Schorndorf Sexuelle Belästigung mit Zungenbewegung

Schorndorf/Plüderhausen. Wegen Beleidigung wurde ein Mann Ende 50 vom Amtsgericht Schorndorf zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte eine junge Frau mit obszönen Zungenbewegungen belästigt.

Es müsse sich um ein Missverständnis handeln, sagten der beschuldigte Familienvater und sein Rechtsbeistand. Zwar sei der Mittfünfziger im März mit seinem Auto in Plüderhausen an der 19-Jährigen vorbeigefahren, habe ihr aber keine Zungen-und Lippengeste gezeigt. Das sah die junge Frau anders – und Richter Rolf Ziemer auch.

Schon häufiger habe der Beschuldigte aus seinem Auto heraus junge Frauen mit sexuellen Gesten belästigt, erklärte die Zeugin. Der Mann und sein Fahrzeug seien schon mehrmals negativ aufgefallen. „Auf der Straße kann man 50 fahren. Er fuhr aber höchstens mit 30 an mir vorbei, beugte sich auf den Beifahrersitz und machte diese Geste.“ Dabei habe er Blickkontakt mit ihr gehabt, und so könne sie den älteren Herrn identifizieren.

Vor allem ihre Schwester, die in der Vergangenheit schon öfter vom Angeklagten auf diese Art beleidigt worden sei, leide darunter, sagte die Zeugin. Dass ihr dann im März dasselbe passiert sei, habe das Fass dann zum Überlaufen gebracht. Eine gütliche Einigung habe man nicht gewollt. Die Familie wollte ein Zeichen setzen, wird im Gerichtssaal deutlich. Seitdem habe es auch keine Zwischenfälle mehr gegeben, sagt die 19-Jährige.

Der Rechtsanwalt des Beschuldigten hakte nach. Im Polizeibericht habe lediglich etwas von Belästigung gestanden. Von einer eindeutigen sexuell orientierten Geste sei im Bericht keine Rede gewesen. Doch die Zeugin bleibt dabei, dass sie auf diese Art belästigt wurde. Der Richter hält ihre Darstellung für glaubhaft, so dass es am Ende nur um die Höhe des Strafmaßes geht.

Die Staatsanwaltschaft fordert mehr, als der Anwalt des Beschuldigten einsieht. Da es sich um ein Missverständnis handle, sein Mandant besagte Straße nun meide und sensibilisiert sei, sei eine geringe Strafe angemessen, so der Verteidiger. Am Ende wird der Beschuldigte zu 1000 Euro Geldstrafe verurteilt.

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