Schorndorf Sanierungsarbeiten an Schulen: Die Zeit wird knapp

Bürgermeister Thorsten Englert, Projektleiterin Ina Mayer und der Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, Steffen Schultheiß erläutern die Brandschutzmaßnahmen. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Schorndorf. Als ob sechs Wochen Sommerferien nicht schon wenig genug wären, um aus einer Schule eine Baustelle und aus einer Baustelle wieder eine Schule zu machen, sind’s tatsächlich meistens nur vier bis fünf Wochen, die dem städtischen Fachbereich Gebäudemanagement und den mit den Arbeiten betrauten Firmen bleiben, um so eine schulische Sommerbaustelle abzuwickeln.

Beispiel Künkelinschule, in die laut Bürgermeister Thorsten Englert schon im vergangenen Jahr 600 000 Euro – vor allem in eine flächendeckende Brandmeldeanlage sowie in neue Fenster auf der Ostseite des Gebäudes – investiert worden sind und in die derzeit Maßnahmen in der Größenordnung von weiteren 200 000 Euro durchgeführt werden. Und noch einmal geht es schwerpunktmäßig um das Thema Brandschutz. So werden unter anderem weitere Brandschutztüren und sogenannte Bypasstüren installiert, die es ermöglichen, dass im Notfall nicht alle Kinder das Schulgebäude über die Flure verlassen müssen, sondern durch die Klassenzimmer eine direkte Verbindung zum ebenfalls neu eingerichteten zweiten Rettungsweg haben.

Zusätzlich wird im Untergeschoss der Brandschutz durch eine neue Deckenverkleidung an die heutigen Standards angepasst. Im zweiten Obergeschoss werden außerdem noch zwei Klassenzimmer saniert, indem der Parkettboden aufbereitet und die Wände ansehnlich gestaltet werden. Und auch die Flure werden auf allen Ebenen neu gestrichen, so dass, wie es Projektleiterin Ina Mayer vom Fachbereich Gebäudemanagement sagt, „das ganze Erscheinungsbild ein freundlicheres wird“. Zu tun bleibt, wie Fachbereichsleiter Steffen Schultheiß einräumt, aber auch für die kommenden Jahre noch einiges: Weil es immer noch ein paar Klassenzimmer gibt, die nicht aufpoliert sind, und weil die grundlegende Sanierung der Nordfassade noch aussteht.

„Bei den WCs waren wir der Schule gegenüber im Wort“

Die Gymnasien sind laut Thorsten Englert die Schulen, bei denen die zeitlichen Spielräume für Sanierungsmaßnahmen manchmal etwas größer sind, weil durch den früheren Abgang der Abschlussklassen manche Räumlichkeiten früher frei sind. Das gilt aber nicht, wenn im Max-Planck-Gymnasium der über alle Geschosse reichende ganze zentrale WC-Strang umgebaut und saniert wird, was vor allem auch deshalb eine Heidenarbeit ist, weil bei den vorbereitenden Arbeiten Stahlbetonwände zum Vorschein kamen, deren teilweiser Abbruch nicht nur viel Kraft, sondern auch viel Zeit erfordert.

„Es sieht ein bisschen aus wie im Krieg“, sagt denn auch die gelernte Bauingenieurin Ina Mayer, die auch dieses Projekt betreut und Bauen im Bestand „immer spannend“ findet. „Bei den WCs waren wir der Schule gegenüber im Wort“, sagt Thorsten Englert mit Verweis darauf, dass eine Anpassung auch deshalb dringend geboten war, weil der weibliche Anteil sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern in den letzten Jahren stark gestiegen ist.

750 000 Euro werden ins MPG investiert

Neben dem WC-Block werden auch zwei Physiksäle, zwei Vorbereitungsräume und zwei Büros für die Physik-Lehrkräfte umgebaut und saniert. Umgebaut deshalb weil sich die Physikräume mit den ansteigenden Sitzreihen überlebt haben. Stattdessen sollen die Tische in den Räumen frei bewegbar sein, so dass die Schüler auch in Gruppen arbeiten können.

Außerdem wird in den Sälen ein hochmodernes System installiert, bei dem alle Anschlüsse für Strom, Gas und Internet an ausklappbaren Armen an der Decke angebracht sind. Einen Wermutstropfen allerdings gibt’s: Obwohl frühzeitig ausgeschrieben worden ist, wird die technische Ausstattung der beiden Physikräume nicht bis zum Schuljahresbeginn erfolgen können, weil die entsprechenden Fachfimen, von denen es gar nicht so viele gibt, laut Ina Mayer mittlerweile Lieferzeiten bis zu 30 Wochen haben.

750 000 Euro werden in diesem Jahr ins Max-Planck-Gymnasium investiert, und doch stehen für die nächsten Jahre ganz andere Summen im Raum, steht doch, ähnlich wie aktuell schon bei der benachbarten Gottlieb-Daimler-Realschule, eine Generalsanierung der Schule an, die im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Da laufe gerade eine Machbarkeitsstudie, in der nicht nur Aufwand und Kosten für eine energetische und optische Sanierung, sondern auch für eine zeitgemäße Digitalisierung ermittelt würden, sagt der Erste Bürgermeister. „Und dann werden wir versuchen, das Ganze in Scheiben zu schneiden und auf mehrere Abschnitte und Jahre zu verteilen.“

Daimler-Realschule: Erster Abschnitt bis Ende des Jahres abgeschlossen

Womit der Bogen geschlagen wäre zur sich über die Jahre 2018 bis 2022 hinziehenden Generalsanierung der Gottlieb-Daimler-Realschule, bei der Projektleiterin Tonia Fiebich zufolge der erste Abschnitt bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Auch da geht es nicht nur um eine energetische und kosmetische Sanierung von außen, sondern auch darum, für die Schule selber einen Mehrwert durch eine moderne digitale Ausstattung zu erzielen.

Die Ausschreibung dafür wird gerade vorbereitet. Was beim ersten Abschnitt schon passiert ist, ist der komplette Rückbau der aus dem Jahr 1973 stammenden Leichtbaufassade und der Neuaufbau einer bauphysikalisch hochwertigen Fassade, die erstens komplett schadstofffrei ist und zweitens eine hohe Dämm- und Speicherwirkung aufweist. Die neuen Fensterbänder verfügen über einbruchs- und witterungssichere Lüftungsklappen, mit denen das Gebäude an heißen Sommertagen über Nacht heruntergekühlt werden kann. Und im Gebäudinneren ist gerade die Umwandlung der ehemaligen Elternküche in ein weiteres Klassenzimmer (Handarbeitsraum) im Gange.

Inklusive Medienausstattung und Neugestaltung der Außenanlagen würden insgesamt 13,5 Millionen Euro investiert, sagt Thorsten Englert, der froh ist, dass die Schule so gut mitzieht und die mit der Sanierung verbundenen Belastungen – abgemildert durch die Ausweichmöglichkeit in die ehemalige Karl-Friedrich-Reinhard-Werkrealschule – so geduldig erträgt. Aber, so Englerts Versprechen: „Zum Schluss gibt’s dafür auch was richtig Gutes.“


Auch in den Kindergärten tut sich was

Vor zwei Wochen noch, war vom neuen Kindergarten Haldenstraße in Haubersbronn nur die Bodenplatte zu sehen, und jetzt, schwärmt Projektleiter Malik Hündür, steht schon der Rohbau. Möglich macht’s eine Holzständerkonstruktion, bei der Fertigteile ineinandergesteckt werden. Und auch im Innern des Gebäudes ist schon erkennbar, dass sich die bis zu 105 Kinder, die dort in sechs Gruppen betreut werden sollen, auf ganz tolle Räumlichkeiten mit großen Spielhöfen außerhalb der flexibel zu belegenden Gruppenräume freuen dürfen. Und die Stadt freut sich darauf, dass sie dank des GÜ-Verfahrens – GÜ steht für Generalübernehmer, der in diesem Fall die Firma Weizenegger Objektbau GmbH ist – sie einen Kindergarten bekommt, der nicht nur termingerecht bis zum Jahresende fertig wird (die ersten Kinder sollen Anfang Februar einziehen), sondern der auch im Kostenrahmen von 4,6 Millionen Euro bleibt.

Derweil gibt es aber auch gute Nachrichten zum Bewegungskindergarten, von dem sich das mit der Einhaltung des vorgegebenen Termins und der Kosten nicht unbedingt sagen lässt. Jetzt, so Bürgermeister Thorsten Englert, gingen die Arbeiten so voran, dass auch dieser Kindergarten bis Ende des Jahres fertig sein sollte.

Umgebaut und umorganisiert wird während der nur dreiwöchigen Sommerferien die Kita Wirbelwind, die um eine vierte Gruppe erweitert wird, nachdem der seither dort untergebrachte Hort aufgelöst worden ist. 200 000 Euro werden investiert, und darin enthalten sind unter anderem ein Mitarbeiter-Büro mit drei PC-Arbeitsplätzen, die Brandschutzertüchtigung (unter anderem mit einem außenliegenden zweiten Rettungsweg) und die Anpassung der Wasserversorgung an neuesten hygienischen Erfordernisse, die Sanierung des Personal-WCs und die Einrichtung eines neuen Wickelraums inklusive Baby-WC sowie die Nachrüstung der Türen mit Fingerklemmschutz und der Fenster mit Splitterschutzfolien. 

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