Schorndorf Kindergarten: Verärgerte Eltern verzögern Fällarbeiten

Nisten keine Vögel in den Bäumen im Garten des Kindergartens Sonnenbogen, können die Bäume bis Ende März, Anfang April stehen bleiben. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Schorndorf.
Eine Stunde lang hat Bürgermeister Thorsten Englert mit den Eltern aus dem Kinderhaus Sonnenbogen diskutiert, jetzt ist eine Lösung gefunden, die die Mehrheit offenbar akzeptieren kann: Die hohen Bäume auf dem benachbarten Spielplatz werden zeitnah gefällt, die im Garten des Kindergartens sollen bis Ende März, vielleicht sogar bis April stehen bleiben.

Ein Artenschutzgutachten macht diese Ausnahmeregelung möglich: Weil Vögel darin brüten oder Fledermäuse sich einnisten könnten, dürfen Bäume in der Regel nur von Anfang Oktober bis Ende Februar gefällt werden. Jetzt sollen die Zentralen Dienste sicherstellen, dass diese Tiere den Bäumen bis zum Fälltermin fernbleiben. Dafür werden auch Astlöcher geschlossen „Das ist“, sagt Englert, „ein echter Aufwand“, den die Stadt in Kauf nimmt, um den Eltern entgegenzukommen.

Und bei den Müttern und Vätern war der Ärger groß – und nicht nur wegen der bedrohten Bäume im Garten der Einrichtung. Noch Anfang Januar, als die Kindergartenkinder wegen des Wasserschadens im neuen Bewegungskindergarten wieder in ihre alte Einrichtung zurückkehren mussten, haben sich die Eltern gegenseitig versichert, dass der Garten des Sonnenbogens das einzig Positive am Rückzug sei.

Jede Verzögerung kostet die Stadt Geld

Dann hat die Ankündigung der Stadt, dass die Bäume bis Ende Februar fallen sollen, für viele Eltern das Fass zum Überlaufen gebracht: Denn selbst wenn der anvisierte Umzugstermin Anfang Mai tatsächlich gehalten werden kann, nach Rechnung der Eltern wären das dennoch acht Wochen in einem Garten ohne Bäume gewesen. Das den Kindern anzutun, die sich ja auf den neuen Kindergarten gefreut hatten – für die Eltern „unmöglich“.

Doch die Stadt steht unter Zeitdruck: Im Mai wird der Kindergarten am Wieslaufweg abgerissen, auf dem Gelände sollen 40 Wohnungen und ein neuer Kindergarten entstehen. Die Bauarbeiten sind vergeben, jede Verzögerung kostet die Stadt Geld. Doch Bürgermeister Englert ist optimistisch, dass sich der Termin halten lässt und auch, dass der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) sein Okay für einen Kindergartenbetrieb im Purzelbaum bei laufenden Sanierungsarbeiten gibt: „Wir haben sehr gute Gespräche.“

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