wochen) nicht noch extreme Kapriolen schlägt. Auf jeden Fall sei das Jahr 2019 in Sachen Wein „einfacher als 2018“. Mit Blick auf das Remstal fügte Matthias Klopfer an, diese Gegend habe in den letzten Jahren „eine sensationelle Entwicklung gemacht“, was den Wein betreffe.

Die Weintage gehen am Freitag und Samstag jeweils von 16 bis 22 Uhr weiter. Am Sonntag laden die Gastronomen und Wengerter bereits im 11.30 Uhr zum Frühschoppen und/oder Mittagessen ein. Schluss ist an diesem Tag um 21 Uhr.



Viele kostenfreie Führungen werden angeboten

  • Es gibt während der Weintage kostenfreie Stadtführungen – am Freitag, 30. August, 16 Uhr: „Schorndorfer Weingeschichte(n)“, Treffpunkt Eingang Stadtmuseum. Um 17.30 Uhr: „Schorndorfs Gassen“, Treffpunkt Daimler-Denkmal.
  • Am Samstag. 31. August, 16 Uhr: „Schorndorfer Weingeschichte(n)“, Treffpunkt Eingang Stadtmuseum. Um 18 Uhr: „Die Daimlerstadt aus der Vogelperspektive“, Treffpunkt Stadtkirche.
  • Am Sonntag, 1. September, 15 Uhr: „Schorndorfer Weingeschichte(n)“, Treffpunkt Eingang Stadtmuseum. Und um 16.30 Uhr: „Gottlieb Daimler und seine Heimatstadt“, Treffpunkt Daimler-Denkmal.
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