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Gartenschau 2019 Kritik an Kosten für Gartenschau-GmbH

Zwei Gießkannen im Zeichen der Gartenschau 2019 Foto: privat

Remshalden. Die Vorstellung des Wirtschaftsplans der Gartenschau GmbH haben einige Remshaldener Gemeinderäte erneut zur Generalkritik an vielen Aspekten der Schau und ihrer Planung genutzt. Während Bürgermeister Stefan Breiter sich in die kritischen Töne einfügte, widerspricht Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert vehement.

Dass die Gartenschau Skeptiker und Kritiker auch im Gemeinderat hat, ist keine Remshaldener Eigenheit. Was in Remshalden besonders ist: Auch der Bürgermeister stimmt regelmäßig öffentlich in die Kritik mit ein oder hält ihr zumindest nichts entgegen. Dieses Mal ging es konkret um das Geld, das die Gemeinde als eine von insgesamt 16 Gartenschau-Gesellschaftern in die 2016 gegründete GmbH einzahlen muss:

210 000 Euro, das ist der vertraglich festgesetzte Betrag, aufgeteilt auf mehrere Jahre bis 2019. Dieses Budget dient der übergeordneten Steuerung und dem Aufbau eines interkommunalen Rahmens für die Schau der 16 Remstal-Kommunen. Was die einzelnen Gemeinden kommunal für ihre Projekte einplanen, ist eine ganz andere Sache.

Remshalden befürchtet Mehrkosten für die Gemeinde

Am Budget für die GmbH, also auch an den 210 000 Euro Remshaldener Anteil, hat sich seit der Gründung der Gesellschaft nichts geändert, auch jetzt nicht. Doch die Gemeinderäte befürchten, wie sie bei der Vorstellung der Zahlen und des Ausblicks für 2018 und 2019 zum Ausdruck brachten, dass in Zukunft Mehrkosten auf die Gemeinde zukommen könnten.

„Verschwendung von Steuergeldern in höchstem Maße“

„Seltsam“ und „vage“ meinte etwa CDU-Rat Wolfgang Läpple, seien die Ideen und Pläne der GmbH, die für 2018 im Wirtschaftsplan stünden. Man wisse nicht, was man hier noch an Geldern nachschießen müsse. Roland Schanbacher (BWV) sah mit dem Wirtschaftsplan für 2018 „die Katze aus dem Sack“. Und Ursula Zeeb (ALi) sprach von „Verschwendung von Steuergeldern in höchstem Maße“, einem Missverhältnis im „Preis-Leistungsverhältnis“ und einem fehlenden Konzept.

Breiter: "Jeder Euro, der an die GmbH geht, fehlt mit in Remshalden 

Bürgermeister Stefan Breiter nährte die Kritik durch die eigene Skepsis. Es gebe keine Gesellschafterversammlung, auf der er nicht mahne: „Jeder Euro, der an die GmbH geht, fehlt mir in Remshalden.“ Er sei „relativ nah bei Ihnen dran“, erwiderte er auf die Wortmeldungen der Räte. Er würde gerne hinstehen und sagen, die Gartenschau sei ganz toll. Aber: „Ich kann nicht.“

Zwei Fragezeichen lösen die Sorgen der Räte aus

Was die Sorgen der Gemeinderäte auslöst, sind zwei Fragezeichen, die bezüglich der Kosten im Wirtschaftsplan der Gartenschau-GmbH auftauchen. Das eine betrifft das Budget für die Organisation und Begleitung der Veranstaltungen 2019. Hierzu heißt es im Wirtschaftsplan, die Kosten seien „noch nicht final definiert“. Das andere betrifft das Marketing-Budget. Hierzu ist im Wirtschaftsplan von einem „gewissen Risiko“ zu lesen, was die Einnahmeerwartungen durch Sponsoring angeht.

Gartenschau-Geschäftsführer versteht "die ganze Kritik nicht"

Wir haben bei Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert nachgefragt: Was ist dran an den Befürchtungen und der Kritik? Er sagt: „Ich verstehe die ganze Kritik nicht.“ Denn die Kostenumlagen, um die es gehe, habe man bisher gegenüber dem Plan nicht erhöht. Und das, obwohl das Budget, das man 2014 vor Gründung der GmbH vorgegeben habe, „gewürfelt“ gewesen sei. „Damals haben wir nach bestem Wissen und Gewissen Zahlen festgesetzt“, sagt Englert. Ohne, dass es noch ein Konzept für die Gartenschau gegeben habe. Dieses Konzept sei jetzt da, bei der nächsten Gesellschafterversammlung werde man „das Drehbuch fertiggeschrieben“ haben.

Mehraufwand soll durch Sponsringmittel gedeckt werden

Es habe sich herausgestellt, dass der Marketingaufwand für die Gartenschau 2019 ein höherer sein wird, als 2014 geplant. Den Mehraufwand wolle er versuchen, durch Sponsoringmittel zu decken, um die Kostenumlage für die Kommunen nicht zu erhöhen. Das Budget brauche man, um wirksam die Werbetrommel für die Gartenschau und das Remstal zu rühren.

Wenn Remshalden etwas nicht will, kann es ablehnen

Was alle weiteren Konzepte und Ideen angeht, die jetzt noch im Raum stünden und die Mehrkosten für die Kommunen verursachen könnten, so seien diese nicht zwingend. Das betreffe zum Beispiel Vorschläge für ein einheitliches Pflanzkonzept und auch die Beschilderung und das Leitsystem für die Besucher. „Ich mache dafür den Kommunen Vorschläge, wie sie ihre Besucher freundlich empfangen“, so Thorsten Englert. „Jede einzelne Gemeinde entscheidet dann, ob sie da mitmacht oder nicht mitmacht.“ Sprich: Wenn Remshalden keine interkommunal abgestimmte Bepflanzung oder Beschilderung will, kann es dies ablehnen und hat keine Kosten dafür.

Englert: "Wir wollen den Besuchern ja auch was bieten"

Das einzige, was man als verpflichtendes Element hinzugenommen habe, so Thorsten Englert, seien die 16 Stationen, ursprünglich als „Weiße Häuser“ vorgestellt. Das habe aber erstens nichts mit der Kostenumlage zu tun, zweitens brächten die von renommierten Architekten gestalteten Objekte nationale Aufmerksamkeit. „Wir wollen den Besuchern ja auch was bieten“, sagt Englert. Er sieht die Gartenschau als „Jahrhundertchance für das Remstal, „sich zu positionieren“ und „die Infrastruktur dauerhaft aufzuwerten“. Dafür nutze man Fördertöpfe und Einnahmequellen, an die die Gemeinden sonst nicht gekommen wären. Wenn man kritisiere, dass unnötig Steuergelder verschleudert würden: „Dann hat man das Thema nicht verstanden.“


Remshaldener Projekte für 2019

Die Gemeinde hat sich mit einer Bürgerbeteiligung richtig ins Zeug gelegt und viel Engagement und Ideen geerntet, die in die Projekte für einen Bürgerpark eingeflossen sind. Dieser steht im Zentrum der Remshaldener Pläne für die Gartenschau. Er liegt zwischen dem Weltgarten und der Neuen Kelter in Grunbach. Neben dem bereits gewachsenen Schauweinberg sind folgende Projekte geplant:

Der Ausbau und die Vergrößerung des bestehenden naturnahen Wasserspielplatzes: Die Gestaltung wurde mit einer Gruppe von Kindern festgelegt.

Fitnessgeräte: Wurden von Jugendlichen und Senioren gemeinsam ausgewählt. Aktuell läuft die Sponsorensuche.

Rosengarten: Als Lehrgarten geplant, aktuell wird ein Konzept ausgearbeitet.

Rosenpavillon: Ist eine der „16 Stationen“, die in jeder der 16 Teilnehmerkommunen stehen.

Entdeckerweg: Wird von den Kirchengemeinden geplant.

Kleiner Veranstaltungsbereich: Bleibt, nachdem die große geplante Veranstaltungsfläche eingespart wurde.

Kunstwürfel: 15 Würfel mit etwa einem halben Meter Kantenlänge wurden an Künstler zur Gestaltung verteilt.

Partnerschaftskunstwerk: Besteht aus vier Holzsäulen, die jeweils von Künstlern aus Remshalden beziehungsweise den Partnergemeinden gestaltet werden.

Als Teil der Wanderkonzeption sind verschiedene Pfade und Wege geplant, die vorhandene Wege aufgreifen wie den Geologischen Pfad oder neu beschildert werden wie der Panoramaweg. Im Zuge dessen ist auch eine Aufwertung des Aussichtspunkts Steinfelsen vorgesehen, und es sollen Landschaftsrahmen aufgestellt werden.

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