Schorndorf und Umgebung Mit der Bibel zur Selbsterkenntnis

Laden ein zur sechswöchigen „Expedition zum Ich“ (v.l.n.r.): Albrecht Wagner von der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Jürgen Berghold vom CVJM, Pfarrer Joachim Botzenhardt, Jugenddiakonin Sonja Ziegler und der für Hauskreise zuständige Kirchengemeinderat Kornelius Borkhardt. Bild: Privat Foto: ZVW

In Winterbach startet am Wochenende die von drei evangelischen Gruppierungen getragene „Expedition zum Ich“

Winterbach (mu). „Sich selber erkennen und zum Glauben kommen, das liegt sehr eng beieinander.“ Davon ist Pfarrer Joachim Botzenhardt überzeugt. Er hat in Winterbach eine Aktion initiiert, die genau das zum Ziel hat – die „Expedition zum Ich“, die „in 40 Tagen durch die Bibel“ führt und dabei „existenzielle Themen“ angeht. Theologische und zugleich menschliche Themen, die zum „Verständnis der Tradition und Werte des christlichen Abendlandes“ beitragen.

Die Aktion basiert auf dem gleichnamigen Buch des Pfarrers und Theologen Dr. Klaus Douglass. Sie ist an dessen früherer Kirchengemeinde in Niederhöchstadt bei Frankfurt und auch in Kirchengemeinden im Remstal gelaufen. Joachim Botzenhardt, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Winterbach, hat den örtlichen CVJM und die Landeskirchliche Gemeinschaft Winterbach als Mitveranstalter der Expedition gewonnen – und so auch die Zahl der Mitreisenden in nie erwartete Höhen getrieben: 301 Teilnehmer haben sich angemeldet - mehr als doppelt so viel, wie aufgrund durchschnittlicher Zahlen in anderen Gemeinden zu erwarten waren.

„Es wird aufregend“, verspricht Klaus Douglass im Vorwort seines Buches, das alle Winterbacher Teilnehmer in die Hand bekommen. Aufregend, weil „zwei Ziele“ verfolgt werden auf der Reise: sich selbst näherkommen, neue Facetten der eigenen Persönlichkeit entdecken und „zu den zentralen Stellen der Bibel“ gelangen. Dies keineswegs im Sinne von Abhaken, nächstes Thema. Sondern im Sinne von „denken, lernen, diskutieren“, so Joachim Botzenhardt, der einen „Clou“ der Veranstaltung darin sieht, dass „Bibel und Leben aufeinandertreffen“. Keinesfalls handle es sich um einen Bibelkurs, bei dem die Bibel als „historisches Ding“ erläutert wird, um „keinen Museumsrundgang“.

Bibel lesen – da rege die Expedition eigentlich „nichts Neues“ an. Indes berge sie die von Douglass ausgewählten 40 Tagesthemen und dessen bisweilen mit provokanten Thesen gespickte Auslegung und sorge so für ständige „Anregung“ und „Impulse“ für den Einzelnen. Anreize für Reflexion und Analyse. Pfarrer Botzenhardt: „Nichts wird vorgekaut.“

Wochen sind strukturiert: Hören, Lesen und Reden

Und so ist die Entdeckungsreise zum Ich und zum christlichen Wertekanon strukturiert: In Gottesdiensten, die sonntags um 10 Uhr in der Michaelskirche und mit gleichem Prediger und gleichem Thema um 18 Uhr im Haus der Landeskirchlichen Gemeinschaft gefeiert werden, werden die sechs, jeweils unter einer zentralen Frage stehenden Expeditionswochen eröffnet. Für jeden der folgenden Tage ist ein Bibeltext vorgesehen, mit dem sich die Teilnehmer beschäftigen sollen. „Eine halbe Stunde am Tag“, schlägt Pfarrer Botzenhardt vor. Dann ist der Einzelne gewappnet für Teil drei des Reiseprogramms, den Gesprächsaustausch mit anderen Teilnehmern über Fragen und Erkenntnisse, die sich aus der Lektüre der Bibeltexte ergeben haben. Diese Treffen finden je nach Gruppe in öffentlichen oder in privaten Räumen statt und sind keine Pflicht für die Teilnehmer. Die erste Woche, die mit den Gottesdiensten am Sonntag, 13. Februar, startet, steht unter der Frage „Wer bin ich wirklich?“ Der erste Bibeltext: „Was ist der Mensch“ (Psalm 8). Es folgen Texte aus dem 1. Buch Mose, aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom und aus dem Lukasevangelium.

Warum die evangelische Kirchengemeinde die Aktion mitträgt? Sie will einladen zum Bibellesen, vermitteln, dass „die Bibel mit ihrer Botschaft etwas Wertvolles“ ist, „die Bibel ins öffentliche Bewusstsein und in die öffentliche Diskussion bringen“ (Botzenhardt). Ebenso verspreche sie sich von der Expedition eine Einladung zum Gottesdienstbesuch und sie wolle – „auf die Gemeinde als Ganzes bezogen“ – das „Wir-Gefühl der Evangelischen stärken“.

Die von Hören (Gottesdienste), Lesen (Bibelstellen, Douglass-Interpretationen) und Reden (Gruppengespräche) geprägte Aktion ist nicht zuletzt wegen des erheblichen Aufwands eher eine einmalige Sache, so Pfarrer Botzenhardt. Gerade deshalb sei es den drei Veranstaltern wichtig gewesen, die Aktion ordentlich zu präsentieren. Flyer, Plakate und Werbebanner überall im Ort untermauern diesen mit einigen Kosten verbundenen Anspruch. Der Werbeetat, so Pfarrer Botzenhardt, sei folglich der größte Kostenblock. Hinzu kommen die Kosten für die Bücher und Hörbücher, die an die Teilnehmer ausgehändigt werden, für Saalkosten und Rednergage bei der Auftaktveranstaltung (siehe unten: „Sechs Etappen...“). Mit der Teilnahmegebühr von zwölf Euro wird ein Teil der Kosten gedeckt.

 

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