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Schorndorf SchoWo-Bilanz mit kleinem Schönheitsfleck

Alle Jahre wieder: Voller Marktplatz bei der SchoWo. Foto: Habermann / ZVW

Schorndorf. Super Wetter, gute Stimmung und die Umsätze auf hohem Niveau – die SchoWo-Macher von der Vereinsgemeinschaft ziehen am Tag nach dem Stadtfest ein positives Resümee. Und das wäre bestimmt noch besser ausgefallen, wenn es am Dienstag kurz vor dem Zapfenstreich nicht ausgerechnet noch zwei Schlägereien auf dem Marktplatz gegeben hätte.

Erst auf Höhe des SG-Standes, dann beim ASV – und auf beides hätte Jürgen Dobler, Sprecher der Vereinsgemeinschaft, verzichten können. Die Tage zuvor hatte er noch stets die „gute, familiäre und gelassene Stimmung“ auf der SchoWo loben können. Jetzt hat das Stadtfest, das mit dem perfekten Wetter gesegnet und von einem großem Gemeinschaftsgefühl getragen war, einen kleinen Schönheitsfleck – auch wenn die Polizei die Vorkommnisse nicht überbewerten will. Für die Größe des Events, sagt Rudolf Biehlmaier von der zuständigen Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen, gab es eigentlich nur die üblichen Delikte, Diebstähle, Streitereien, Betrunkene, die gegen die Polizei Widerstand geleistet haben, einen Jugendlichen, der mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste – und am Montagabend eine sexuelle Belästigung (siehe Polizeimeldung). Von einer Gruppe (schwarzer) Männer, die das SchoWo-Gedänge auf dem Oberen Marktplatz genutzt haben soll, um Frauen zu belästigen, ist der Polizei nichts bekannt. Auch nicht von „Taschendiebstählen, die von einer dunkelhäutigen Gruppe verübt wurden“. Dies hatte ein „Schorndorfer“ anonym im Online-Kommentar dieser Zeitung behauptet und von „beunruhigenden Ereignissen“ geschrieben. Auch bei der VG ist von solchen Ereignissen nichts bekannt. Doch Dobler ist sich bewusst: „Bei einem so großen Fest können die Leute Dinge wahrnehmen, und es kann sein, dass die VG nicht alles mitkriegt.“

Wo Dobler aber konkret Verbesserungsbedarf sieht, ist die SchoWo-Beschallung: Nach vielfältigen Beschwerden und Klagen will sich die Vereinsgemeinschaft fürs kommende Jahr Gedanken machen, wie sich die Beschallungstechnik optimieren lässt. Punktuelle Beschallung, sagt Dobler, sei möglich, aber natürlich eine Kostenfrage. Eine High-End-Anlage werde sich die VG nicht leisten können. Doch Angebote sollen eingeholt werden. Womöglich, so die Hoffnung der VG, könne sich auch die Stadt Schorndorf an einer verbesserten Beschallungstechnik beteiligen.

„Wir wollen ein Fest für alle machen und niemanden ärgern"

Dass ein fünftägiges Mega-Fest nicht ohne Lärm für die Anwohner über die Bühne gehen kann, das ist Dobler bewusst, schließlich wohnt er selbst in der Innenstadt. Und so wie Jahr für Jahr die Qualität der Bands aufs Neue überprüft werde, soll jetzt auch der Lärmpegel unter die Lupe genommen werden – auch wenn, wie Dobler betont, sie sich auch bei dieser SchoWo immer im vorgeschriebenen Rahmen bewegt haben. „Wir wollen“, betont der VG-Sprecher, „ein Fest für alle machen und niemanden bewusst ärgern.“

Zufrieden, so die ersten Rückmeldungen, waren wohl auch die Vereine mit der SchoWo. Die Rekordumsätze vom vergangenen Jahr wurden zwar nicht ganz erreicht, berichtet Dobler und kann dennoch von einer „wirtschaftlich erfolgreichen SchoWo“ sprechen. Dazu kam das Wetter, das besser nicht hätte sein können: 100 Prozent regenfrei und mit langsam ansteigenden Temperaturen – von Frühling am Freitag bis Hochsommer am Dienstag.

SchoWo-Gebet und Kilometerstand

Für die SchoWo 2015 haben sie schon gebetet, und auch für das gerade zu Ende gegangene Stadtfest haben sie um göttlichen Beistand gebeten: Die Mitglieder des Gebetsraums, wo jeden Montag zehn Stunden lang für die Stadt gebetet wird, haben sich an den fünf SchoWo-Tagen von 8.30 bis 18 Uhr im Martin-Luther-Haus getroffen, um für das SchoWo-Team und das DRK zu beten, und dafür, „dass nichts passiert“, berichtet Initiatorin Katrin Fischer im Nachhinein. Der Gebetsraum ist ein überkonfessionelles, christliches Angebot, das sich keiner Kirchengemeinde zuordnen will.

Und noch ein Nachklapp zum Kilometerstand der VG-Aktiven Jürgen Dobler und Benjamin Wahl (wir haben berichtet): Nach fünf SchoWo-Tagen hat VG-Sprecher Dobler beachtliche 48,62 Kilometer auf seinem Schrittzähler. Mit seinem Herausforderer Wahl kann er trotzdem nicht ganz mithalten: Von Freitag bis einschließlich Mittwochnachmittag hat der im Ordnungsdienst Eingeteilte insgesamt 80,85 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Da Dobler kaum glauben kann, dass dies mit rechten Dingen zugegangen ist, soll’s bei der SchoWo 2017 das gleiche Schrittzählermodell für alle geben.

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