Schorndorf.
Spontan stechen die Mitarbeiter des Kiosks am Ziegeleisee noch ein Fass an. Bier läuft am Sonntag besser als der Glühwein, der sonst eigentlich der Verkaufsschlager beim Anbaden ist. Doch beim bisher wohl wärmsten Anbaden in Schorndorf herrscht „Biergartenstimmung“, freut sich Bäderbetriebsleiter Jörg Bay. Dass das Wetter so gut ist, konnten die Organisatoren im Dezember noch nicht wissen, als sie den Termin festlegten. „Besseres Wetter können wir gar nicht erwarten“, sagt Bay. Vor zwei Jahren bedeckte wenige Tage vorm Anbaden noch eine Eisschicht den See. Die Außentemperatur war kaum höher als die Wassertemperatur. Da tranken nicht nur die Schwimmer Glühwein oder Punsch, um sich von innen zu wärmen.

In diesem Jahr wärmt die Sonne, die ausgiebig vom Himmel strahlt, die Schwimmer und die übrigen Gäste, die mit Hemd, Bluse und Sonnenbrille am Badesee sitzen. Die Sonne am wolkenlosen Himmel lockt wohl so viele Besucher wie noch nie ins Seebad. Pünktlich um 12 Uhr rutschten mehr als ein Dutzend Schwimmer in den See und eröffneten die Freibadsaison. Einige mehr schlossen sich ihnen später an. Doch von den warmen Außentemperaturen, fast wurden die 20 Grad geknackt, ließen sich die Schwimmer nicht täuschen, denn der See ist mit gerade einmal 8 Grad noch ziemlich kalt und so hielt es keiner der Schwimmer besonders lange im Wasser aus. Zum Vergleich: Im Sommer klettert das Thermometer auf rund 26 Grad. Manche planschten dennoch ein paar Minuten im kalten See, andere kletterten bereits nach wenigen Sekunden wieder aus dem Wasser. Bay: „Es ist kein Vergnügen, im See zu baden. Die Leute müssen Mut beweisen.“