"Schorndorf tipptopp" Das will die Stadt für Sauberkeit und Sicherheit tun

Damit nicht nur Mitglieder der Jugendfeuerwehr zum Mitmachen animiert, sondern verstärkt auch wieder Schüler und Kindergartenkinder mobilisiert werden, soll es einen Neustart bei der Stadtputzete geben, die in ihren Anfangsjahren wesentlich stärker frequentiert war als zuletzt (Archivbild). Foto: Schneider/ZVW

Schorndorf. Weil sich der Eindruck von Sauberkeit und das Gefühl von Sicherheit gegenseitig bedingen, hat die SPD-Fraktion vor einiger Zeit ein Projekt „Schorndorf tipptopp“ angeregt und mit einer umfangreichen Liste von Forderungen unterfüttert. Ebenso umfangreich ist ein Katalog möglicher Maßnahmen, mit dem die Verwaltung auf den SPD-Antrag reagiert hat.

Nächster Schritt soll sein, dass die von der Verwaltung aufgeführten Maßnahmen in eine „Gesamtkonzeption für ein sicheres und sauberes Schorndorf“ einfließen und mit einer detaillierten Kostenrechnung unterlegt werden. In diesem Zusammenhang, so heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Verwaltung zum SPD-Antrag, solle auch die Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt, Polizei und Bürgerschaft weiter ausgebaut und gestärkt werden. Ziel müsse es dabei sein, noch weitere Sicherheits- und Ordnungspartner zu gewinnen – Ortschaftsräte, Schulen, Vereine. Kinderbetreuungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen, Handel und Gewerbe –, „um durch Prävention und Aufklärung die Kriminalität in Schorndorf zu verringern, für mehr Sauberkeit zu sorgen, bei der Verbesserung des Sicherheitsempfindens in der Bevölkerung mitzuhelfen und auch die bürgerschaftliche Mitverantwortung zu fördern“.

Häufigere Reinigung von Toiletten, Unterführungen, Containerplätzen

Zum Thema Prävention finden sich im SPD-Antrag eine ganze Reihe von Forderungen und Vorschlägen, wobei das Spektrum von der Einführung von Alternativen zu Einwegverpackungen zum Beispiel in Form eines „Schorndorfer Bechers“ über einen Relaunch der Stadtputzete bis zu Tipptopp-Patenschaften für Stadtquartiere reicht, die durch positive Anreize wie etwa Gutscheine fürs Oskar-Frech-Seebad gefördert werden sollen.

Unter der Überschrift „Mehr und bessere städtische Leistungen“ sind unter anderem aufgeführt: die personelle Verstärkung des städtischen Reinigungsdienstes, die häufigere Reinigung von öffentlichen Toiletten, der Bahnunterführungen und der Containerstandorte, ein runder Tisch „Sauberer Bahnhof“ in Kooperation mit der Deutschen Bahn und rund um den Bahnhof ansässigen Geschäften und Gastronomen, zusätzliche Standorte für Papierkörbe (mit Aschenbechern) und Hundekotautomaten und die Identifizierung von Problemimmobilien in Verbindung mit der besseren Kontrolle von Immobilien im Eigentum der Stadtbau. Schließlich will die SPD-Fraktion überprüft haben, ob der städtische Ordnungsdienst Knöllchen künftig nicht nur fürs Falschparken, sondern auch für Stadtvermüllung verteilen könne.

Ein Großteil dieser Vorschläge findet sich auch im Maßnahmenkatalog der Stadt wieder, der gegliedert ist in drei Teilbereiche „Verstärkte Reinigung“, „Verstärkung sichtbarer Präsenz/Erhöhung des Kontrolldrucks“ und „Prävention/Öffentlichkeitsarbeit/Bürgerschaftliches Engagement“, wobei jeweils auch schon die Verantwortlichen beziehungsweise Beteiligten im Falle einer möglichen Umsetzung benannt sind. So sind zum Beispiel, wenn es um den Schutz des alten und neuen Friedhofs vor Vandalismus und Diebstahl geht, die Fachbereiche Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung und Gebäudemanagement gefordert. Was die Erhöhung des Kontrolldrucks angeht, so weist die Verwaltung darauf hin, dass die Angehörigen des städtischen Vollzugsdienstes bereits in Sachen Sauberkeit sensibilisiert worden sind, dass es aber auf Dauer ohne personelle Aufstockung nicht gehen wird. Gleiches gelte für den städtischen Reinigungsdienst, wenn die Reinigungsintervalle erhöht werden sollen, wie das auch aus Sicht der Verwaltung für notwendig erachtet wird.

Alles vor dem Hintergrund, dass Sauberkeit und Ordnung in einer Stadt zu mehr Sicherheit führen. Oder wie es in der Stellungnahme der Verwaltung heißt: „Sauberkeit ist die kleine Schwester der Sicherheit.“ Was aber, wie der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich, der den Themenkomplex „Sauberkeit und Sicherheit“ zur Chefsache machen will, betonte, nicht bedeute, dass Schorndorf „im Wesentlichen“ nicht auch jetzt schon eine saubere und sichere Stadt sei – auch wenn es, so Hemmerich, immer wieder zu unerfreulichen Vorfällen komme.


Die Meinungen der Fraktionen

  • „Auch wenn man den Eindruck haben könnte: Die SPD hat das Thema Sauberkeit in der Stadt nicht erfunden“, machte im Gemeinderat FDP/FW-Fraktionschef Gerhard Nickel deutlich. Das Problem aus seiner Sicht ist, „dass den Menschen schlicht und einfach alles egal ist“.
  • Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Andrea Sieber, erlaubte sich zum SPD-Antrag den Hinweis, dass Sauberkeit in der Stadt und vor allem in der Weststadt ein Lieblingsthema ihres Fraktionskollegen Andreas Schneider sei. „Es geht um Erziehungsfragen und um Haltung“, meinte Andrea Sieber, die es für wichtig hält, dass das Thema bei der Stadt fachübergreifend behandelt und als gesamtstädtische Aufgabe betrachtet wird.
  • „Schorndorf ist nicht Klein-Neapel“, relativierte CDU-Stadträtin Michaela Salenbauch den Eindruck, der durch den SPD-Antrag entstehen könnte. Sie habe den Eindruck, dass bei Hinweisen auf Vermüllung und mangelnde Sauberkeit seitens der Stadt und der Zentralen Dienste in aller Regel sehr schnell reagiert werde, sagte die CDU-Stadträtin, der vor allem die Sicherheit für Frauen ein Anliegen ist (zum Beispiel in dunklen und verunreinigten Unterführungen).
  • „Wir haben bemerkt, dass die Vermüllung zugenommen hat“, begründete SPD-Stadträtin Heidi Rapp den Antrag ihrer Fraktion. Für sie ergibt sich daraus die Forderung: „Das Thema muss offensiver angegangen werden.“ Und in diesem Zusammenhang, so die SPD-Stadträtin, stelle sich für sie auch die Frage, ob es bei den Zentralen Diensten nicht mehr Personal brauche.
  • Bewertung
    6

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!