Schorndorf Kindergarten St. Markus endlich umgezogen

Der Kindergarten ist hell und freundlich gestaltet. Foto: Palmizi/ZVW

Schorndorf. Nach viereinhalb Jahren im Provisorium im Gemeindezentrum am Alemannenweg konnte der katholische St.-Markus-Kindergarten jetzt endlich, endlich in den Neubau in der Erlensiedlung ziehen: Seit Anfang Dezember – und damit noch mal einen Monat später als im Sommer gedacht – ist Leben im fünfgruppigen Kindergarten; und große Freude bei den Erzieherinnen.

Endlich unter normalen Umständen in einer kindgerechten Umgebung arbeiten und keine Räume nach Feierabend mehr für Veranstaltungen der Kirchengemeinde freiräumen müssen – Triantafillia Koukara, stellvertretende Leiterin des Kindergartens St. Markus, fühlt sich sichtlich wohl in den neuen Räumen: Und der Neubau, auf den die katholische Kirchengemeinde so lange hat warten müssen, kann sich wirklich sehen lassen. Von außen im schicken Grau gehalten, sind die Räumlichkeiten mit den großen Fenstern innen hell und freundlich. Durch die ganze Einrichtung zieht sich ein hellgrüner Linoleumboden, die Räume sind mit hellen Holzmöbeln eingerichtet, und in den Gruppenräumen haben Kinder und Erzieherinnen bereits erste Spuren hinterlassen: Bilder, Lichterketten, Tannenzweige. Nach und nach, sagt Triantafillia Koukara, sollen sie den neuen Kindergarten auch für sich erobern.

Damit sich die Mädchen und Jungen mit der neuen Umgebung anfreunden konnten, waren die Erzieherinnen mit der Mäuse- und Igelgruppe, mit der Frosch- und Bärengruppe im Vorfeld immer wieder auf dem benachbarten Spielplatz. Die Baustelle konnten die Gruppen – aus Sicherheitsgründen – nicht besichtigen. Nur für die Eltern gab es einen Vor-Ort-Termin. Die Kinder mussten sich mit Fotografien und Bauplänen begnügen.

Mit Leben gefüllt: Gruppenräume, Elternzimmer, Atelier und Küche

In der dritten Woche nach dem Umzug ist der Neubau natürlich längst mit Leben gefüllt: In der neuen Käfergruppe können sich die Ein- bis Dreijährigen die Kindergartentage schon nicht mehr ohne die Bewegungslandschaft mit Tuchschaukel, Rutschbahn und Klettertreppe vorstellen. Auch der Mehrzweckraum im Erdgeschoss ist erobert: von den Psychomotorikgruppen, die hier regelmäßig durch Bewegung den eigenen Körper wahrnehmen können. Außerdem gibt es ein von Eltern gestaltetes Zimmer mit Sofa, in dem sich Mütter und Väter aufhalten können, deren Kinder sich noch in der Eingewöhnung befinden.

Die Bärenhöhle im ersten Stock hat als Nebenzimmer einen Rollenspielraum mit Kostümen, Spielküche und Puppenwagen bekommen, bei der Froschgruppe gibt es einen Bauraum mit Kisten und Schubladen voller Legosteine. Es gibt einen Schlafraum mit Stockbetten für die kleinen und Stapelbetten für die etwas größeren Kinder. Der neue Kindergarten hat außerdem ein Atelier mit Staffeleien und einer großen Farbenauswahl zu bieten. Es gibt eine Kinderküche, in der die Erzieherinnen mit den Kindern in der Adventszeit sogar schon Plätzchen gebacken haben, und eigene Essensbereiche, damit die Gruppenräume nicht ständig umgeräumt werden müssen. Und besonders froh sind die Erzieherinnen über die Sanitärräume: Im Gemeindezentrum gab es nur Erwachsenen-WCs, die Kinder mussten sich mit Schemeln und Sitzschalen behelfen. Jetzt gibt es sogar besonders kleine Toiletten und Mini-Waschbecken, die auch für die unter Dreijährigen bequem zu benutzen sind. Nur der Außenbereich ist noch nicht freigegeben: Doch bis Frühjahr ist der Garten rund ums Haus bestimmt erobert.

Eine Baugeschichte mit viel Ärger und Verzögerungen

Damit findet eine Baugeschichte mit vielen Verzögerungen und einer Menge Ärger hoffentlich ein gutes Ende: Spurlos sind die vielen Diskussionen über die Idee eines Kindergarten-Neubaus mit angegliedertem Familienzentrum, über Finanzierung und Kostenrahmen, der letztlich bei 3,2 Millionen Euro festgezurrt werden musste, an der katholischen Kirchengemeinde nicht vorübergegangen. Vor allem, als im Mai dieses Jahres der mit den Arbeiten für Innenausbau und Außendämmung beauftragten Firma gekündigt werden musste, weil deren Unzuverlässigkeit den ganzen Baufortschritt gefährdet hatte (wir haben berichtet). Für Anfang November war der Umzug noch im Sommer geplant, letztlich hat sich der Termin noch einmal um einen Monat verzögert. Und geplant war auch nicht, dass der Kindergarten viereinhalb Jahre lang provisorisch im Gemeindezentrum an der St.-Markus-Kirche am Alemannenweg untergebracht werden musste: Im September 2014 war das Gebäude wegen Formaldehyd-Belastung plötzlich nicht mehr nutzbar gewesen. 2016 dann, nach einem von der Diözese Rottenburg veranlassten Architektur-Wettbewerb, wurde der Bauantrag für den Neubau eingereicht, Grundsteinlegung und Richtfest wurden im Sommer 2017 gefeiert. Zum September 2018 wurden die Erzieherinnen eingestellt. Nach dem Umzug Anfang Dezember ist das offizielle Einweihungsfest für Mitte Februar 2019 geplant. Mit dabei wird dann auch Pfarrer Manfred Unsin sein. Obwohl er im September in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist er als Ehrengast angekündigt: Der Neubau des Kindergartens inklusive Familienzentrum war für ihn Herzensangelegenheit.

„Treffpunkt Familie“

Auch der an den Kindergarten angegliederte „Treffpunkt Familie“ hat seine Arbeit bereits aufgenommen. Sozialpädagogin Svenja Schillimat hat bereits im Provisorium erste Kontakte zu Kinder und Eltern geknüpft.

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