Schorndorf Parkchips nur noch diesen Monat gültig

Nur noch bis Ende Februar kann der Chip beim Parken als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Foto: Schneider / ZVW

Schorndorf. Eine fast 30-jährige Erfolgsgeschichte geht zu Ende. Das letzte Erinnerungsstück an die Centro-Vorgänger von „Schorndorf – Die Marktstadt“ ist bald ein Fall fürs Museum: Die Rede ist vom Schorndorfer Chip, der seit 1991 als Zahlungsmittel bei Schorndorfer Parkautomaten eingesetzt werden konnte – mit einem Wert von erst 25 Pfennig und dann 25 Cent.

Fast drei Millionen Mal, weiß Centro-Geschäftsführer Ulrich Fink, ist der Chip in Einzelhandelsgeschäften in der Innenstadt an Kunden ausgegeben worden. Wer für mindestens 15 Mark, später Euro eingekauft hatte, erhielt einen Parkchip. Diese Ära geht jetzt zu Ende, und zwar nicht, wie Fink betont, „weil wir keine Lust mehr haben“. Die Maschine bei der Volksbank, die den Chip automatisch vom Hartgeld trennte, hat den Geist aufgegeben. Sie kann nicht mehr repariert werden. Die einzige Alternative wäre gewesen, den Inhalt der Parkautomaten jeden Tag manuell zu trennen und zu zählen. Bei Anwendung des Vier-Augen-Prinzips hätte das jeden Tag zwei Stunden Zeit gekostet – und das, so der Centro-Geschäftsführer, sei „einfach nicht leistbar“.

Centro nimmt die Chips ohne finanzielle Entschädigung zurück

Die Folge: Schon seit Ende November 2018 werden in den Innenstadt-Geschäften keine der bis dahin für jeweils für 30 Cent von Centro an die Einzelhändler abgegebenen Chips mehr ausgegeben. Die Chips, die noch im Umlauf sind, können nur noch bis Ende Februar als Zahlungsmittel beim Parken eingesetzt oder bis Anfang März bei Centro zurückgegeben werden. Allerdings gibt es bei Centro keine finanzielle Entschädigung. Laut Ulrich Fink wäre das allein schon aus steuerlichen Gründen nicht möglich. Ein Ende, das für viele überraschend kommt. Der Centro-Geschäftsführer weiß zum Beispiel von einer älteren Dame, die die Chips ganz bewusst gesammelt hat, damit sie diese jetzt, da sie in Rente ist und weniger Geld hat, beim Parken einsetzen kann. Auch Fink gibt zu, dass ihn der Abschied vom Chip „ein bisschen schmerzt“ – zumal Centro noch etwa 20 000 Exemplare auf Lager hat und der Geschäftsführer jetzt nur hoffen kann, dass er von einem metallverarbeitenden Betrieb wenigstens einen Teil des Materialwerts ersetzt bekommt.

Das neue Zahlungsmittel könnte die Schorndorf Card sein

Andererseits aber, das weiß auch Ulrich Fink, ist der Chip halt doch ein Relikt aus dem 20. Jahrhundert und und hat sich spätestens jetzt, da auch in Schorndorf die Brötchentaste mit halbstündigem kostenlosen Parken eingeführt wird, erledigt. Was nichts daran ändert, dass der Chip bei den Kunden bis zuletzt beliebt und dass das seinerzeit von Manfred Veil, Rolf Rommel und Co. gestartete Projekt als Erfolgsgeschichte in die Annalen des Schorndorfer Stadtmarketings eingehen wird. Aber anscheinend beginnt ja schon bald eine neue Ära: Es wird nämlich derzeit an einer neuen Lösung gebastelt, wie der Centro-Geschäftsführer verrät. Da ohnehin neue Parkscheinautomaten in der Innenstadt installiert werden, sollen Schorndorfer künftig mit der Schorndorf Card beim Parken bezahlen können. Währung: Die beim Kauf gesammelten Punkte. Es seien nur noch kleinere technische Probleme zu lösen, und auch mit den Betreibern der Parkhäuser sei man bezüglich der Umsetzung einer solchen Lösung schon im Gespräch, sagt Ulrich Fink.

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