Schorndorf-Weiler/-Miedelsbach Keine neuen Kunstrasenplätze wegen Mikroplastik

Mehr Flor und weniger Sand – ansonsten aber müssen die Fußballer des TV Weiler (im grünweißen Trikot) ihre Tore weiterhin auf dem alten Kunstrasenspielfeld schießen. Die Diskussion um Mikroplastik führt dazu, dass es mit einem neuen Kunstrasenplatz erst einmal nichts wird. Foto: Ralph Steinemann (Archiv)

Schorndorf. Entgegen der Beschlusslage des Gemeinderats im Zuge der Beratungen des Haushalts 2019 werden die beiden Kunstrasenspielfelder in Weiler und Miedelsbach nicht erneuert. Per Kenntnisnahme hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer den Gemeinderat drüber informiert, dass auf beiden Plätzen zunächst einmal die Florlänge dadurch verbessert werden soll, dass die Sandverfüllung aufgelockert und mengenmäßig reduziert wird.

Grund für die Verschiebung der Anlegung neuer Kunstrasenspielfelder auf unbestimmte Zeit ist die aktuelle Diskussion um die Verwendung von Mikroplastik in Kunstrasenplätzen und die damit verbundene Unsicherheit, wie es bei der Verfüllung von Kunstrasenfloren weitergeht. Der derzeitige Standard bei Kunstrasenspielfeldern ist ein Kunstrasenflor mit einer aus Sand und Granulat bestehenden Verfüllung.

Im Raum steht die Ankündigung der EU, die Verwendung von Mikroplastik in Kunstrasenplätzen vom Jahr 2021 an zu verbieten. Die Hersteller von Kunstrasenfloren müssten dann zeitnah alternative Verfüllungen anbieten, wobei auch die Verwendung von Kork eine Rolle spielen könnte. In einer Vorabstimmung mit den beiden Vereinen TV Weiler und TSV Miedelsbach hatten sich die Beteiligten auf einen neuartigen Kunstrasenflor mit einer reinen Sandverfüllung ausgesprochen. Problem: Derzeit gibt es auf dem Markt noch kein vergleichbares Produkt.

Elastikschichten und Flor sind weitgehend in Ordnung

Zwischenzeitlich sind durch einen Fachplaner Voruntersuchungen an den beiden Sportplätzen vorgenommen worden. Mit dem Ergebnis, dass die Elastikschichten, die sich unter dem Kunstrasenflor befinden, zu 95 Prozent in Ordnung sind. Und auch der Kunstrasenflor beider Sportplätze, so die Feststellung des Fachplaners, weise aktuell keine Schäden auf und könne somit weiter erhalten und bespielt werden.

Die Empfehlung des Fachplaners war es, die Sandverfüllung zu reduzieren, was wieder zu einer ausreichenden Florlänge führen würde. Und besonders abgespielte Bereiche wie etwa der Torraum könnten, so das Angebot der Verwaltung an die Vereine, bei Bedarf erneuert werden. Was in jedem Fall in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Teilort und Verein geschehen würde. Ansonsten heißt es, neue Entwicklungen abzuwarten und gegebenenfalls rechtzeitig Zuschussanträge zu stellen.

Zu geringe Abstände zu Barrieren könnten ein Problem werden

Für die beiden Spielfelder in Weiler und Miedelsbach könnte sich zudem das Problem stellen, dass keine ausreichenden Sicherheitsabstände zu den Barrieren vorhanden sind. Derzeit besteht ein Sicherheitsabstand von einem Meter zu den seitlichen Geländern und von zwei Metern hinter den Toren. Neuen Vorgaben zufolge muss der Sicherheitsabstand zur Seite aber zwei Meter und hinter den Toren vier Meter betragen.

Derzeit, so heißt es in dem dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorgelegten Papier, lasse die Stadt die Sicherheitsabstände durch den Württembergischen Fußballverband prüfen. Sollte es keinen Bestandschutz geben, wäre bei einer Erneuerung der Kunstrasenplätze das Spielfeld zwei Meter schmäler und die Barrieren hinter den Toren müssten entfernt werden.


Die ursprüngliche Planung

Im Zuge der Haushaltsberatungen für das Jahr 2019 hatte der Gemeinderat nach einigem Hin und Her beschlossen, dass die Erneuerung des Kunstrasenspielfeldes in Weiler mit einem finanziellen Aufwand von 250 000 Euro doch schon im Jahr 2019 umgesetzt wird.

Die Erneuerung des Kunstrasenspielfeldes in Miedelsbach wurde in der Investitionsplanung als Vorhaben für das Jahr 2022 mit einem Betrag von 230 000 Euro belassen, wobei für 2021 Planungskosten in Höhe von 40 000 Euro veranschlagt waren.

Die Verwaltung hatte zwischendurch vorgeschlagen, die Erneuerung beider Kunstrasenspielfelder im Jahr 2020 zu realisieren, um so möglicherweise Synergieeffekte und Kostenreduzierungen erzielen zu können.

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