Schorndorf Formulare einfacher ausfüllen

Symbolbild. Foto: Pixabay/CC0 Public Domain

Schorndorf. Das Familienzentrum und die Stadt Schorndorf haben zusammen ein neues Projekt ins Leben gerufen: Die ehrenamtliche Ausfüllhilfe im Familienzentrum soll Menschen mit fehlenden Kompetenzen im Bereich Lesen, Schreiben und Rechnen dabei helfen, wichtige Formulare richtig auszufüllen.

Mit zwei Terminen in der Woche ist die ehrenamtliche Ausfüllhilfe im Familienzentrum gestartet. Die Stadt Schorndorf und das Mehrgenerationenhaus haben beide fast zeitgleich den Bedarf für die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen erkannt und sich deshalb zusammengetan. Im Familienzentrum standen immer wieder Menschen auf einmal mit einem Stapel Formulare im öffentlichen Cafébetrieb und haben gefragt, ob ihnen „mal kurz“ jemand beim Ausfüllen helfen könne. „Mal kurz ist immer schwierig“, meint Simone Halle-Bosch, Geschäftsleiterin des Familienzentrums. „Das Ausfüllen von Formularen nimmt oft einige Zeit in Anspruch. Manchmal konnten wir dann helfen, manchmal aber auch nicht.“

Der Bedarf für die Ausfüllhilfe war schon seit längerem gegeben

Bei der Stadt sah die Situation ähnlich aus. Immer wieder kamen Menschen vorbei, um sich beim Ausfüllen von Formularen helfen zu lassen. „Irgendwann war unsere Kollegin nur noch damit beschäftigt, Formulare auszufüllen, und konnte ihre eigentliche Aufgabe – die Beratung – nicht mehr erfüllen. Da mussten wir die Notbremse ziehen“, erzählt Beate Härer vom Fachbereich Familie und Soziales. Der plötzliche Stopp habe dann aber für Überraschung gesorgt. Es war klar, dass ein neues Angebot geschaffen werden musste.

Da kam die neu geschaffene Möglichkeit zur Förderung von Kernkompetenzen im Bundesprogramm für Mehrgenerationenhäuser gerade recht. „Wir konnten einfach bei unserem jährlichen Antrag ein Zusatzkreuzchen machen“, so Halle-Bosch. Jetzt bekommt das Mehrgenerationenhaus für das neue Angebot 5000 Euro für den Zeitraum von zwei Jahren. Damit sollen anfallende Kosten wie Ausdrucke, Porto und Übersetzungsarbeiten gedeckt werden. Eigentlich geringe Ausgaben, die sich über die Zeit aber schnell addieren können, meint Halle-Bosch.

Wer die Hilfe in Anspruch nimmt

Beate Härer weiß, welche Bevölkerungsgruppen in der Vergangenheit häufig Hilfe beim Ausfüllen der Formulare in Anspruch genommen haben: Menschen aus Osteuropa, die zwar deutsch sprechen, aber hauptsächlich das kyrillische Alphabet beherrschen. Ältere Menschen, die nicht mehr gut genug sehen, um die Formulare selbst auszufüllen, aber auch keine sozialen Kontakte haben, die ihnen beim Ausfüllen helfen könnten. Auch frischgebackene Eltern, die Elterngeld beantragen müssen, haben die Hilfe schon in Anspruch genommen. Um Flüchtlinge geht es weniger, da hier durch Integrationsmanager und Ehrenamtliche schon ein Angebot vorhanden ist.

Als Freiwillige konnten die Organisatoren die ideale Besetzung gewinnen: Mit drei ehemaligen Mitarbeiterinnen der Stadt und einer Rechtsanwältin ist das vierköpfige Team der Ausfüllhilfe gut aufgestellt. „Ein Glücksgriff“, so Halle-Bosch. „Sie kennen die Stadt, die Formulare und teilweise sogar noch die Menschen“, so Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich. Für Brigitte Berner, Anne Brauchler, Barbara Lischik-Nickel und Constanze Haug sollten die Formulare also kein Problem darstellen. Im Vorfeld haben sie aber trotzdem noch eine Schulung bekommen und werden auch in Zukunft eine Ansprechpartnerin bei der Stadt haben, die ihnen bei Fragen zur Seite stehen kann.

Grenzen der Beratung

Die Beratung hat aber auch ihre Grenzen: „Wir haben uns geeinigt, die Finger von Steuergeschichten zu lassen“, so Halle-Bosch. Für Mietangelegenheiten gebe es den Mieterschutzbund, für Rentenanträge eine bestehende Beratung der Stadt. Die Beteiligten haben sich bemüht, keine Doppelstrukturen zu schaffen. Stattdessen gehe es um das Soziale, wie zum Beispiel die Grundsicherung oder Wohn- und Blindengeld.

Hilfe zur Selbsthilfe: Das ist das Ziel des neuen Angebots im Familienzentrum. Es gehe nicht darum, die Anträge für die Gäste der Sprechstunde zur Post zu bringen und ihnen alles abzunehmen, meint Halle-Bosch. Die Ausfüllhilfe startet vorerst mit insgesamt zweieinhalb Stunden in der Woche, könnte aber noch erweitert werden.

Termine

Die Ausfüllhilfe ist schon gestartet und findet immer dienstags und mittwochs statt.

Dienstags werden von 9.30 bis 11 Uhr Brigitte Berner und Anne Brauchler als Ehrenamtliche zur Verfügung stehen.

Mittwochs sind Barbara Lischik-Nickel und Constanze Haug abends von 18 bis 19 Uhr im Familienzentrum vor Ort, um beim Ausfüllen der Formulare zu helfen.

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