Schorndorf Remsbrücke im „Alten Baumwasen“ eingeweiht

Da kommt er angeradelt: Oberbürgermeister Matthias Klopfer testet die neue Brücke – und der Landrat (hinten rechts) schaut zu. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Schorndorf. Jetzt durften auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Bürgermeister Thorsten Englert, von Landrat Dr. Richard Sigel als Gartenschau-Brückenbauer im übertragenen Sinne gelobt, endlich „ihre“ Remsbrücke einweihen. Die im „Alten Baumwasen“ nämlich, die für Radler und Fußgänger eine Verbindung herstellt zwischen der Unteren Uferstraße und der sich jenseits der Rems erstreckenden Landschaft.

Die Brücke, so Klopfer im Rahmen der kleinen Einweihungsfeier, sei einerseits ein sozialpolitisches Projekt, weil sie einem langgehegten Wunsch der Anwohner des Wohngebiets Untere Uferstraße/Gerberstraße entspreche und weil sie dieses Wohnquartier aufwerte, und andererseits ein wichtiger Lückenschluss, der den kürzlich erst als Vier-Sterne-Radweg ausgezeichneten Remstalradweg vollends komplettiere.

„Radwege halten sich nicht an kommunale Grenzen“, sagte der Landrat und machte schon mal Appetit auf das nächste große Projekt, einen Radschnellweg von Fellbach nach Schorndorf, für den die Förderanträge in seinem Amt in der Schublade ganz oben lägen. Und der Oberbürgermeister versprach den anwesenden Radlern, die Stadt werde auch gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat „nicht lockerlassen“ und weiter an der Verbesserung des Schorndorfer Radwegenetzes arbeiten.

Der Unterbau ist niedriger, die Rampen sind kürzer

An der Stelle, wo einmal eine sogenannte Stuttgarter Holzbrücke geplant war, die dann aber kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen ist und auch technisch nur sehr aufwendig zu realisieren gewesen wäre – nicht zuletzt wegen der erforderlichen barrierefreien Rampen –, steht jetzt eine von Hans-Peter Sieg geplante ästhetisch ansprechende Alu-Fachwerkbrücke in kräftigem Rotbraun. Sie hat eine Spannweiter von 32 Metern und ist drei Meter breit – und hat im Gegensatz zur ursprünglich vorgesehenen Holzbrücke mit einem Unterbau von nur 31 Zentimetern eine wesentlich geringere Höhe und benötigt, daraus resultierend, wesentlich kürzere Rampen, die ja wegen der geforderten Barrierefreiheit keine größere Steigung als sechs Prozent aufweisen dürfen. Nicht zuletzt das Rampenlabyrinth war es gewesen, was den Gemeinderat außer den Kosten an der Stuttgarter Holzbrücke gestört hatte.

Rund 650 000 Euro kostet die von Wasserwirtschaftler Hans-Peter Sieg, der früher in einem Architekturbüro gearbeitet hat, geplante Brücke, die seine insgesamt vierzehnte ist. Der Zuschuss aus Mitteln des Landesgemeindefinanzierungsgesetzes beläuft sich auf 252 000 Euro. Im Vergleich dazu hätte die Stuttgarter Holzbrücke einen siebenstelligen Betrag gekostet und wäre mit 50 Prozent bezuschusst worden. Schnell gebaut worden, und zwar von der Firma Glück, die es mittlerweile auf 717 Brückenbauwerke bringt, ist die Brücke im Alten Baumwasen auch noch: Die Bauzeit dauerte gerade mal von März bis Juli 2019.


Gewichtsverlust

Die Brücke im Alten Baumwasen hat ein Gewicht von 12,81 Tonnen und ist durch niedrigeren Aufbau etwa drei Tonnen leichter als das im Planungsstadium steckengebliebene Vorgängermodell.

Die Brücke verfügt über eine LED-Bodenbeleuchtung und über einen dauerhaften Graffiti-Schutz.

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