Schorndorf Neues Angebot des Tageselternvereins

Jeannine Rizzo (links) und Sabine Reitz sind gern Tagesmütter – und bei den „Remsspatzen“ sowieso. Foto: Palmizi / ZVW

Schorndorf. Es gibt das „Sternle“ an der Burgstraße und die „Feldfüchse“ auf dem Bio-Bauernhof Beutel in Schornbach. Jetzt hat Schorndorf schon den dritten „TigeR“. Aber nicht im Zoo, sondern in einer Wohnung an der Unteren Uferstraße: Dort sind die „Remsspatzen“ eingezogen, um mit „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ ein weiteres Betreuungsangebot für unter dreijährige Kinder anzubieten.

In der Stadt sind sie mit ihren beiden Vierer-Kinderwagen schon bekannt und in der Erdgeschosswohnung im Mehrfamilienhaus an der Unteren Uferstraße längst angekommen: Im April bereits hat Sabine Reitz die Wohnung mit Möbeln und Spielzeug kindgerecht eingerichtet, dem Betreuungsangebot den Namen „Remsspatzen“ gegeben und mit vier Kindern angefangen.

Ein ideales Arbeitsmodell

Im Juni ist Jeannine Rizzo mit drei weiteren Kindern eingestiegen. Am Freitag werden die „Remsspatzen“ als weitere „Tagespflege in anderen geeigneten Räumen“ offiziell eröffnet – vom Tageselternverein und von Bürgermeister Edgar Hemmerich.

Drei solche Betreuungsangebote gibt es in Schorndorf bereits, weitere sollen folgen. Doch dafür braucht es nicht nur geeignete Räumlichkeiten, es braucht auch Tageseltern, die sich vorstellen können außerhalb der eigenen Wohnung zu arbeiten. Für Sabine Reitz und Jeannine Rizzo ein ideales Arbeitsmodell.

Sie haben schon Erfahrung mit der Tagespflege zu Hause und sehen die Vorteile im „TigeR“-Angebot: Die gemeinsame Arbeit mit einer anderen Tagesmutter und Räumlichkeiten, die ideal auf die Betreuung von unter Dreijährigen angepasst sind – schließlich hat die Stadt die Ausstattung der Vier-Zimmer-Wohnung übernommen.

Vier Kinderzimmer und einen extra Außenbereich

Dort gibt es jetzt nicht nur ein großes Spielzimmer mit Kuschelecke, Spielküche und kistenweise Spielzeug, ein kleineres Zimmer mit Bällebad und Schaukel, ein Esszimmer und eine Küche sowie einen Schlafraum mit sieben Bettchen und ein Bad mit Wickeltisch, für die „Remsspatzen“ wurde im Juli auch extra ein Außenbereich mit Rutsche, Nestschaukel, Spielhaus und Sandkasten angelegt. Beste Voraussetzungen also, um sieben unter Dreijährige von Montag bis Freitag zu betreuen.

Die ersten kommen bereits morgens um halb sieben, manche bleiben bis 16 Uhr. Andere sind nur vormittags da. Doch für alle gilt: Morgens um 9 Uhr wird gemeinsam gefrühstückt. Dienstags gehen sie oft zusammen auf den Markt, um Obst und Gemüse einzukaufen.

Mittags wird gekocht, danach geschlafen. Im Sommer sind sie viel draußen. Im Herbst und Winter wird mehr gebastelt. Doch viel Programm brauchen Ileida, Nina, Ophelia, Ida, Jonas und Bianca eigentlich nicht: Sie kommen spielend durch den Tag. Im Schnitt, sagen Sabine Reitz und Jeannine Rizzo, sind sie im sechs Stunden bei den „Remsspatzen“.

160 vorgeschriebenen Fortbildungsstunden

Und offensichtlich so gern wie die beiden Tagesmütter: Sabine Reitz, die immer Erzieherin werden wollte, dann aber eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht hat, ist begeistert von ihrer Aufgabe. „Ich kann gar nicht ohne Kinder sein“, sagt die 45-Jährige und freut sich, die Kleinen aufwachsen zu sehen.

Auch Jeannine Rizzo hat gern mit kleinen Kindern zu tun: In Berlin hat die 40-Jährige irgendwann eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen, doch als ihr in Baden-Württemberg die Ausbildungsjahre nicht anerkannt wurden, hat sie umgesattelt und als Rechtsanwaltsgehilfin gearbeitet.

Tagesmutter ist sie lieber: erst im eigenen Zuhause, dann in einer „TigeR“-Gruppe in Waiblingen und jetzt in Schorndorf. Und beide sind qualifiziert: Sie haben die 160 vorgeschriebenen Fortbildungsstunden absolviert, machen jedes Jahr 15 weitere dazu und alle zwei Jahre den obligatorischen Erste-Hilfe-Kurs, Jeannine Rizzo kann sogar das Zertifikat „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ des Bundesverband vorweisen.

Vergütet wird das vergleichsweise bescheiden: Sie bekommen für jedes Kind, das sie betreuen, in der Stunde 5,50 Euro und von der Stadt einen Zuschuss von zwei Euro für die unter dreijährigen Kinder.


Tageselternverein Schorndorf und Umgebung

Tagespflege in anderen geeigneten Räumen – „TigeR“ genannt – findet in angemieteten Räumen statt und nicht in der Wohnung der Tageseltern. Da mehrere Tageseltern zusammenarbeiten, können bis zu neun Kinder gleichzeitig betreut werden. Um deutlich mehr U-3-Plätze bieten zu können, hat der Schorndorfer Gemeinderat beschlossen, die Tagespflege in anderen geeigneten Räumen in besonderem Maße auszubauen – mit einer Platz- und Sachkostenpauschale.

Außer den „Remsspatzen“ an der Unteren Uferstraße gibt es auch die Bauernhof-Gruppe „Die Feldfüchse“ in Schornbach und den seit Jahren etablierten „TigeR“: das „Sternle“ an der Burgstraße.

Die 80 Tagesmütter im Tageselternverein Schorndorf und Umgebung bieten nicht nur für 220 Kinder eine zuverlässige und flexible, sondern auch eine qualifizierte Betreuung: Im Familienzentrum wurde im Juli neun Tagesmüttern das neue Zertifikat „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ des Bundesverbands verliehen.

Vergütet werden die Tagesmütter und -väter wie folgt: Die Tagespflegeperson erhält vom Jugendamt eine Geldleistung in Höhe von 5,50 Euro pro Stunde und Kind. Der Tageselternverein Schorndorf hat mit den Kommunen Schorndorf, Winterbach, Remshalden, Plüderhausen und Urbach ein Zuschussmodell vereinbart: Demnach bekommen Tagespflegepersonen zusätzlich zur Geldleistung des Jugendamtes zwei Euro pro Betreuungsstunde pro Tageskind bis zum Eintritt in die Grundschule und einen Euro pro Betreuungsstunde pro Tageskind, das bereits in der Grundschule ist.

Weitere Informationen – auch zu freien Betreuungsplätzen – gibt es beim Tageselternverein Schorndorf und Umgebung im Familienzentrum, Karlstraße 19, ) 0 71 81/88 77 20 oder unter www.tev-schorndorf.de.

Im Tageselternverein arbeiten sechs Sozialpädagoginnen/Sozialarbeiterinnen und eine Sozialpädagogische Fachkraft. Vorsitzende des Vereins ist Barbara Gantner (Schorndorf), Zweite Vorsitzende: Ophelia Markgraf (Winterbach-Manolzweiler), Kassiererin: Simone Grabar (Schorndorf).

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