Schorndorf Wieslaufradweg: Erhebliche Mängel

Schorndorf. Radfahren könnte in Schorndorf so schön sein, wenn nur das Radwegenetz nicht so löchrig wäre.

Zur Gartenschau soll zumindest der Remstalradweg auf Vordermann gebracht werden. Da aber der Wieslaufweg im Radwegeplan der Stadt nicht mal enthalten ist, hat die Projektgruppe Mobilität der Lokalen Agenda Ausbau- und Verbesserungsvorschläge gemacht– zunächst für den ersten Teil von Schorndorf nach Haubersbronn.

Auf dem Wieslaufradweg sind viele Freizeitradler unterwegs, „aber auch erstaunlich viele Berufspendler“, sagt Bernhard Dittl, der sich mit Gunhild Veil-Panni, Wilhelm Pesch und Hanke Hemeling von der Lokalen-Agenda-Projektgruppe Mobilität den Radweg genauer angesehen und festgestellt hat: Hier gibt es erhebliche Mängel. Fehlende Wegweiser, Gefahrenstellen, Hindernisse und unattraktive Routenführungen. Da der Radweg obendrein noch nicht mal im fortgeschriebenen Radwegeplan aus dem Jahr 2014 erhoben ist, hat sich die Projektgruppe der Strecke angenommen und ist mit ihren Ausbau- und Verbesserungsvorschlägen zu Herbert Schuck als zuständigem Fachbereichsleiter Infrastruktur gegangen.

Hindernisse, Gefahrenstellen und fehlende Schilder

Und siehe da: Manche Mängel, wie die Trampelpfad-Zufahrt vom Remstalradweg zur Remsbrücke am Sportpark und die Brückenschäden, sind zeitlich absehbar. Als Alternative zum offiziellen Weg, der über eine spitze Kurve verläuft, wird die Stadt den von vielen Radlern genutzten direkten Weg asphaltieren lassen. Eine Sanierung der Remsbrücke ist ebenfalls in Auftrag gegeben. Ein Grund: Die Metallschiene, am Rand der Brücke sechs und in der Mitte viereinhalb Zentimeter hoch, ist für Radfahrer ein Hindernis, für Kinderräder und Fahrräder mit Anhänger sogar eine Gefahrenstelle. Was außerdem fehlt, ist ein Mittelstreifen mit entsprechenden Richtungspfeilen.

Und viel besser geht’s nicht weiter: Die Querung des SG-Parkplatzes ist nicht ausgeschildert, Ortsunkundige müssen sich erst auf die Suche nach dem nächsten Hinweisschild machen. Und ungefährlich ist die Fahrt über den viel frequentierten Parkplatz ebenfalls nicht: Die Lokale-Agenda-Gruppe hält es darum für sinnvoll, einen Radweg rechtsseitig am Parkplatz bis zur Wieslaufbrücke entlang zu führen, inklusive Bodenmarkierungen, roten Furten und Radsymbolen. Noch besser freilich wäre eine getrennte Fußgänger- und Radspur, „doch da reicht die Breite nicht“, bedauern die engagierten Radler, für die alles andere sowieso nur die zweitbeste Lösung sein kann: Bei frühzeitiger Planung hätte ein solcher Radweg gleich mit dem Parkplatz angelegt werden können.

Ungünstig ist auch, dass nirgends auf die frei zugängliche Luftpumpe an den Radabstellplätzen am Sportpark hingewiesen wird. Da der Luftschlauch außerdem nicht verankert werden kann, ist das Ventil bereits kaputt. Und: Es fehlt ein Universalschlüssel. Der Verbesserungsvorschlag der Lokalen-Agenda-Gruppe: Vom ADFC gibt es einen auffälligen Schutzkasten für solche Luftpumpen-Stationen.

Fehlende Markierungen, steile Rampe, enge Unterführung

Unbefriedigend auch die anschließende Querung des Industrieparkplatzes hinter der Wieslaufbrücke: Hier sind alle Bodenmarkierungen verblasst. Auch da, verspricht Herbert Schuck, wird bis zur Gartenschau Abhilfe geschaffen – wenn die dort geplanten Wohnmobilstellplätze angelegt werden. Eine Alternative für die Steigung zur Bundesstraßenbrücke empfiehlt die Lokale Agenda ebenfalls: Für ungeübte Radfahrer, zum Schutz für Fußgänger und zur Verkehrsentzerrung könnte vor der Kurve zur Rampe der Radweg auf dem Feldweg weiter zum Asphaltweg geführt werden, der parallel zur alten Bundesstraße verläuft.

Ungünstig ist auch die enge Unterführung unter der alten B 29: Das Gefälle ist zu stark, es fehlen ein Warnschild und eine klar getrennte Spurführung. Nicht ungefährlich ist außerdem, dass die zweite Wasserrinne in der Unterführung stark abgesunken ist. Darum wünscht sich die Lokale-Agenda-Gruppe nicht nur eine Sanierung, sondern gleich eine Verbreiterung der Unterführung.

Ein Wunsch, der nach Herbert Schucks Dafürhalten frühestens mit der Realisierung des Baugebiets Niederfeld angegangen werden könnte. Und bis Haubersbronn geht’s ja nicht besser weiter: Im Straßenbelag sind eine Unmenge von Schlaglöchern, Kanten, Unebenheiten, Rissen und erhöhten Schachtdeckeln. „Hier ist Slalomfahrt angesagt“, konstatiert Gunhild Veil-Panni und will sich mit der Projektgruppe als Nächstes dem Abschnitt bis nach Rudersberg widmen.

Damit sich die Situation auf den Radwegen kontinuierlich verbessern kann, sind im Haushalt jährlich 50 000 Euro eingestellt. Allerdings: „Der Topf ist bisher nicht immer ausgeschöpft worden“, sagt Schuck. Jede weitere konkrete Maßnahme, wie etwa den Remstalradweg, ist eine separate Kostenstelle. „Bis zur Gartenschau“, verspricht Schuck, „wird noch einiges passieren“.

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