Schorndorf Media Stadtwerke werden Internet- und Telefonanbieter

Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Schorndorf. Für die Stadtwerke gehören zur Daseinsvorsorge nicht nur Strom, Gas und Wasser, sondern mittlerweile auch der Breitbandausbau. Bis in zehn Jahren sollen 280 Glasfaser-Kilometer verlegt sein, doch schon jetzt schlüpft das städtische Tochterunternehmen in die Rolle des Providers: Für Privatkunden und Firmen gibt es schnelle VDSL-Angebote und – mit Abschluss des Ausbaus – noch schnelleres Internet, Telefon und Fernsehen über Glasfaser.

Homeoffice-Tage, die wegen schlechter Internetverbindung nicht zu Hause, sondern eben doch am Arbeitsplatz stattfinden. Filmabende, die wegen Datenstaus alles andere als unterhaltsam sind. Smarthome-Träume, die jäh zerplatzen. Ins Klagelied über schlechte Internetverbindungen kann fast jeder einstimmen. Doch das soll – in Schorndorf und Winterbach – bald der Vergangenheit angehören: Anstatt sich beim Breitbandausbau auf die Telekom zu verlassen, haben der Aufsichtsrat der Stadtwerke und der Gemeinderat entschieden, dass die Stadtwerke das Glasfasernetz selbst ausbauen sollen.

An die 60 Millionen Euro Investitionskosten sind damit verbunden. Für Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Seufer eine lohnende Investition: Von der Bundesnetzagentur als Provider zugelassen, haben die Stadtwerke nicht nur Strom, Wasser und Gas im Angebot, sondern unter „Schorndorf Media“ seit Anfang dieser Woche auch Telekommunikationsprodukte.

Geschwindigkeiten zwischen 25 und 1000 Megabit/Sekunde

Nach einem ersten Anlauf im Mai ist das Tochterunternehmen der Stadt jetzt mit einer überarbeiteten Angebots-Version an die Öffentlichkeit gegangen – zu haben ab Oktober 2019 per VDSL, mit Abschluss des Ausbaus auch via Glasfaser. Für Privatkunden bieten die Stadtwerke Geschwindigkeiten von 25 bis 1000 Megabit/Sekunde an, für Geschäftskunden zwischen 50 und 1000 Mbit/s.

Seit neun Jahren bereits beschäftigen sich die Stadtwerke mit dem Thema Telekommunikation. 40 Kilometer Glasfaser, und damit 14 Prozent des Komplettausbaus, sind verlegt: Die Röhrachsiedlung ist bereits komplett glasfaserverkabelt, in der Höllgasse und der Feuerseestraße liegen ebenfalls Glasfaserkabel, die Gewerbegebiete sind weitreichend abgedeckt, der Ausbau in Schlichten hat begonnen und wird auf Wunsch der Bürgerinnen und Bürger sogar umfangreicher ausfallen als zunächst gedacht. In Planung sind außerdem das Gewerbegebiet Steinwasen, die Schorndorfer Teilorte Haubersbonn und Miedelsbach sowie Winterbach. Bis in zehn Jahren sollen auch die Kernstadt und weitere Teilorte über superschnelle Glasfaserleitungen verfügen.

Die verschiedenen Tarife im Überblick

Im Moment sind – bei einer Erstlaufzeit von 24 Monaten – vier verschiedene Tarife für Privatkunden zu haben: bis zu 25/5 Megabit/Sekunde für 34,95 Euro inklusive Internet- und Telefonflatrate, bis zu 50/10 MBit/s für 39,95 Euro, bis zu 100/50 MBit/s für 44,95 Euro und – mit Glasfaser – 174,95 Euro für 1000/100 MBit/s. Festnetz-Flatrates für Auslandsgespräche und Internet-TV können dazugebucht werden, außerdem haben die Stadtwerke über Cloud-Lösungen Speicherkapazitäten im Angebot.

Geschäftskundenanschlüsse gibt es bis zu 50/5 Megabit/Sekunde für 79 Euro, bis zu 100/10 MBit/s für 109 Euro und – mit Glasfaser – mit 300/20 MBit/s für 149 Euro und für bis zu 1000/100 MBit/s für 279 Euro. Für Großkunden gibt es individuelle Tarife. Diese Tarife gelten auch für Kunden von SDT-Net, von Januar 2011 bis 1. Juli 2019 als Kooperationspartner der Stadtwerke der Anbieter in Sachen schnelles Internet.

Das Ziel: Glasfaserkabel bis zu jedem Haus

Mittlerweile treiben die Stadtwerke – in Verbindung mit dem Stromnetzausbau – den Breitbandausbau nicht nur allein voran, sondern sind von der Bundesnetzagentur als Provider zugelassen. Das erklärte Ziel lautet: Glasfaserkabel bis zu jedem Haus – vorausgesetzt, es wird vom Kunden beauftragt. In Schlichten etwa belaufen sich die Anschlusskosten aktuell auf 995 Euro pro Einfamilienhaus, erläutert Stadtwerke-Geschäftsführer Seufer und findet: „Das ist ein sagenhaft günstiger Preis.“

Dass derzeit immer wieder Datenstaus zu beklagen sind, erklärt er im Pressegespräch, liege an der Entfernung der Haushalte zum Kabelverzweiger und vor allem an den nadelöhrähnlichen Kupferleitungen vom Verteiler bis zum einzelnen Haus. Läuft alles nach Plan, sollen bis in zehn Jahren zu 260 Kilometer Stromleitungen und 200 Kilometer Wasserleitungen der Stadtwerke 280 Kilometer Glasfaserleitungen kommen.


Weitere Infos

Wer sich für die Telekommunikationsprodukte der Stadtwerke Schorndorf interessiert: Weitere Informationen gibt es im Servicecenter, Augustenstraße 7, Tel.: 0 71 81/9 64 50-4 44, oder – mit Erklärvideos im Privatkundenbereich – unter www.stadtwerke-schorndorf.de.

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