Schorndorf Jugendcafé Hotspot feierlich eröffnet

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Bürgermeister Edgar Hemmerich haben die Jugendlichen symbolisch ein rotes Band durchtrennt. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Schorndorf. „Unser Traum ist Wirklichkeit geworden“, sagen Kai Schwarz und Stefan Semjancuk von der Jugendinitiative bei der Eröffnung des Jugendcafés. Seit fünf Jahren setzen sie sich bereits für ein solches in Schorndorf ein. Viele Ehrenamtliche wollen im Hotspot helfen, doch Verstärkung für die Theke sucht das Team um Jugendreferentin Anina Pallmann auch weiterhin.

Die Anspannung ist den beiden jungen Männern anzumerken. Stefan Semjancuk und Kai Schwarz von der Jugendinitiative Schorndorf halten die Eröffnungsrede im Hotspot. Die beiden sprechen stolz von ihrem „Baby“. Seit fünf Jahren engagieren sie sich bereits für das Jugendcafé, nun steht es endlich. „Das macht mich ganz sentimental“, sagt der 19-jährige Jurastudent Kai Schwarz. Zur Eröffnung sind neben rund 40 Jugendlichen auch einige Eltern und verschiedene städtische und kirchliche Vertreter gekommen.

Oberbürgermeister Klopfer gibt den Jugendlichen ein Versprechen

In seiner Rede spricht Oberbürgermeister Matthias Klopfer über die langjährigen kommunalpolitischen Diskussionen, die es über ein mögliches Jugendcafé gab. Es seien schon Gespräche darüber geführt worden, da seien einige im Raum noch gar nicht auf der Welt gewesen, witzelt er. Feierlich verweist er auf den 2018 gefassten Gemeinderatsbeschluss. Klopfer gibt den Jugendlichen das Versprechen, auch in Zukunft „persönlich und institutionell“ ein Ansprechpartner für sie zu sein.

„Die heiße Phase hat im Februar begonnen“ sagt der 20-jährige Stefan Semjancuk. Es habe unzählige Treffen gegeben, und viele Stunden hätten sie mit diversen Vorbereitungen verbracht. „Wir wurden gerade so fertig“, gibt er zu. Noch in den letzten Stunden und Minuten vor der Eröffnung sei das eine oder andere erledigt und noch mal geputzt worden. In demokratischen Abstimmungen habe die Gruppe über alle Einzelheiten entschieden, von der Wahl der Tische bis zur Farbe des Tresens. Stolz erzählen Schwarz und Semjancuk, dass sie auch versucht hätten, einzelne Möbelstücke nicht neu zu kaufen. „Das Ganze sollte nachhaltig sein“, erklärt Semjancuk. So hat das Team etwa einen alten Holzschlitten zu einer Garderobe umfunktioniert.

Viel Zeit hätten sie aber auch in Werbung gesteckt, extra ein Logo gestaltet und Bierdeckel damit drucken lassen. Um andere Jugendliche zu erreichen, nutzen sie die sozialen Medien.


Öffnungszeiten und Social Media

Mittwochs und donnerstags hat das Hotspot von 16 bis 19 Uhr, freitags von 16 bis 21 Uhr geöffnet.

Am Freitag, 7. Juni, findet dort um 19 Uhr ein Konzert der Band Liebes Leben statt.

In den sozialen Netzwerken sind das Hotspot und die Jugendinitiative auf Instagram (hotspot_jugendcafe) und auf Facebook (JIS - Jugendinitiative Schorndorf) vertreten.

Das Hot-Spot-Team sucht noch mehr Verstärkung. Wer Fragen dazu hat, kann sich an die zuständige Jugendreferentin Anina Pallmann (anina.pallmann@ejw-schorndorf.de) wenden.


Jugendcafé soll feste Größe in Schorndorf werden

Die beiden jungen Männer haben eine kleine Präsentation erstellt und zeigen Bilder des Raumes vor der Umgestaltung. Bis vor etwa einem halben Jahr hatte der CVJM dort eine kleine Sporthalle. Nun ist in dem Raum nichts mehr davon zu erkennen. „Es ist schöner als die Cafés in der Stadt“, findet die 11-jährige Paulina, die mit ihren Freundinnen zur Eröffnung gekommen ist. Sie wollen in sich Zukunft hier treffen.

Zur Feier des Tages tritt auf der Palettenbühne eine Band des CVJM auf. Sie spielen mit Akustikgitarre und Geige „Irgendwas das bleibt“ von der Band Silbermond. Etwas Bleibendes soll auch in dem Café entstehen. Das Team der Jugendinitiative will mit dem Hotspot eine feste Größe in Schorndorf werden. Es soll der Ort sein, an dem sich die Jugend trifft. Auch wenn es dort alkoholfreie Getränke gibt, gehört zu dem Konzept, dass es keinen Bestellzwang gibt. „Die Jugendlichen dürfen einfach ihren Döner aus der Innenstadt hier essen“, erklärt Stefan Semjancuk. Es solle ein Freiraum für die Jugend sein.

Zur Eröffnung gibt es von der Stadt und vom CVJM Geschenke. Besonders spendabel gibt sich aber Stadtrat Klaus Dobler, der ankündigt, der Jugendinitiative eine Musikanlage zu spenden.

Noch nicht ganz am Ziel

Das ehrenamtliche Team ums Jugendcafé ist in den vergangenen Wochen gewachsen. Bereits 20 Jugendliche haben eine Hygieneschulung gemacht, damit sie hinter der Theke im Hotspot ehrenamtlich arbeiten dürfen. Kai Schwarz hofft aber, dass noch mehr dazukommen, damit der Betrieb vor Ort langfristig bestehen bleiben kann.

Die Gruppe ist aber noch nicht ganz am Ziel. Unter anderem wollen die Jugendlichen noch eine passende Webseite. Ironischerweise fehlt im Hotspot bislang ausgerechnet der Internetzugang. Stefan Semjancuk und Kai Schwarz setzen ihre Hoffnung in die zuständigen Techniker, sie sollen in den nächsten Tagen kommen.

Möglich gemacht haben das Jugendcafé unter anderem der CVJM und die Evangelische Kirche, die den Raum mietfrei zur Verfügung stellen. Die entstandenen Kosten, wie etwa für den Umbau, trägt die Stadt Schorndorf. Bezuschusst wurde das Projekt außerdem aus Fördertöpfen des Landes Baden-Württemberg.

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