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Schorndorf Drei neue Parkzonen für Schorndorf

Das Parkraumkonzept wirft die Frage auf, ob sich Anwohner und Kurzparker künftig die Parkplätze in der Palm-Straße teilen sollen. Foto: Gaby Schneider

Schorndorf. Was das Parkraumkonzept für die beiden Problembereiche Innenstadt und Klinikumfeld angeht, so stehen nach der ersten Beratung nur zwei Sachverhalte fest: Zum einen muss das Stellplatzangebot in beiden Bereichen nicht erhöht werden, sondern nur neu geordnet werden. Zum anderen wird es mindestens bis zur Oktober-Runde dauern, bis ein neues Parkraumkonzept vom Gemeinderat beschlossen werden kann.

Ein abgestuftes Zonierungskonzept mit drei unterschiedlichen Parkzonen soll es für Schorndorf geben: Bewohnerparken, Kurzzeitparken und eine Mischzone, in der beides möglich ist. Das stellten die Fachingenieure Volker Mörgenthaler und Werner Frey sowie die zuständige Fachbereichsleiterin Karin Gries vor. Zuvor legte Oberbürgermeister Matthias Klopfer seine Sicht der Dinge dar.

Klopfer: Wahrnehmung ist falsch, dass es in der Stadt keine Parkplätze gibt

Der Parkdruck in einer wachsenden Stadt mit einer wachsenden Klinik steige. Naturgemäß gebe es auch rund um ein Berufsschulzentrum mit rund 4000 größtenteils über 18-jährigen Schülern Probleme. Dennoch könne von einem Parkchaos aber allenfalls bei zwei, drei Großveranstaltungen im Jahr gesprochen werden. „Wir haben ein Organisationsproblem“, sagte Klopfer und appellierte mit Blick auf die Emotionen, die schon im Vorfeld bei ihm aufgeschlagen sind, an den Gemeinderat: „Denken Sie daran: Es geht nicht um Krieg oder Frieden, sondern nur darum, wie wir unseren Parkraum organisieren und den Parksuchverkehr eindämmen.“ Dazu brauche es auch ein vernünftiges Parkleitsystem, sagte Klopfer. Er habe die vor allem von den Innenstadt-Händlern geführte Diskussion „satt, dass es in der Stadt keine Parkplätze gibt“ – was einfach eine falsche Wahrnehmung sei. (Was Schorndorf Centro zum neuen Parkraumkonzept sagt, lesen Sie hier)

Eine spannende Diskussion steht bevor

Von vornherein einig waren sich der Oberbürgermeister und die Sprecher der Fraktionen, dass eine gute Lösung Zeit braucht. Das neue Parkraumkonzept kann nicht nach nur einer Vorberatung und auch noch nicht in der Septemberrunde entscheidungsreif sein. „Die Diskussion wird noch recht spannend“, prophezeite CDU-Stadtrat, dessen eigene Fraktion auch noch mitten drin ist im Meinungsbildungsprozess. Uneins ist man über neue Regelungen für Höchstparkdauer und die Gebühren für Kurzparker. In den Kurzparkzonen sollen nämlich nach Meinung der Verwaltung die Gebühren deutliche angehoben werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Parkhäuser stärker frequentiert werden.

Dobler ist gegen die Brötchentaste

Noch aber sei nichts von dem, was in dem Vorschlag stehe, in Stein gemeißelt, versicherte die Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung, Karin Gries. Zur Brötchentaste gibt es innerhalb der CDU-Fraktion immerhin schon eine klare Meinung. Die von Klaus Dobler nämlich, der im Angebot, in der Innenstadt 15 (oder 30) Minuten kostenfrei parken zu können, einen reinen Mitnahmeeffekt sieht. Dem innerstädtischen Handel werde dies keine Einnahmeeffekte bringen.

Alle Parkplätze müssen bewirtschaftet werden

Im Übrigen gebe es in der Innenstadt viel zu wenig Bewohnerparkplätze, monierte Dobler. Wobei sich das nur dann grundlegend ändern würde, wenn die im Konzept vorgeschlagenen Mischzonen kämen. Auf Nachfrage von Grünen-Stadtrat Wilhelm Pesch, welche Erfahrungen es mit solchen Zonierungslösungen gebe, meinte Verkehrsplaner Werner Frey, sie seien durchaus ein praktikables System. Die entscheidende Frage bei solchen Mischsystemen sei immer, wie die jeweiligen Anteile seien. Derzeit stehen im Bereich der Innenstadt insgesamt 950 Parkplätze zur Verfügung. 65 davon sind ausschließlich für Bewohner reserviert. Für 415 braucht man einen Parkschein oder eine Parkscheibe. 85 Parkplätze sind privat (Bahn und P+R), 190 sind öffentliche Parkplätze und 195 unterliegen gar keiner Bewirtschaftung. Ziel des neuen Parkraumkonzepts müsse es, so Karin Gries, sein, dass künftig jeder Parkplatz bewirtschaftet werde, es also überall eine klare Parkregelung gebe.

Regelungen müssen überwacht werden

Alle Regelungen, die für die Zukunft getroffen würden, seien nur so gut, wie sie nachher durchgesetzt und überwacht würden, war sich CDU-Fraktionschef Hermann Beutel mit FDP/FW-Stadtrat Konrad Hofer einig. Er wundert sich zum Beispiel, warum nichts gegen das wilde Parken in Silcherstraße und speziell vor dem dortigen Dialysezentrum unternommen wird (siehe hierzu auch Seite 2: Kein wildes Parken mehr im Umfeld der Klinik). Aber diese Frage, so Hofer stelle sich auch grundsätzlich.

Geringe Resonanz auf Haushalts- und Betriebsbefragungen

„Erschreckt“ zeigte sich SPD-Stadtrat Klaus Reuster angesichts der bescheidenen Resonanz auf die Haushalts- und Betriebsbefragung zum eigenen Parkverhalten. Ob bei einer Beteiligung zwischen zehn und 30 Prozent die daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen überhaupt wissenschaftlich fundiert genug seien, um auf der richtigen Spur zu sein, wollte Reuster wissen. Verkehrsplaner Werner Frey bestätigte zwar, dass die Resonanz auf solche Befragungen generell erschreckend nachlasse und dass eine Beteiligung zwischen fünf und 20 Prozent die Regel sei, er machte aber gleichzeitig deutlich, dass das gewonnene Datenmaterial durchaus zu gebrauchen sei. Zumal dann, wenn die Zahlen nicht einfach hochgerechnet würden, sondern wenn sie abschnittsweise betrachtet und ausgewertet würden.

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