Schorndorf Endlich ein Standort fürs Feuerwehr-Gerätehaus

Drangvolle Enge herrscht im Gerätehaus in Oberberken, wenn sich die Feuerwehrleute auf einen Einsatz oder eine Übung vorbereiten. Foto: ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Schorndorf.
Die Ober- und Unterberkener dürfen sich freuen – darauf, dass die örtliche Feuerwehr voraussichtlich 2022 in ein neues Gerätehaus im Asperfeld umziehen kann, und darauf, dass der Oberberkener CDU-Stadtrat Thomas Schaal dann allen, die zur Einweihung kommen, ein Würstle spendiert. So jedenfalls hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer Schaals eigentlich nur auf die Feuerwehr und/oder auf den Gemeinderat gemünzte Aussage interpretiert, er, Schaal, lade alle auf ein Würstle ein, „wenn das Gebäude mal steht“. Denn eigentlich sei’s „beschämend, wie lange es gedauert hat und was der Feuerwehr zugemutet wurde“, sagte Schaal und bedankte sich wie zuvor schon der Oberbürgermeister ausdrücklich bei Ortsvorsteher Siegbert Doring dafür, dass es ihm gelungen ist, bei der langwierigen Standortsuche den gordischen Knoten zu durchschlagen.

Fündig geworden ist der Ortsvorsteher im Asperfeld, wo ein von allen bisher untersuchten Standortalternativen am günstigsten erscheinendes städtisches Grundstück zur Verfügung steht, auf dem sich nicht nur der Bedarf für die Feuerwehr mit einer Nettogeschossfläche von 480 Quadratmetern abbilden lässt, sondern auch noch eine kleine Verwaltungsstelle mit rund 120 Quadratmetern Nutzfläche. Die Ortsteilverwaltung hat Bedarf an einer Luftveränderung, weil die derzeitige Verwaltungsstelle nicht barrierefrei – oder nur über 30 Stufen, wie der Ortsvorsteher präzisierte - erreichbar ist, die Feuerwehr drängt schon lange auf eine neue Unterbringung, weil das Bestandsgebäude in Oberberken einigermaßen zeitgemäßen Ansprüchen schon lange nicht mehr genügt und weil die zusätzlich genutzte Garage in Unterberken mittelfristig ohnehin nicht mehr zur Verfügung steht. Theoretisch könnte die Garage noch bis 2026 genutzt werden, die Nutzung durch die Feuerwehr kann aber laut Finanzbürgermeister Thorsten Englert auch vorzeitig aufgegeben werden.

Standort für die Wehr nicht schlecht, für die Verwaltung nicht ganz ideal

„Wir sind dann künftig tatsächlich eine Abteilung“, freute sich im Gemeinderat Siegbert Doring, der auch mit der Verlegung der Verwaltungsstelle und den damit verbundenen Synergien (gemeinsamer Schulungs- und Sitzungsraum, Technik- und Sanitäranlagen) gut leben kann, auch wenn der nicht gerade zentral liegende Standort für eine Verwaltungsstelle nicht ganz ideal sei. Für die Feuerwehr freilich, so der scheidende Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, Steffen Schultheiß, sei der Standort im Asperfeld, der durch den Ausbau des bestehenden Feldwegs direkt an die Wangener Straße angeschlossen werden soll, „taktisch gar nicht so schlecht“: weil er zwar einerseits am Ortsrand von Oberberken, andererseits aber mittig zwischen Ober- und Unterberken liege. Derzeit befindet sich auf dem fraglichen Grundstück im Asperfeld noch eine BMX-Strecke, weswegen die Ortschaftsverwaltung darum gebeten hat, dass die Stadt die Möglichkeit einer Verlegung der BMX-Strecke prüft. Außerdem soll im weiteren Planungsprozess ein Verwertungskonzept für die künftig nicht mehr benötigten Gebäude Adelberger Straße 7 (Feuerwehr) und Adelberger Straße 33 (Rathaus) entwickelt und dem Gemeinderat zusammen mit der Baubeschluss-Empfehlung zur Entscheidung vorgelegt werden.

Wenn’s nach der Verwaltung geht, die auch in diesem Fall ein Generalübernehmer-Verfahren wie bei den Kindergärten Haldenstraße und Stöhrerweg und wie bei der Stadtbücherei favorisiert, soll der Baubeschluss noch im Jahr 2020 gefällt werden. Weshalb auch schon 300 000 Euro an Planungsmitteln im Haushalt bereitgestellt werden sollen. Was die Kosten angeht, so rechnet die Verwaltung aktuell mit einem Investitionsvolumen in Höhe von drei Millionen Euro. Dazu kommen noch Erschließungsmaßnahmen für rund 300 000 Euro. Demgegenüber steht auf der Einnahmenseite eine zu erwartende Fördersumme von 120 000 Euro. „Ich glaube, wir haben Wort gehalten, das Feuerwehrgerätehaus in Oberberken hatte für uns absolute Priorität“, sagte Thorsten Englert im Gemeinderat. Ziel sei es, dass das neue, aus wirtschaftlichen Gründen möglichst eingeschossige Gebäude, das mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden soll und für das eine Fotovoltaikanlage und eine Dachbegrünung vorgesehen sind, im Sommer 2022 an die Feuerwehr und die Ortschaftsverwaltung übergeben werden können.

„Es ist nicht so, dass über die ganzen Jahre hinweg nichts getan worden wäre. Wir schauen uns alle Feuerwehren an“, reagierte SPD-Stadträtin Heidi Rapp auf den Vorwurf von Thomas Schaal, dass für die Oberberkener Feuerwehr schon viel früher etwas getan hätte werden müssen. Verschiedentlich mit einem Schmunzeln aufgenommen wurde Heidi Rapps Vorschlag, für das neue Gerätehaus eine Modulbauweise in Holz zu wählen. „Die Feuerwehr muss erst mal das Blaulicht abschrauben, damit sie aus ihrer Garage herauskommt“, beschrieb Grünen-Fraktionschef Ulrich Kost bewusst drastisch die derzeitige Unterbringungssituation der Oberberkener Wehr, die im Übrigen „eine sehr vitale“ sei. Er hoffe nun, so Kost, „dass die derzeitigen Aktiven die Einweihung ihres neuen Domizils noch erleben“. Allein schon wegen des Würstles.

  • Bewertung
    6
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!