Schorndorf SPD-Fraktionschef Thomas Berger hört auf

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Berger legt sein Gemeinderatsmandat nieder. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Schorndorf.
Per Pressemitteilung hat der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Schorndorfer Gemeinderat seinen Rückzug aus dem Gemeinderat mitgeteilt. Berger betont, dass er auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen sein Amt als Fraktionsvorsitzender und sein Mandat als Stadtrat zur Verfügung stellt.

„Ich bin sehr dankbar für all die Jahre im Gemeinderat und bereue keinen einzigen Tag. Die jetzt zu vollziehende Entscheidung ist beileibe kein Schnellschuss, sie ist schon seit längerem in mir gereift“, so Berger. Den Überraschungseffekt begründet Thomas Berger so: „Auch wenn ich durchaus kommunikativ bin, viele Dinge mache ich mit mir und meinen engsten Familienmitgliedern und Freunden aus.“

Berger ist seit 2007 im Gemeinderat und seit 2016 Fraktionsvorsitzender bei der SPD. Darüber hinaus vertritt er die SPD noch im Kreistag sowie in den Aufsichtsräten der Kliniken im Rems-Murr-Kreis und bei den Stadtwerken Schorndorf.

„Wie bei allen Ehrenamtlichen ist die Belastung des Amtes nicht ausschließlich durch die Person zu tragen, die sich entschließt, ein Ehrenamt zu übernehmen. Vielmehr sind es viele Schultern, die diese Last mittragen. Bei mir allen voran die Familie, die viele Jahre auf mich verzichtet hat, aber über die Jahre auch meine vielen großartigen Mitarbeiter im Innenministerium, im Polizeipräsidium Einsatz und nun im Polizeipräsidium Stuttgart, die mir in Zeiten der Abwesenheit den Rücken freihalten. Für die Sicherheit in der Landeshauptstadt zu sorgen ist deutlich mehr als ein Fulltime-Job. Noch 15 bis 20 Stunden im Ehrenamt zusätzlich zu arbeiten, geht nur, wenn andere hierfür den Preis bezahlen“, so Berger. „Ich habe in den letzten Monaten deutlich gespürt, dass dieser Preis zu hoch ist. Von daher ist meine Entscheidung gefallen und wer mich kennt, weiß, dass einmal gefällte Entscheidungen auch gelten.“

Zum Abschluss sagt Berger, dass er vor allem dem Oberbürgermeister, Matthias Klopfer aus ganzem Herzen für dessen kaum fassbares Engagement für Schorndorf zu Dank verpflichtet sei. Er hoffe inständig, dass Klopfer 2022 zu einer dritten Amtszeit bereit sei. „Für seinen Wahlkampf gehe ich auf jeden Fall ins Geschirr – ohne Frage! Ansonsten werde ich mich ab April nicht mehr in die Schorndorfer Kommunalpolitik einmischen. Das gehört sich schlicht nicht, wenn man einmal aus dem Amt ausgeschieden ist“, so Berger.

Wer Berger als Fraktionsvorsitzende/r nachfolgen wird, ist noch nicht entschieden. Diese Personalie soll aber bis zur Gemeinderatsrunde im April entschieden sein. Zumindest auf dem Papier schon klar ist, wer für Thomas Berger in den Gemeinderat nachrückt: Jürgen Erdmann aus Weiler, der bereits in der vergangenen Sitzungsperiode in den Gemeinderat nachgerückt war.

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