Schorndorf Großbrand am Schorndorfer Bahnhof

Schorndorf. Flammen schlagen aus den Fenstern. Auch Stunden danach noch schwelt ein Brand vor sich hin, die Feuerwehr muss mit der Motorsäge den Dachstuhl kappen, um die Glutnester unter Kontrolle zu bringen – gestern früh brannte es im Kneipengebäude direkt gegenüber dem Schorndorfer Bahnhof. Verletzt ist zum Glück niemand, der Schaden beträgt mehr als 250 000 Euro.

Lutz Lampert, ein Musiklehrer am Burggymnasium, gehört zu den Ersten, welche die Flammen aus den Fenstern schlagen sehen. Es ist 7.12 Uhr. Lampert wollte zum Handy greifen, da hört er die Signalhörner der Einsatzfahrzeuge. Er holt seinen Foto aus der Tasche und stellt ihn auf Dauerfunktion. Der kleine Film zum Brand ist zu sehen auf zvw.de. Und er kann auch bestätigen: Binnen drei Minuten war das erste Einsatzfahrzeug vor Ort.

Erster Blick: Das erste Geschoss im Anbau neben dem denkmalgeschützen Gebäude, der ganze Bereich oberhalb der Pilzstube, steht in Flammen. Später stellt sich heraus, dass dort, und nicht in der Kneipe im Erdgeschoss, der Brand auch ausbrach. In der Wohnung einer Frau, die dort mit drei Kindern lebt. Zwei sind zu der Zeit schon auf dem Weg in die Schule. Die Frau kann sich auf demselben Stockwerk mit dem jüngsten Kind retten Richtung Havanna-Bar. Dort öffnet sie ein Fenster, dort holt sie die Feuerwehr mit einer Drehleiter und Rettungskorb ab. In Sicherheit kann sich auch eine 22-Jährige bringen, die in der Havanna-Bar arbeitet, berichtet der Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen.

Ein schwer zu bekämpfender Brand

Die Schorndorfer Wehr ist mit Großaufgebot vor Ort, zusätzlich zur Stadtwehr helfen die Schornbacher und Weilermer. Dies wird nötig, weil, so schildert es der Kreisbrandmeister Andreas Schmidt, das Haus wirklich brandgefährlich gebaut ist. An den Innenwänden Rigipsplatten, dann in der Mitte die Holzbalken des Fachwerks, und außen drauf zur Verblendung Steinklinker. Um wirklich an letzte Glutnester zu kommen, sägen die Wehrmänner den Dachstuhl ab. Und sichern vor allem, dass das Feuer nicht übergreift zum Hauptgebäude, in dem die Havanna-Bar und das Café Chicco untergebracht sind.

Alarmiert wurde die Feuerwehr von der Bewohnerin mit den drei Kindern. Als ziemlich gesichert gilt, dass in ihrem Haushalt das Unglück auch seinen Lauf nahm. Brandsachverständige untersuchen das Gebäude. Noch können sich Polizei und Feuerwehr nicht festlegen, was den Brand auslöste. Die Ermittlungen laufen, heißt es von der Polizeidirektion Waiblingen. Brandstiftung wird so weit ausgeschlossen.

Das Gebäude gehört Herbert Krall aus Winterbach, Besitzer einiger Gaststätten in Schorndorf. Er selbst war verhindert, den ganzen Tag beobachtete sein Mitarbeiter Tobias Seyfang die Rettungsarbeiten. Neben der Tür der Pilsstube hängt ein Schild: „Raucherkneipe. Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen Zutritt“.

Wilfried Noller hat sein Schuhgeschäft auf der rückwärtigen Seite. Als er in sein Geschäft kommt, ist die Feuerwehr schon am Löschen. Er schaut in den Hof Richtung Pilsstube und sieht Gasflaschen, er benachrichtigt die Feuerwehr. Nicht dass die Flaschen auch noch in die Luft gehen.

Rechts neben der Pilzstube, im Eingang des Reisebüros, steht der Eigentümer des Nachbarhauses. Seit eine Bombe im Zweiten Weltkrieg hier eine Schneise schlug, gibt es die Lücke zwischen dem Haus von Fritz Schöbel und dem Kneipenkomplex. „Die Lücke hat mir nie gefallen, heute gefällt sie mir“, zeigt sich Schöbel erleichtert. Die Flammen können nicht übergreifen.

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