Schorndorf Noch mehr Erholung im Freibad

Urbach. Geöffnet hat das Urbacher Freibad dieses Jahr bereits am 5. Mai – also eine Woche früher als sonst. An ihrem Bad schätzen die Besucher besonders die familiäre Atmosphäre. Wenn der vor kurzem gesäte Rasen stabil ist, gibt es jenseits des Wassers genug Abwechslung: Es locken erstmals eine Boulebahn und zwei neue Tischtennisplatten.

Einen Kiosk gibt es ebenfalls

Maria Kubitzsch versorgt nun in ihrer mittlerweile dritten Urbacher Saison die Badegäste mit Essen und Trinken. Zuvor hat sie jahrelang in Schorndorf einen Kiosk betrieben.

Ein Renner sind bei ihr die Pommes, aber auch Salate und Spaghetti verkaufen sich laut Maria Kubitzsch gut. Stolz ist sie auf den selbst gebackenen Kuchen. „Dafür, dass es ein kleiner Kiosk ist, haben wir hier viel anzubieten.“

Ihre Öffnungszeiten macht Maria Kubitzsch vom Wetter abhängig, aber in der Regel ist ihr Kiosk bereits am Vormittag für die Besucher da. Das hängt vor allem mit dem Stammtisch zusammen, der sich hier seit Jahren täglich trifft. „Die Urbacher sind liebe, offene Menschen.“

Zweimal in der Woche schaut Heidi Mogck mindestens im Urbacher Freibad vorbei. Sie schwimmt in der Regel eine halbe Stunde und sonnt sich danach. Wenn dann noch eine Freundin dabei ist, mit der sie sich gut unterhalten kann, ist das Glück perfekt. Weit hat es Heidi Mogck ja nicht, von zu Hause aus ist sie mit dem Rad gleich da. „Das ist für mich wie ein Privatstrand“, schwärmt die Urbacherin. Da kommen schnell Urlaubsgefühle auf. Wen unsere Zeitung an diesem Dienstag im Freibad auch gefragt hat – allen gefällt die familiäre Atmosphäre in Urbach. Verantwortlich für dieses Ferienidyll direkt vor der Haustür sind vor allem die beiden Bademeister: Betriebsleiter Stefan Trojanus und sein Mitarbeiter Roland Stegmaier.

Jeden Tag prüft der diensthabende Bademeister die Wasserqualität

Seit März 2002 schafft Stefan Trojanus in Urbach, sein Kollege ist bei der Gemeinde seit 2008 im Dienst. Sie teilen sich den Betrieb im Freibad in zwei Schichten auf. Der eine kommt morgens bereits um 7.30 Uhr, um alles startklar zu machen. Er prüft pH-Wert und Chlorwert, holt Laub aus dem Wasser, räumt herumliegenden Müll auf und beseitigt eventuelle Schäden durch Randalierer. Der Stress durch nächtliche Besucher hält sich laut dem Betriebsleiter jedoch in Grenzen. Das Rezept von Stefan Trojanus gegen nächtlichen Vandalismus ist simpel: „Man sollte zu den Badegästen keine negative Stimmung aufkommen lassen.“ Ein Bademeister, den die Leute mögen, muss schließlich keine Racheaktionen fürchten.

Die Saison hat in diesem Jahr bereits am 5. Mai angefangen, also eine Woche früher als sonst. Und sie wird laut Plan auch eine Woche später enden, nämlich am 16. September. Geöffnet wird das Bad um 9 Uhr. Um den Mittag herum beginnt die zweite Schicht. Nach 20 Uhr darf dann kein Besucher mehr rein, bis 20.30 Uhr müssen die Badegäste das Gelände spätestens verlassen haben. Danach schafft der diensthabende Bademeister noch rund eine Stunde, säubert Duschen und Umkleidekabinen. Zur Arbeit gehört es auch, täglich den Beckenboden mit einem speziellen Gerät abzusaugen – damit sich dort nicht der Schmutz ablagert.

Alles selbst machen können Stefan Trojanus und Roland Stegmaier nicht. Um den Einlass an der Kasse kümmern sich Studenten, Schüler und Rentner, die sich so bei der Gemeinde etwas Geld verdienen. Es gibt extra einen Schichtplan, damit immer jemand die Aufgabe übernimmt. „In den Schulferien schaut man natürlich, dass man Schüler bekommt“, sagt Stefan Trojanus. Gut findet er es auch, dass er sich auf gewisse Stammkräfte verlassen kann. Eine Kassenkraft muss schließlich auch kurz geschult werden, was wiederum Zeit kostet.

Eine große Hilfe ist für die beiden Bademeister der Urbacher Bauhof. Dessen Mitarbeiter haben im Frühjahr eine Boulebahn und zwei neue Tischtennisplatten errichtet (wir berichteten). Die Boulebahn ist drei Meter breit und 12,5 Meter lang. „Wir haben uns für die kleinere Variante entschieden, um nicht so viel Liegewiese zu verbrauchen.“ Ergänzt wird die Bahn noch um eine Sitzbank. Wer sein Spielgerät vergessen hat, muss sich nicht ärgern: Eine Bouleausrüstung sowie Tischtennisschläger und Tischtennisball gibt es gegen eine Gebühr zum Ausleihen.

Das Volleyballnetz gibt es am Urbacher Freibad schon etwas länger. Doch auch hier ist die Gemeinde nicht untätig gewesen: Laut Stefan Trojanus reinigt jährlich eine Fachfirma den Sand und ersetzt ihn teilweise. Schließlich soll das Beachvolleyballvergnügen nicht durch Glasscherben getrübt werden.

Stolz ist Stefan Trojanus auf die Energieeinsparungen. Das Kinderbecken wird nur dann angeschaltet, wenn auch Kinder da sind. Eine Absorberanlage pumpt das Beckenwasser aufs Dach, wo es sich durch die Sonne auf 40 bis 50 Grad erwärmt. Dann fließt es wieder zurück ins Becken und hält so die Temperatur konstant bei 24 Grad. Stefan Trojanus könnte sich sogar vorstellen, auch die Duschen mit dem von der Sonne aufgeheizten Wasser zu versorgen – dank eines sogenannten Wärmetauschers. Derzeit wird das Duschwasser noch elektrisch erhitzt. Entschieden ist aber noch nichts, es ist nur eine Idee. „Das wird jetzt mit dem Bauamt besprochen.“

Die Urbacher, die unsere Zeitung getroffen hat, sind jedenfalls sehr zufrieden mit ihrem Freibad. „Ich komme jeden Tag, wenn es geht – morgens allein und mittags mit den Kindern“, sagt Barbara Frey. Sie ist schon als Kind ins Urbacher Freibad gegangen. Heidi Mogck ist ebenfalls regelmäßige Besucherin und schätzt das Angebot der Gemeinde sehr. „Das ist unbezahlbar.“

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