Schorndorf-Weiler Zweiter Park+Ride-Parkplatz abgelehnt

Parken, so weit das Auge reicht: Das ist die alltägliche Situation in Weiler. Foto: Palmizi / ZVW

Schorndorf-Weiler. Denkbar knapp unterlegen ist auch unterlegen: Diese Erfahrung musste im Gemeinderat die CDU-Fraktion mit ihrem Haushaltsantrag machen, wonach die Verwaltung die Planungen und Weichenstellung für einen zweiten Park+Ride-Parkplatz beim S-Bahn-Haltepunkt in Weiler in Angriff nehmen sollte.

Nachdem es zuvor im Technischen Ausschuss und im Verwaltungsausschuss ein Hin und Her der Meinungen und der Beschlussempfehlungen gegeben hatte, setzten sich im Gemeinderat mit 16:14 Stimmen einschließlich des Oberbürgermeisters diejenigen durch, die sich von einem zweiten Park+Ride-Parkplatz nichts versprechen. Im Gegenteil: Sie befürchten noch mehr Verkehr – zumal dann, wenn auch dieser Parkplatz von der Ortsmitte her und nicht, wie von einigen wenigen befürwortet, über eine neue Straße direkt von der Schorndorfer Westspange her erschlossen würde. Einer von denen, die sich eine solche Lösung vorstellen konnten und die einen weiteren Park+Ride-Parkplatz vehement befürworteten, war der Weilermer Grünen-Stadt- und Ortschaftsrat Wilhelm Pesch, der aber von seiner Fraktionschefin Andrea Sieber energisch in die Schranken gewiesen wurde: „Die grüne Fraktion lehnt den Antrag ab, die Meinung von Herrn Pesch ist eine Einzelmeinung.“

Klopfer: Nicht bereit, in die teuersten Park+Ride-Plätze der Region zu investieren

„Es geht nicht darum, den Menschen aus dem Filstal den Weg nach Stuttgart und den Umstieg auf den ÖPNV zu erleichtern“, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Berger. Er widersprach damit ausdrücklich CDU-Stadtrat Ingo Sombrutzki, der den Antrag seiner Fraktion damit begründet hatte, dass den Pendlern Alternativen zum Autofahren geboten werden müssten. „Ich bin nicht bereit, in die teuersten Park+Ride-Parkplätze in der ganzen Region zu investieren und wegen 50 Parkplätzen in eine Riesendiskussion über die Erschließung durch Weiler oder durch freies Gelände einzusteigen“, positionierte sich Matthias Klopfer eindeutig gegen den CDU-Antrag. Er verwies auch darauf, dass sich das Vorhaben nicht ohne ein reguläres Bebauungsplanverfahren mit allen Beteiligungsrechten und allen erforderlichen Gutachten realisieren lasse.

Fokus auf Parkraumbewirtschaftung

Stattdessen soll jetzt – und auf diese Linie ist mittlerweile auch der Weilermer Ortsvorsteher Klaus Beck eingeschwenkt – das Hauptaugenmerk auf die bislang fehlende Parkraumbewirtschaftung gerichtet werden, und zwar sowohl auf dem vorhandenen und bislang kostenfreien Park+Ride-Parkplatz als auch in den angrenzenden Wohnbereichen, in denen Anwohnerparkplätze ausgewiesen werden könnten. Er habe allerdings, so der Ortsvorsteher, die Befürchtung, dass die Bewirtschaftung die einen Parkplatz Suchenden noch weiter hinaus in die Landschaft treibt.

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